Zurück zur Übersicht
12.12.2019Bundesliga

Gegner-Check: Warten auf die Trendwende

Derbyzeit mitten im Advent! Nach über eineinhalb Jahren kommt es am Samstag (14.Dezember, Anstoß: 15.30 Uhr) wieder zum Nachbarschaftsduell mit dem 1. FC Köln. Das 63. Rhein-Derby in der Bundesliga findet unter besonderen Vorzeichen statt, denn der FC empfängt die Werkself als Tabellenletzter – und mitten in einer ereignisreichen Zeit für den kompletten Verein.
crop_imago45316145h.jpg

Position

Die Hoffnung war eigentlich groß am Geißbockheim im Sommer: den Wiederaufstieg souverän geschafft, die Aufstiegsmannschaft gehalten und punktuell verstärkt, einen neuen, vielversprechenden Mann auf der Trainerbank installiert. Doch kurz vor Weihnachten herrscht Ernüchterung in der Domstadt. Von Beginn an lief es nicht wirklich rund in der Bundesliga, hinzu kam das Aus im DFB-Pokal gegen Regionalligist Saarbrücken. Trainer Achim Beierlorzer ist nach rund vier Monaten im Amt schon wieder Geschichte, auch Geschäftsführer Achim Veh zog sich vorzeitig zurück. Mitten im Abstiegskampf bekamen die Kölner also eine komplett neue sportliche Leitung: Horst Heldt beerbte Veh als Geschäftsführer, Markus Gisdol wurde Nachfolger von Beierlorzer als Trainer. Doch die Trendwende konnte das neue Duo bislang auch noch nicht herbeiführen, im Gegenteil: Nach dem 0:2 beim Mit-Aufsteiger Union Berlin am vergangenen Sonntag und dem anschließenden Sieg des SC Paderborn 07 in Bremen ist der FC sogar erstmals in dieser Saison auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Nach drei Spielen am Ruder wartet Gisdol noch auf den ersten Sieg als Coach der Kölner – und auf die damit verbundene Initialzündung.

Personal

Im Gegensatz zu Beierlorzer, der meistens im 4-2-3-1 spielen ließ, setzte Gisdol zuletzt auf zwei „echte Angreifer“. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick logisch erscheint, schließlich verfügen die Kölner mit Anthony Modeste, Jhon Cordoba und Simon Terodde über einen durchaus hochkarätig besetzten Sturm. Auch dahinter kann Gisdol gegen die Werkself beinahe aus dem Vollen schöpfen. Die Personalsituation entspannt sich für das Derby deutlich, da die in Berlin gesperrten Rafael Czichos und Jonas Hector gegen die Werkself wieder zur Verfügung stehen, auch der zuletzt angeschlagene Kingsley Schindler sollte wieder mit von der Partie sein können. Czichos dürfte damit wohl Lasse Sobiech in der Innenverteidigung ersetzen; Kapitän und Nationalspieler Hector voraussichtlich die Linksverteidigerposition besetzen, die zuletzt die Youngster Ismail Jakobs (20) und Noah Katterbach (18) innehatten. Die Rückkehr der beiden Routiniers dürfte in jedem Fall mehr Stabilität in die Kölner Defensive bringen, die in dieser Saison erst ein einziges Mal zu Null spielen konnte: beim 3:0 gegen Paderborn Mitte Oktober. Es war gleichzeitig der letzte Sieg des FC in dieser Saison.

Probleme

Zwar ist die Defensive der Kölner notorisch anfällig, Rätsel gibt aber vor allen Dingen die harmlose Offensive auf. In der abgelaufenen Zweitliga-Saison schoss sich Köln mit stolzen 84 Treffern regelrecht zum Aufstieg, nun stellt das Team mit gerade einmal 12 Toren in 14 Bundesligaspielen den schlechtesten Angriff der Liga. Weder Beierlorzer noch Gisdol ist es bislang gelungen, die zweifellos vorhandenen Offensiv-PS auf die Straße zu bringen. Rückkehrer Modeste etwa steht erst bei einem einzigen Saisontor. Der österreichische Edeltechniker Louis Schaub sowie der Ex-Leverkusener Dominick Drexler, die im Unterhaus noch überragten, lassen ihre Klasse nur stellenweise aufblitzen. Köln braucht in der aktuellen Situation dringend Punkte – und dafür Tore. Hier ist Gisdol als bekennender Verfechter des Offensivfußballs gefragt.

