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26.04.2024Bundesliga

Gegner-Check: Voll auf Champions-League-Kurs

Gar keine Frage: Der VfB Stuttgart zählt zu den größten Überraschungen dieser Saison und begeistert seine Fans mit mitreißendem, erfolgreichem Offensivfußball. Der Tabellendritte musste zwar am vergangenen Wochenende in Bremen nach langer Zeit mal wieder einen kleinen Dämpfer hinnehmen, will aber an diesem Samstag, 27. April (Anstoß: 18.30 Uhr), beim Topspiel gegen die Werkself in die Erfolgsspur zurückkehren. Auf ihren Taktgeber im Mittelfeld müssen die Schwaben in der BayArena allerdings verzichten. Der Gegner-Check.
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Position

In Bremen riss die Serie des VfB Stuttgart, der zuvor elf Bundesligaspiele in Folge ohne Niederlage geblieben war (neun Siege, zwei Unentschieden). Seit dem DFB-Pokal-Viertelfinale im Februar in der BayArena hatte das Team von Trainer Sebastian Hoeneß kein Pflichtspiel nicht mehr verloren. Und auch in Leverkusen ging es denkbar knapp zu. Zweimal waren die Schwaben dort in Führung gegangen, zweimal glich Bayer 04 aus, ehe Jonathan Tah die Werkself in der letzten Minute zum 3:2-Sieg köpfte – gegen eine der stärksten Mannschaften, auf die Schwarz-Rot in dieser Saison bislang getroffen ist.

In Bremen aber taten sich die Stuttgarter zunächst ungewohnt schwer. „Die erste Hälfte war eine unserer schwächsten Halbzeiten in dieser Saison“, sagte Stürmer Deniz Undav. „Wir hatten keinen richtigen Zugriff aufs Spiel, jeder zweite Ball war beim Gegner“, haderte der deutsche Nationalspieler, der früh die Möglichkeit zum 1:0 für die Gäste vergeben hatte. Die Chancenverwertung gegen leidenschaftliche Werderaner ließ auch im weiteren Spielverlauf zu wünschen übrig. So analysierte Hoeneß nach dem 1:2 an der Weser selbstkritisch: „Die Bremer haben das an den Tag gelegt, was uns heute gefehlt hat: Effizienz und Genauigkeit.“ Und auch Außenbahnspieler Maximilian Mittelstädt konstatierte: „In den vergangenen Wochen waren wir immer an unserem Leistungslimit, das hat heute ein Stück weit gefehlt.“

Dennoch: Der VfB Stuttgart spielt eine überragende Saison. Die Schwaben, die im vergangenen Jahr noch in die Relegation mussten, sind aktuell als Tabellendritter voll auf Champions-League-Kurs. Vier Spieltage vor Schluss hat der VfB vier Punkte Vorsprung vor dem Vierten RB Leipzig und gar sechs Zähler vor dem Fünften Borussia Dortmund. Die Verfolger treffen am Samstagnachmittag im direkten Duell aufeinander. 

Personal

Sein Ausfall dürfte den VfB schmerzen: Angelo Stiller, der Taktgeber im Stuttgarter Mittelfeld, wird in Leverkusen gelbgesperrt fehlen. Der gebürtige Münchner „mit der außergewöhnlichen Spielintelligenz“ (Sebastian Hoeneß) sorgte in fast allen Partien für die Balance und Ordnung im Spiel der Schwaben. Im zentralen Mittelfeld könnten also am Samstag der ebenso unverzichtbare Atakan Karazor und der sonst gerne etwas offensiver agierende Enzo Millot ein Sechser-Duo bilden. Auf den Außenbahnen waren zuletzt Neu-Nationalspieler Maximilian Mittelstädt und Jamie Leweling erste Wahl. Kapitän Waldemar Anton, der VfB-Spieler mit den meisten Einsatzminuten, und Hiroki Ito sind in der Abwehr gesetzt. Auch der Grieche Leonidas Stergiou und Pascal Stenzel stehen hier bereit.

