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17.10.2026Bundesliga

Gegner-Check: Tabellenführer mit guter Balance auf Erfolgskurs

Der SC Freiburg ist beeindruckend in die Saison gestartet: Wettbewerbsübergreifend sind die Breisgauer in neun Pflichtspielen noch ungeschlagen, acht davon gewannen sie. An diesem Sonntag, 18. Oktober (Anpfiff: 15.30 Uhr/live bei DAZN und im Werkself-Radio), tritt der aktuelle Bundesliga-Spitzenreiter in der BayArena an. Dort muss das Team von Trainer Julian Schuster allerdings auf seinen bislang erfolgreichsten Torschützen verzichten. Der Gegner-Check.
SC Freiburg beim Torjubel

Position

Viel besser hätte der Saisonbeginn für den SC Freiburg nicht laufen können: Die Breisgauer führen die Bundesliga-Tabelle nach fünf Spielen mit 13 Punkten an und weisen ein Torverhältnis von 14:4 auf. So erfolgreich waren sie in der Liga zu diesem Zeitpunkt in ihrer Klubgeschichte noch nie. Am vergangenen Wochenende bewies das Team zudem, wie stark es auch in schwierigen Situationen reagieren kann. Beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 hatte Yuito Suzuki in der 64. Minute beim Stand von 1:1 die Gelb-Rote Karte gesehen. Dennoch gelang den Gastgebern kurz vor Schluss zu zehnt noch der Siegtreffer. „Ich bin stolz darauf, dass die Jungs das auch in Unterzahl durchgezogen haben. Wir haben es geschafft, dass man den Spieler weniger gar nicht gemerkt hat. Deswegen war es am Ende auch verdient“, sagte Trainer Julian Schuster im Anschluss an den vierten Sieg im fünften Ligaspiel. Zuvor hatte seine Mannschaft gegen den SV Werder Bremen (4:1), SC Paderborn (1:0) und Borussia Mönchengladbach (5:0) gewonnen. Nur bei Eintracht Frankfurt (2:2) musste man sich mit einem Punkt begnügen.

Auch im DFB-Pokal hielt sich Freiburg in der 1. Runde schadlos und siegte souverän mit 5:1 bei Drittligist Fortuna Düsseldorf. Erfolgreich verlief zudem der Auftakt in die Ligaphase der UEFA Conference League, wo das Schuster-Team am vergangenen Donnerstag den tschechischen Vertreter FC Jablonec 3:2 besiegte. Dabei gelangen Vincenzo Grifo mit einem Freistoß und Maximilian Eggestein mit einer Direktabnahme zwei sehenswerte Treffer. Julian Schuster war nach seinem 100. Pflichtspiel als Trainer der Freiburger dennoch nicht ganz zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Der Gegner hatte wenig Möglichkeiten, dafür hat er dann einfach zu viele Tore geschossen.“

In den kommenden Tagen stehen die Breisgauer nun national wie international vor anspruchsvollen Aufgaben: Eine Woche nach dem Auswärtsspiel in Leverkusen an diesem Sonntag empfängt der SCF im Europa Park Stadion den FC Bayern. Zwischen diesen beiden Duellen geht es in der Conference League zur AS Monaco/Frankreich.

„Wir haben es geschafft, dass man den Spieler weniger gar nicht gemerkt hat. Deswegen war es am Ende auch verdient.Freiburg-Coach Julian Schuster nach dem 2:1-Erfolg in Unterzahl gegen Schalke 04

Personal

Da der Japaner Suzuki aufgrund seiner Gelb-Roten Karte aus dem Schalke-Spiel gesperrt ist, wird Schuster am Sonntag erstmals in dieser Saison auf der Zehner-Position umstellen müssen. Suzuki hat in den ersten Partien seine Rolle als Unterschiedsspieler der Freiburger bestätigt und unter anderem dank eines Dreierpacks gegen Werder Bremen bereits vier Tore beigesteuert. Für den bislang erfolgreichsten Freiburger Torschützen könnte Lucas Höler in die Startelf rücken, die in den vergangenen drei Ligaspielen unverändert geblieben war.

Vor Torhüter Mio Backhaus verteidigten in der Viererkette stets Philipp Treu auf der rechten Abwehrseite, die beiden Innenverteidiger Matthias Ginter und Philipp Lienhardt sowie links Jordy Makengo. Im zentralen Mittelfeld setzte Schuster auf das bewährte Duo Yannik Engelhardt und Maximilian Eggestein. Offensiv wirbelten Derry Scherhant (links), Suzuki, Niklas Beste (rechts) und Mittelstürmer Igor Matanovic. Ein eingespieltes Team, in dem selbst jemand wie Innenverteidiger Max Rosenfelder bislang erst auf einen Bundesliga-Einsatz kommt. Dabei gehörte der 23-Jährige kürzlich ebenso wie seine Teamkollegen Treu, Engelhardt und Scherhant zum 44-köpfigen Aufgebot von Bundestrainer Jürgen Klopp. Aber der SCF verfügt eben über einen Kader mit hoher Leistungsdichte. So kann Schuster auch mit Spielern von der Bank immer wieder entscheidende Impulse setzen – wie zuletzt gegen Schalke, als die beiden Joker Vincenzo Grifo und Keisuke Goto in Co-Produktion für den Siegtreffer sorgten.

Ausfallen werden in Leverkusen neben Suzuki voraussichtlich nur die verletzten Florent Muslija (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Bruno Ogbus (muskuläre Probleme) und Berkay Yilmaz (angeschlagen).

Julian Schuster, Vincenzo Grifo und Lukas Kübler
Julian Schuster kann auch von der Bank regelmäßig viel Qualität bringen – hier wechselt er Vincenzo Grifo und Lukas Kübler ein.

Probleme

Große Schwächen sind bei den Breisgauern derzeit kaum auszumachen. Gegen Jablonec verteidigten sie phasenweise etwas zu sorglos. Und bei Standards gegen sich sind sie zuweilen anfällig: Drei ihrer vier Gegentore in der Bundesliga fielen nach ruhenden Bällen. Dass die Freiburger Werte bei den absolvierten Sprints (156 pro Spiel) und der Gesamtlaufleistung (116,3 Kilometer pro Spiel) zu den schwächeren in der Liga zählen, sagt nicht viel aus – schließlich hat der SCF die meisten Partien über weite Strecken dominiert. Es bleibt aber abzuwarten, wie die Mannschaft in Leverkusen den Ausfall von Kreativ-Kopf Suzuki kompensieren kann.

Prunkstück

Freiburg erzielte ligaweit die drittmeisten Tore (14, wie die Werkself) nach dem FC Bayern München (16) und RB Leipzig (15). So viele Treffer gelangen dem Klub aus dem Schwarzwald nach fünf Ligaspielen noch nie. Zwei besondere Stärken der Breisgauer: Mit vier Kopfballtoren und drei Treffern von außerhalb des Sechzehners sind sie in diesen Statistiken Ligaspitze. Pro Tor brauchte Freiburg im Schnitt nur 2,6 Chancen, so effizient war bislang keine andere Mannschaft. Wie schwer die Badener vom Ball zu trennen sind, zeigt auch ein Blick auf diese Statistik: Durchschnittlich 14-mal pro Spiel wurde ein Freiburger Profi mit unfairen Mitteln gestoppt – so viele Fouls gab es gegen keine andere Mannschaft. Auch defensiv macht der SCF einen stabilen Eindruck. Lediglich vier Gegentore musste Torhüter Backhaus bisher hinnehmen. Nur der FC Bayern und Borussia Dortmund kommen auf denselben Wert.

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