
Die jüngste Geschichte der SV 07 Elversberg ist ein Fußballmärchen, das längst eine ausführliche filmische Dokumentation verdient hätte. Noch vor vier Jahren spielte der Dorfklub aus der Gemeinde Spiesen-Elversberg in der Regionalliga. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga gelang in der Saison 2022/23 der direkte Durchmarsch in die 2. Bundesliga. Schon zwei Jahre später qualifizierte sich die SVE als Dritter für die Relegationsspiele zur Bundesliga, scheiterte 2025 nur knapp an Heidenheim. Anschließend verließen der langjährige Trainer Horst Steffen und sechs Leistungsträger den Verein. Manche Experten zählten Elversberg deshalb vor der Saison 2025/26 zu den Abstiegskandidaten. Sie lagen voll daneben mit ihrer Prognose. Vielleicht hatten sie auch den neuen Chefcoach unterschätzt.
Vincent Wagner jedenfalls gelang es in Rekordtempo, eine neue schlagkräftige Truppe aufzubauen: Am 17. Mai 2026 feierte die Mannschaft mit ihren Fans den direkten Aufstieg in die Bundesliga – der vorläufige Höhepunkt einer atemberaubenden Entwicklung. Drei Aufstiege innerhalb von vier Jahren. Elversberg ist der 59. Bundesligist der Geschichte – und nach Borussia Neunkirchen, dem 1. FC Saarbrücken sowie dem FC Homburg erst der vierte Klub aus dem Saarland im deutschen Fußball-Oberhaus.
Nur 13.000 Einwohner zählt die Gemeinde, damit ist Elversberg der kleinste Standort, den es je in der Bundesliga gab. Der Aufstieg – ein Wunder, das der 40 Jahre alte Chefcoach mit der Mondlandung verglich. „Und mit der Mannschaft jetzt in Liga 1 den Klassenerhalt zu schaffen, wäre wie die Reise zum Mars“, sagte Vincent Wagner vor dem Saisonstart. Eine Reise ins Ungewisse ist die erste Saison in der Bundesliga für die SV Elversberg allemal, der Nichtabstieg das große Ziel.
Immerhin: Der Klub scheint gut gerüstet zu sein für die „Marsmission“. In der Vorbereitung gewannen die Saarländer fünf von neun Testspielen, darunter ein 5:2-Sieg gegen den Conference-League-Halbfinalisten Racing Straßburg. Auch in der 1. Runde des DFB-Pokals setzte sich Elversberg am vergangenen Wochenende durch und bezwang den MSV Duisburg 3:1. Matchwinner dabei war der von Bayer 04 ausgeliehene Francis Onyeka, der beim Stand von 1:1 eingewechselt worden war und die SVE kurz vor Spielende innerhalb von drei Minuten mit einem Doppelpack zum Sieg schoss. Jetzt freut sich der 19-Jährige aufs Wiedersehen mit der Werkself.

Onyeka war als Kapitän der deutschen U19-Nationalmannschaft im Sommer Vize-Europameister geworden und konnte erst mit Verspätung ins Training der Saarländer einsteigen. In der vergangenen Saison hatte er – ebenfalls auf Leihbasis – beim VfL Bochum 1848 gespielt. Jetzt soll er weitere wertvolle Spielpraxis beim Bundesliga-Aufsteiger Elversberg sammeln. Im Mittelfeldzentrum fühlt sich Onyeka am wohlsten. Dort ist die Konkurrenz allerdings groß. Denn die SVE verpflichtete in Maurice Krattenmacher (FC Bayern München) und Noah Darvich (Leihspieler vom VfB Stuttgart) zwei weitere hochtalentierte Kicker fürs Mittelfeld. Neu im Team von Trainer Vincent Wagner sind zudem Innenverteidiger Luca Sirch (1. FC Kaiserslautern) sowie die beiden Stürmer Cole Campbell (zuletzt von Borussia Dortmund an die TSG Hoffenheim verliehen) und Noel Futkeu (auf Leihbasis von Eintracht Frankfurt), der in der vergangenen Saison mit 19 Treffern für die SpVgg Greuther Fürth Torschützenkönig in der 2. Bundesliga wurde.
Von den Stammspielern hat lediglich der von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Spielmacher Bambasé Conté das Saarland verlassen und ist nach Sinsheim zurückgekehrt. Die „Elv“ ist also weitgehend eingespielt, viele Abläufe sind automatisiert. Wie in der Vergangenheit setzt der Klub auf eine Mischung aus langjährig etablierten Leistungsträgern und jungen Wilden. Coach Wagner lässt dabei meist im 4-2-3-1 spielen. Die Nummer 1 im Tor ist der Österreicher Nicolas Kristof, der in den vergangenen vier Jahren nur vier Spiele verpasste. In der Viererkette zählen wie in der zurückliegenden Saison Kapitän Lukas Pinckert, Maximilian Rohr, Florian Le Joncour, Jan Gyamerah und Lasse Günther zu den Stammkräften. Letzterer ist einer der schnellsten Spieler im Kader und bereitete über seine linke Seite in der vergangenen Saison acht Treffer vor.
