
Wenn der BVB in der Champions League spielt, sind viele Tore garantiert. In den bisherigen fünf Partien haben die Borussen 17 Treffer erzielt, nur Paris Saint-Germain netzte häufiger ein (19). Allerdings kassierte Dortmund auch bereits elf Gegentore. Beim 4:0-Sieg gegen den FC Villarreal am vergangenen Dienstag im Signal Iduna Park behielten die Westfalen erstmals diese Saison eine Weiße Weste in der Königsklasse. Nach drei Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage (1:4 bei Manchester City) rangiert der BVB aktuell auf Platz sechs in der Ligaphase.
Gegen Villarreal hatte sich das Team von Trainer Niko Kovac in den ersten 45 Minuten noch schwergetan. Die 1:0-Führung durch Serhou Guirassy in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel mehr oder weniger aus dem Nichts. Dortmunds Mittelstürmer sorgte mit einem im Nachschuss verwandelten Elfmeter kurz nach dem Seitenwechsel auch für das 2:0. Weil das vorausgegangene Handspiel eine Rote Karte nach sich zog, spielten die Borussen fortan in Überzahl. Karim Adeyemi machte mit seinem Tor zum 3:0 nach knapp einer Stunde alles klar. Daniel Svensson legte in der Nachspielzeit den vierten Treffer nach. Kurz zuvor hatte Fabio Silva noch einen Elfmeter für den BVB vergeben.
In der Bundesliga kam das Kovac-Team zuletzt nicht über zwei Unentschieden beim Hamburger SV (1:1) und gegen den VfB Stuttgart (3:3) hinaus. Im Duell mit den Schwaben gab Dortmund erst eine 2:0-Halbzeitführung aus der Hand, ging kurz vor Schluss dann erneut durch Karim Adeyemi 3:2 in Führung und musste in der Nachspielzeit doch noch den Ausgleich durch Stuttgarts Dreierpack-Spaßbremse Deniz Undav hinnehmen. Es war das vierte Remis im elften Ligaspiel. Seine einzige Niederlage kassierte Dortmund beim FC Bayern München (1:2). Aktuell nehmen die Schwarz-Gelben mit 22 Punkten Platz vier ein, liegen damit nur einen Zähler hinter dem Dritten Bayer 04. Nun stehen sie just vor zwei Partien in Folge gegen die Werkself. Vor dem Auswärtsspiel in der BayArena können die Borussen auf eine gute Bilanz in Leverkusen zurückblicken: Von den vergangenen 18 Spielen bei der Werkself verlor der BVB nur drei. Im DFB-Pokal, in dem Dortmund am kommenden Dienstag, 2. Dezember (Anstoß: 21 Uhr), Bayer 04 empfängt, treffen beide Teams zum ersten Mal aufeinander. Die Borussia hatte in der 1. Runde 1:0 bei Rot-Weiss Essen gewonnen und setzte sich in der 2. Runde im Elfmeterschießen bei Eintracht Frankfurt durch.
Was das zur Verfügung stehende Personal betrifft, befindet sich BVB-Coach Niko Kovac seit einigen Wochen in einer recht komfortablen Lage. Der 54-Jährige musste zuletzt lediglich auf Innenverteidiger Niklas Süle (Zehenverletzung) und Stürmer Maximilian Beier (leichte Muskelverhärtung) verzichten. Während Süle auch am Samstag in Leverkusen ausfallen wird, besteht bei Beier durchaus Hoffnung auf einen Einsatz. In jedem Fall hat Kovac in allen Mannschaftsteilen reichlich Optionen. Torhüter Gregor Kobel und Verteidiger Waldemar Anton standen als einzige Spieler in allen bisherigen 18 Pflichtspielen in der Startelf. In der Dreier-Abwehrkette können neben Anton Kapitän Emre Can, Nationalspieler Nico Schlotterbeck, Ramy Bensebaini oder auch Aaron Anselmino spielen. Letzterer kam im Sommer auf Leihbasis vom FC Chelsea nach Dortmund und überzeugte bisher als abgeklärter, zweikampfstarker Verteidiger.
