
Nur ein Sieg gelang dem VfL Wolfsburg bislang in diesem Kalenderjahr, das mit einer historischen 1:8-Niederlage beim FC Bayern München begonnen hatte. Nie zuvor in ihrer Bundesliga-Geschichte hatten die Niedersachsen so hoch verloren. Nur wenige Tage später folgte zwar Mitte Januar ein 2:1-Erfolg zu Hause gegen den FC St. Pauli. Aber seitdem haben die Wölfe kein Spiel mehr gewonnen. Sieben Niederlagen und drei Remis – diese Bilanz aus den vergangenen zehn Partien führte zum Absturz auf Rang 17. Der VfL, der mit Paul Simonis als Trainer in die Saison gestartet war und vor dem Hinrunden-Duell gegen die Werkself (1:3) Daniel Bauer als Interimscoach präsentiert hatte, geht nun mit Dieter Hecking als drittem Trainer in dieser Spielzeit in den Kampf um den Klassenerhalt.
Es ist Heckings zweite Amtszeit bei den Wölfen. Die erste hatte im Dezember 2012 begonnen. Drei Jahre später führte der Coach den VfL zur Vizemeisterschaft und zum Titel im DFB-Pokal, ein Jahr darauf gewann er mit den Niedersachsen den Supercup. Nun soll der 61-Jährige die Wolfsburger vor ihrem ersten Bundesliga-Abstieg retten. Vor drei Wochen trat Hecking an und holte mit dem Team bei seiner Premiere einen 1:1-Achtungserfolg bei der TSG Hoffenheim. Vor der Länderspielphase musste der VfL aber eine 0:1-Heimniederlage gegen den direkten Keller-Konkurrenten SV Werder Bremen hinnehmen. Dabei waren die Gastgeber über weite Strecken die aktivere Mannschaft, die auch hinten stabil stand – und die dennoch ein entscheidendes Mal nicht konzentriert genug war. Heckings Fazit: „Wir haben insgesamt sehr wenig zugelassen. Was man uns heute vorwerfen kann: Im letzten Drittel waren wir zu unsauber. In diesem Spiel ging es darum, wer das erste Tor schießt. Wir hatten Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen, machen das Tor aber nicht und bekommen dann ein unglückliches Gegentor.“
Es war eine Heimniederlage, die besonders wehtat. Denn mit einem Sieg hätte man punktemäßig zum Tabellen-16. FC St. Pauli aufschließen können. So aber beträgt der Rückstand auf die Hamburger weiterhin drei Punkte. Platz 15, der den direkten Klassenerhalt bedeuten würde, liegt bereits fünf Zähler entfernt. Mit 21 Punkten nach 27 Partien spielen die Niedersachsen die schwächste Bundesligasaison der Klubgeschichte. Vor der entscheidenden Phase geben sich die Verantwortlichen kämpferisch: „Bis es nicht mehr möglich ist, machen wir weiter. Es sind weniger Spiele, weniger Chancen, aber es ist noch nicht alles verloren“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler nach der Niederlage gegen Bremen.
Dieter Hecking fand nach seinem Amtsantritt schnell zu einer Stammformation. Im 3-4-3-System bildeten Konstantinos Koulierakis, der im Winter von Bayer 04 ausgeliehene Jeanuel Belocian und Moritz Jenz die Dreierkette. Weil Letzterer beim 0:1 gegen Bremen Gelb-Rot sah, wird Hecking in Leverkusen umstellen müssen. Denis Vavro oder Jonas Adjetey könnten die Position von Jenz übernehmen. Anders als Belocian, der sich schnell zur Stammkraft entwickelte, begann Winter-Zugang Adjetey (FC Basel) bislang erst einmal in der Startelf.
Im zentralen Mittelfeld vertraute Hecking zuletzt Vinicius Sousa und Christian Eriksen, während Joakim Maehle und Sael Kumbedi die Schienenpositionen übernahmen. Als Alternativen auf den Flügeln stehen Patrick Wimmer und Mattias Svanberg bereit. Sollte VfL-Kapitän Maximilian Arnold fit sein, könnte auch er als Sechser auflaufen. In den vergangenen Wochen hatte der Rekordspieler der Wölfe wegen Leistenbeschwerden häufiger passen müssen. Vorne haben Jesper Lindström und Mohammed Amoura gute Chancen auf einen Einsatz in der Startelf. Im Sturmzentrum stehen sowohl Jonas Wind als auch Dzenan Pejcinovic oder Winter-Neuzugang Kento Shiogai zur Wahl. Fehlen wird in Leverkusen neben Moritz Jenz auch der gelbgesperrte Mittelfeldspieler Lovro Majer. Zudem stehen verletzungsbedingt Jenson Seelt, Cleiton, Rogério, Kilian Fischer, Kevin Paredes und Bence Dardai nicht zur Verfügung.