Potenzial

Zwar hat der Abstieg 2018 den Verein zurückgeworfen, trotzdem ist Köln weiterhin eine renommierte Adresse im deutschen Fußball. Noch vor zwei Jahren spielten die Domstädter in der Europa League gegen den FC Arsenal. Die Strukturen und die Möglichkeiten, um sich wieder in der Bundesliga zu etablieren, sind noch immer vorhanden. Doch derzeit kommt der Verein einfach nicht zur Ruhe: Erst musste Aufstiegstrainer Markus Anfang als Zweitliga-Tabellenführer gehen, dann ereilte – nur wenige Monate später – seinen Nachfolger Beierlorzer mitsamt Geschäftsführer Veh das Aus. Mit dem Wechsel der sportlichen Leitung inmitten der Hinrunde steht Köln nun vor einem Einschnitt. Einem, der nach dem turbulenten 2019 ein ruhigeres 2020 ans Geißbockheim bringen soll.

Prognose

Zwar gehen die Kölner nach der jüngsten Durststrecke als Außenseiter ins Derby, doch nach wie vor hat der FC eine Menge Waffen, um jedem Gegner in der Bundesliga weh tun zu können. Diese wieder richtig einzusetzen, ist jetzt Aufgabe von Markus Gisdol. Bei nun bereits vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz drängt die Zeit, um die Trendwende einzuleiten – aber Köln hat definitiv die Qualität, um am Ende den Klassenerhalt schaffen zu können.

Ähnliche News

U19 unterliegt mit 0:1 gegen Hoffenheim | 4. Spieltag
Werkself-TV - 01.03.2026

U19: Die TV-Zusammenfassung der 0:1-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim

Werkself-TV zeigt die Zusammenfassung der 0:1-Niederlage der U19 von Bayer 04 gegen die TSG Hoffenheim am 4. Spieltag in Liga A der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga 2025/26...

Mehr zeigen
Jonah Berghoff
U19 - 01.03.2026

0:1 gegen Hoffenheim – U19 unterliegt erstmals in der Hauptrunde

Die U19 von Bayer 04 hat am vierten Spieltag der Hauptrunde in Liga A der DFB-Nachwuchsliga 0:1 gegen die TSG Hoffenheim verloren. In der ersten Halbzeit fielen trotz guter Chancen auf beiden Seiten keine Tore. Die Gäste aus Sinsheim gingen nach Wiederanpfiff durch einen Foulelfmeter in Führung. Vor allem ein stark aufspielender Gäste-Keeper verhinderte danach den Leverkusener Ausgleich.

Mehr zeigen
Rudi Vollborn
Bayer 04 - 01.03.2026

„Rudi erzählt…“: Vollborn über Highlights aus März

Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.

Mehr zeigen
Die PK mit Fischer und Hjulmand nach dem 1:1 gegen Mainz | 24. Spieltag
Werkself-TV - 28.02.2026

Die Pressekonferenz nach dem 1:1-Remis gegen den 1. FSV Mainz 05

Werkself-TV zeigt nach dem 1:1-Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 am 24. Bundesliga-Spieltag die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Urs Fischer und Kasper Hjulmand...

Mehr zeigen
Fanclub-Ehrung mit Fernando Carro in der Halbzeit
Fans - 28.02.2026

Beim Fanclub-Spieltag gegen Mainz: Bayer 04 ehrt sechs Fanclubs für jahrzehntelange Treue

Von Sondertrikot bis Fan-Banner stand beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 alles im Zeichen der zahlreichen Bayer 04-Fanclubs. Entsprechend durfte eine angemessene Ehrung der langjährigen Werkself-Anhänger in der Halbzeitpause der Bundesliga-Partie nicht fehlen. Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, würdigte die bis zu 50-jährigen Jubiläen von sechs Fanclubs vor den Trainerbänken der BayArena.

Mehr zeigen