Als Schienenspieler auf der linken Seite hat sich ein weiterer Neuzugang schnell als Verstärkung erwiesen: Der Schwede Daniel Svensson (FC Nordsjaelland/Dänemark) erzielte gegen Villarreal bereits sein zweites Tor in der laufenden Champions-League-Saison und war zudem in der Bundesliga schon einmal erfolgreich. Auf den Außenbahnen stehen darüber hinaus Julian Ryerson, Yan Couto und Maximilian Beier zur Verfügung. Große Auswahl hat Kovac auch im Mittelfeld. Im Zentrum kommt der vom AFC Sunderland verpflichtete Jobe Bellingham immer besser in Fahrt. Der jüngere Bruder von Real-Profi Jude zeigte nach kleineren Anlaufschwierigkeiten zuletzt defensiv wie offensiv klar ansteigende Form. „Er ist präsent, hat eine gute Physis und spielerische Qualität“, lobt Kovac den 20 Jahre alten Briten. Dessen Positions-Konkurrenten heißen Felix Nmecha, Marcel Sabitzer, Pascal Groß und Salih Özcan.
Deutliche Fortschritte macht auch ein weiterer Engländer beim BVB: Carney Chukwuemeka, wie Anselmino vom FC Chelsea gekommen, agiert als technisch versierter Spieler zwischen den Linien, arbeitet fleißig gegen den Ball und bringt Tempo, Dynamik und Zielstrebigkeit im Umschaltspiel mit. Gleiches gilt freilich auch für Julian Brandt, Beier und Karim Adeyemi, die sowohl als Vorbereiter wie als Vollstrecker viel Torgefahr ausstrahlen. Topscorer im Team ist Serhou Guirassy mit fünf Treffern und zwei Assists.
Spielerisch hat der BVB noch Luft nach oben. Wie schon häufiger in den ersten elf Bundesligaspielen taten sich die Westfalen auch am vergangenen Dienstag in der Champions League gegen Villarreal vor allem in der ersten Hälfte schwer damit, den Gegner unter Druck zu setzen. Im Aufbau häufig statisch und langsam, leistete sich Schwarz-Gelb viele einfache Ballverluste. Es fehlte an Tempo und Intensität, sodass sich den Spaniern immer wieder Räume boten. Erst in Überzahl entwickelte Dortmund mehr Dominanz. In der Bundesliga sammelte die Borussia bislang etliche Punkte über eher glanzlose Arbeitssiege wie bei den 1:0-Erfolgen gegen Wolfsburg, Köln und Augsburg. In elf Spielen kommt der BVB auf 19 Tore – gleich sieben Teams haben mehr Treffer erzielt. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Torjäger Serhou Guirassy noch nicht so konstant einnetzt, wie in der vergangenen Saison, in der er mit 21 Treffern – gemeinsam mit Patrik Schick – hinter Münchens Harry Kane Zweiter in der Torjägerliste wurde.
Während sie vorne in der Liga noch selten ein Feuerwerk zünden konnten, bestechen die Borussen hinten mit defensiver Stabilität. Neben den drei oben erwähnten Zu-Null-Siegen behielt der BVB noch drei weitere Male eine Weiße Weste. Nur beim FC Bayern stand ebenfalls sechsmal die Null. Und nur der Rekordmeister hat bislang noch weniger Gegentore (8) kassiert als Dortmund (10). Auch wenn die Offensive insgesamt noch unter ihren Möglichkeiten blieb: Qualitativ hochwertig besetzt ist sie allemal. Wenn der Knoten bei Guirassy, Adeyemi, Beier, Brandt und Co. richtig platzen sollte, zählen die Schwarz-Gelben zweifellos zu den umschaltstärksten Teams der Liga.

Wie bereits in den Jahren zuvor wurden im Rahmen der Tandem Young Coach-Ausbildung der Scort Foundation in Kooperation mit der Football Club Social Alliance (FCSA) auch 2026 wieder 22 Teilnehmende zu Fußballtrainern für Menschen mit Behinderung ausgebildet. Mit dabei in Karlsruhe war als langjähriger FCSA-Partnerklub auch Bayer 04. Gemeinsam als Tandem durchliefen Personen mit und ohne Behinderung die Ausbildung und lernten so aus unterschiedlichen Perspektiven voneinander. Nach spannenden und lehrreichen Tagen kehrte auch das Leverkusener Duo mit viel neuem Wissen und einem offiziellen Zertifikat zurück unters Kreuz.
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