In der Defensive sind die Wölfe mit 57 Gegentoren nach Heidenheim (61) das zweitschwächste Team der Liga. Nur einmal in den bisherigen 27 Spielen behielt der VfL eine weiße Weste. Vor allem in der Schlussphase schwächeln die Grün-Weißen: Keine Mannschaft kassierte in der letzten Viertelstunde mehr Treffer als der VfL (17). Obwohl die Niedersachsen in 16 Partien in Führung lagen, gewannen sie nur fünf davon. Insgesamt 28 abgegebene Punkte nach Führungen - Top-Negativwert unter allen Bundesligisten. Auf der anderen Seite: 18-mal geriet der VfL bislang in Rückstand – keine einzige dieser Partien konnte er noch gewinnen, lediglich noch zwei Remis erreichen. Insbesondere in der heimischen Volkswagen Arena tun sich die Wölfe schwer: Der VfL ist die einzige Mannschaft im Tableau, die auswärts mehr Punkte geholt hat als zu Hause. Zwölf Zähler sammelten die Wolfsburger in der Fremde, nur neun stehen nach 14 Partien vor eigenem Publikum zu Buche. Damit sind die Niedersachsen das heimschwächste Team der Liga.
Nun stehen sie vor einem schwierigen Restprogramm: Mit Bayer 04, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Union Berlin, dem SC Freiburg und dem FC Bayern München hat das Hecking-Team in den letzten sieben Begegnungen noch fünf Teams aus der oberen Tabellenhälfte vor der Brust. Möglicherweise könnte das letzte Saisonspiel beim FC St. Pauli zum Endspiel um den Klassenerhalt werden – notfalls auch über den Weg in die Relegation. Es wäre die dritte der Klubgeschichte. So betont VfL-Aufsichtsrat Diego Benaglio: „Mit Blick auf die Tabelle muss es das realistische Ziel sein, dass wir uns Richtung Relegation arbeiten und erst einmal um Platz 16 kämpfen.“ Dafür brauchen die Wolfsburger schnellstmöglich Siege.
Auch wenn die Ergebnisse oft nicht stimmten: Fußballerisch haben die Wölfe in der Rückrunde schon häufig gezeigt, was sie draufhaben. Beim 0:1 in Köln waren sie in der zweiten Hälfte das klar bessere Team. „Da haben wir mit hoher Intensität, mit Mut und Risiko nach vorne gespielt“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler. Mit hohem Pressing und schnellem Umschalten erarbeitete sich der VfL auch eine Woche später beim 1:2 gegen Borussia Dortmund zahlreiche Torchancen, vergab aber zu viele davon und musste kurz vor dem Abpfiff wieder einmal einen späten Nackenschlag hinnehmen. Auch beim 2:2 bei RB Leipzig führten die Wolfsburger zweimal und kassierten erneut spät den Ausgleich.
In Mittelfeld und Angriff verfügt der VfL über viele torgefährliche Spieler. Achtgeben sollte die Werkself vor allem auf Topscorer Mohammed Amoura (8 Tore, 4 Assists). Der 1,70-Meter-Angreifer ist schnell und wendig. Und ein Schlüsselspieler im Abstiegskampf. Auf die Tore und Vorlagen des Algeriers wird es ankommen. „Sie müssen schauen, dass er jede Woche auf dem Platz steht. Das ist die Hoffnung für den VfL Wolfsburg“, sagt etwa Sky-Experte Didi Hamann. Eine andere Hoffnung ist der bislang konstanteste Wolfsburger: Torhüter Kamil Grabara. Der polnische Nationalspieler hat nach dem St. Paulianer Nikola Vasilj (28) die zweitmeisten Großchancen vereitelt (25) und nach dem Mönchengladbacher Moritz Nicolas (100) auch die zweitmeisten Torwart-Paraden (97) gezeigt. Grabara hielt zudem bereits drei Elfmeter.

Beim internationalen Turnier im niederländischen Lunteren landete die U14 von Bayer 04 auf Rang elf, bevor das Team sich tags darauf in der Liga trotz der Doppelbelastung ein 1:1 gegen den SC Preußen Münster erkämpfte. Dank des vierten Sieges hintereinander steht die U13 weiterhin auf Rang drei und hat im Meisterschaftsrennen alle Trümpfe in der Hand. Und die U12-Juniorinnen präsentierten sich ebenfalls in Top-Form und besiegten den Tabellendritten. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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