In der Offensive führt kein Weg vorbei an den Torjägern Serhou Guirassy und Deniz Undav sowie Chris Führich. Letzterer stand in Bremen erstmals in dieser Saison nicht in der Startelf. Er kam erst zur zweiten Hälfte und bestritt an der Weser sein 100. Pflichtspiel für die Schwaben. Verletzungsbedingt stehen den Stuttgartern in Leverkusen die Verteidiger Dan-Axel Zagadou (Kreuzbandriss) und Josha Vagnoman (Fußverletzung) ebenso nicht zur Verfügung wie Mittelfeldspieler Nikolas Nartey (Trainingsrückstand).

Prunkstück

Was für ein Angriffsduo: Deniz Undav, der beim 1:2 in Bremen sein 17. Saisontor erzielte, und Serhou Guirassy (25) trafen gemeinsam bereits 42-mal für den VfB. Damit schossen die beiden knapp zwei Drittel aller Stuttgarter Tore (68). Zwei Spieler mit 17 oder mehr Toren innerhalb einer Saison – das gab es beim VfB bisher überhaupt erst einmal: 1996/97 mit Fredi Bobic (19) und Giovane Elber (17). Krassimir Balakov (13) komplettierte damals das „magische Dreieck“. Heute ist Chris Führich (7) der dritte im Bunde eines bärenstarken Trios. Dass auch er immer für einen Treffer gut ist, hat der 26-Jährige in beiden bisherigen Saisonspielen gegen die Werkself bewiesen. Sowohl beim 1:1 in der Bundesliga-Hinrunde als auch beim 2:3 im Viertelfinale des DFB-Pokals hat der deutsche Nationalspieler für den VfB jeweils einmal eingenetzt.

Nach dem FC Bayern (87), Bayer 04 (75) und RB Leipzig (69) stellen die Schwaben die viertbeste Offensive der Liga. Der Schnitt von 2,3 Toren pro Spiel ist der beste für den VfB seit 40 Jahren – in der Saison 1983/84 kam er auf denselben Wert. Aber auch defensiv ist das Team von Sebastian Hoeneß sehr gut aufgestellt. Die 36 Gegentore sind ebenfalls der viertbeste Wert in der Liga.

Probleme

Der VfB zeigt kaum Schwächen in dieser Saison. In Bremen waren ausnahmsweise einige zu sehen. Zweikampfführung, Passspiel und Chancenverwertung – in diesen Bereichen fehlte an der Weser phasenweise die nötige Konsequenz und Effizienz. „Wir müssen mit diesem Dämpfer leben. Heute hat das eine oder andere Prozent gefehlt“, sagte Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Während die Weiß-Roten zu Hause in der MHP-Arena eine Macht sind, haben sie auswärts sechs ihrer insgesamt sieben Saisonniederlagen hinnehmen müssen.

Gerade Bayer 04 ist nicht unbedingt der Lieblingsgegner der Schwaben. Gegen keinen anderen Verein fuhr die Werkself so viele Pflichtspielsiege ein wie gegen Stuttgart. 44-mal gewann Schwarz-Rot (bei 22 Remis und 23 Niederlagen). Von den letzten 25 Pflichtspielen gegen Bayer 04 konnte der VfB nur eines für sich entscheiden (mit 1:0 im April 2018 in der BayArena). Die vergangenen sechs Heimspiele gewann allesamt die Werkself.

Prognose

In Leverkusen wolle man es wieder besser machen, sagten Trainer Sebastian Hoeneß und Torjäger Deniz Undav gleich nach der Partie beim SV Werder fast unisono. Sie werden sich in der Vorbereitung auf das Topspiel zweifellos auch an den DFB-Pokalkrimi in der BayArena erinnern. Es dürfte auch diesmal wieder ein Duell auf Augenhöhe werden. Erst Leverkusen, eine Woche später zu Hause gegen den FC Bayern – die nächsten beiden Begegnungen in der Bundesliga haben es in sich für den VfB. Aber der Klub darf selbstbewusst und relativ gelassen in diese Spiele gehen. Denn Platz 5 ist den Schwaben bereits sicher. Und vermutlich wird dieser Rang für die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison reichen: Nach derzeitigem UEFA-Koeffizienten-Ranking ständen der Bundesliga dann fünf Tickets für die Königsklasse zu.

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