Feste Größen im defensiven Mittelfeld sind der Pole Lukasz Poreba und Felix Keidel, der als Gewinner der Vorbereitung gilt und sich gegen den erfahreneren Amara Condé durchsetzen konnte. Auch in der Abteilung Offensive stehen dem Trainer neben Onyeka, Darvich, Krattenmacher und Campbell viele weitere Alternativen zur Verfügung. Zum Beispiel Lukas Petkov, der erfolgreichste Torschütze und Scorer der vergangenen Saison. Der Bulgare schoss 13 Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Auf der Mittelstürmer-Position stehen David Mokwa, Noel Futkeu, Luca Schnellbacher und – nach langer Verletzungspause – Luca Pfeiffer bereit. Letzterer verfügt als einziger Spieler im Kader über nennenswerte Bundesliga-Erfahrung. Der 30-Jährige bestritt für den VfB Stuttgart und den SV Darmstadt 98 insgesamt 43 Partien im Oberhaus.
Möglicherweise könnte eben diese fehlende Bundesliga-Erfahrung zum größten Problem des Aufsteigers werden. Wie schnell wird sich die SVE ans höhere Tempo und ans stärkere Spielniveau anpassen können? „Wir werden jede Woche gegen Mannschaften spielen, die erfahrener, individuell stärker und abgezockter sind. Es wird kaum ein Spiel geben, in dem wir auf dem Papier im Vorteil sind“, weiß Vincent Wagner. Der ausgebildete Lehrer (Sport und Geschichte) hat Respekt vor der neuen Aufgabe. „Fürchten muss sich vor uns niemand, aber wir werden versuchen, uns nicht zu verstellen und unser Ding durchzuziehen, auch wenn wir sicher auch Lehrgeld zahlen und auf den Deckel bekommen werden.“
Wagner hat eine konkrete fußballerische Idee: Dominante Spielweise, mutiger Offensivfußball mit viel Ballbesitz (im Schnitt 53 % in der vergangenen Saison bei einer Passquote von 83,1 %). Seine Mannschaft will die Spielkontrolle, praktiziert hohes Pressing und sucht über zwei klare Außenstürmer immer wieder das Dribbling. In der vergangenen Saison stellte Elversberg mit 64 Toren die stärkste Offensive der 2. Bundesliga, verzeichnete 15 Torschüsse pro Spiel. „Meine Idee ist, ganzheitlich beides zu beherrschen, sowohl das Spiel gegen den Ball als auch Ballbesitzfußball, wie ihn bei Barca Trainer wie Guardiola oder Cruyff geprägt haben", zieht Wagner prominente Namen heran, um seine Philosophie zu verdeutlichen. Weil er über langjährige Erfahrung im Jugendbereich beim VfL Bochum 1848, dem MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen und zuletzt bei der U23 der TSG Hoffenheim verfügt, ist Wagner prädestiniert für die Arbeit mit Talenten, von denen er so viele in seinem Kader hat.

Den Bundesliga-Auftakt der Saison 2026/27 bestreitet die Werkself bei Aufsteiger SV 07 Elversberg. Anpfiff ist am Samstag, 29. August, um 15.30 Uhr. Seit dem vergangenen Wochenende ist zudem das neue Fan-Mitfahrportal WERKSELFgo im Einsatz. Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde zusammengefasst.
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Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele der Werkself in der Saison 2026/27.
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Aufsteiger SV 07 Elversberg geht als 59. Bundesligist der Geschichte in die Saison 2026/27. Zur Premiere empfangen die Saarländer an diesem Samstag, 29. August (Anpfiff 15.30 Uhr/live bei Sky sowie WOW und im Werkself-Radio), die Werkself in der gerade im Umbau befindlichen URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde. Für einen Leverkusener in Reihen der „Elv“ wird das Duell zu einem besonderen Wiedersehen. Der Gegner-Check.
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Auch für die Traditionsmannschaft von Bayer 04 beginnt die Saison 2026/27. Die Leverkusener Routiniers treten am kommenden Samstag, 29. August, bei der Saisoneröffnung des SSV Berghausen im benachbarten Langenfeld (Baumberger Str. 60) an. Anstoß ist um 13 Uhr - somit ist der Besuch dieser Partie mit dem Bundesliga-Auftakt der Werkself ab 15.30 Uhr bei der SV 07 Elversberg problemlos kombinierbar.
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Die Anstoßzeit für den ersten Auftritt der Bayer 04-Frauen im DFB-Pokal 2026/27 steht fest: Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstagvormittag bekannt gab, treten die Leverkusenerinnen in der 1. Hauptrunde am Sonntag, 27. September, um 14 Uhr, beim Zweitligisten FC Viktoria Berlin an.
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