
Fünfmal hintereinander sprang zuletzt jeweils die maximale Punktzahl heraus: RB Leipzig kommt gemeinsam mit dem FC Bayern auf die aktuell längste Siegesserie ligaweit. Von den zurückliegenden elf Bundesligaspielen verloren die Sachsen nur eines (0:1 beim VfB Stuttgart) und holten 26 von 33 möglichen Punkten (8 Siege, 2 Remis). Das formstarke Team von Trainer Ole Werner ist als Tabellendritter und mit fünf Punkten Vorsprung vor den Plätzen vier und fünf auf dem besten Weg, sich für die UEFA Champions League zu qualifizieren. Mit einem Sieg in Leverkusen an diesem Samstagabend könnten die Roten Bullen das große Ziel bereits aus eigener Kraft erreichen. Möglicherweise reicht ihnen auch schon ein Remis, je nachdem, wie das bereits am Nachmittag stattfindende direkte Duell zwischen dem Fünften TSG Hoffenheim und dem Vierten VfB Stuttgart ausgehen wird.
Wie dem auch sei: RB Leipzig befindet sich drei Spieltage vor Saisonende in einer komfortablen Situation. Nachdem der Klub in der vergangenen Spielzeit erstmals seit seinem Bundesliga-Aufstieg im Jahr 2016 die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb verpasst hatte und nur auf Platz 7 eingelaufen war, ist die Rückkehr in die Beletage des europäischen Fußballs nun greifbar nahe. Das Ticket für einen internationalen Wettbewerb hatte RB bereits mit dem 3:1-Erfolg bei Eintracht Frankfurt am 30. Spieltag gelöst. Nun soll es aber auch die Königsklasse werden. Der 32. Spieltag könnte also nach dem 1. Mai ein weiterer Feiertag für die Sachsen werden.
Am vergangenen Wochenende fuhren sie mit dem 3:1 gegen den 1. FC Union Berlin ihren 19. Sieg in dieser Bundesligasaison ein. Das ist nach 31 Spieltagen eingestellter Klubrekord. „Wir sind echt im Flow“, sagte Außenverteidiger Ridle Baku nach der Partie gegen die Eisernen. Der deutsche Nationalspieler hatte mit seinem Tor zum 3:0 für die Entscheidung gesorgt, nachdem Max Finkgräfe und Romulo die beiden ersten Treffer per Doppelschlag gelungen waren. Leipzig verbuchte zudem noch vier Aluminiumtreffer und ließ weitere Großchancen liegen, während Union durch Danilho Doekhi noch verkürzen konnte. RB-Routinier und Abwehrchef Willi Orban (33) war dennoch glücklich und blickte schon einmal auf das Duell mit der Werkself voraus: „Heute bin ich sehr zufrieden. Jetzt spielen wir in Leverkusen, das wird sehr schwierig. Wir wollen unser Ziel erreichen, in die Champions League zu kommen, dafür müssen wir alles abrufen.“
Sollte RB von den letzten drei Partien noch zwei gewinnen, hätten die Leipziger, die aktuell bei 62 Punkten stehen, zudem eine neue Klub-Bestmarke in ihrem zehnten Jahr im Oberhaus aufgestellt. Gleich in ihrer Debütsaison 2016/17 waren sie mit 67 Punkten Vizemeister geworden.
Kapitän David Raum musste zuletzt gegen Union Berlin aufgrund von Leistenbeschwerden passen. Es bleibt abzuwarten, ob der Nationalspieler bis Samstag wieder einsatzbereit sein wird. Wenn nicht, dürfte erneut Max Finkgräfe seine Position auf der linken Abwehrseite einnehmen. Innenverteidiger Castello Lukeba, der gegen Union wegen einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich fehlte, hat in dieser Woche wieder am Mannschaftstraining teilgenommen und ist ebenso ein Startelf-Kandidat wie Sechser Nicolas Seiwald, der am vergangenen Wochenende aufgrund einer Erkrankung nicht zur Verfügung stand, inzwischen aber genesen ist. Vor Torhüter Maarten Vandevoordt könnte in der Viererkette neben Willi Orban entweder wie zuletzt El Chadaille Bitshiabu oder eben sein französischer Landsmann Lukeba im Zentrum verteidigen. Auf der rechten Abwehrseite ist Ridle Baku erste Wahl. Auch im Mittelfeld der Sachsen sind die Rollen meist klar verteilt und fest in österreichischer Hand: Die Nationalspieler Xaver Schlager, Nicolas Seiwald und Christoph Baumgartner bestimmen in der Regel Rhythmus und Tempo im RB-Spiel. Aber auch der 19 Jahre alte Assan Ouédraogo konnte hier schon auf sich aufmerksam machen. Der deutsche Neu-Nationalspieler sammelte in bisher 16 Einsätzen bereits sechs Scorerpunkte (drei Tore, drei Assists). Auch im Angriff hat Trainer Ole Werner wenig Anlass für personelle Wechsel und dürfte erneut auf das Trio Yan Diomande, Mittelstürmer Romulo und Antonio Nusa setzen.
Fehlen werden den Leipzigern in Leverkusen Ersatztorhüter Leopold Zingerle (Handverletzung), die Mittelfeldspieler Ezechiel Banzuzi (Kapselverletzung im Knie) und Viggo Gebel (Trainingsrückstand nach Kreuzbandriss) sowie Linksaußen Suleman Sani (Muskelverletzung im Hüftgelenksbereich).
Die Chancenverwertung: Es zieht sich durch diese Saison, dass sich RB zwar nach den Bayern und knapp vor der Werkself die meisten Großchancen erspielt, aber bei der Verwertung derselben nur auf Platz 14 landet. Spielerische Dominanz und Offensivpower spiegeln sich nicht immer im Ergebnis. Beispiel Union: „Wir hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit zumachen können“, so Trainer Ole Werner. „Das muss man kritisch anmerken, das hätten wir seriöser zu Ende spielen und mehr Tore erzielen können“, monierte RB-Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer. Allerdings haben die Leipziger auch oft Pech: Insgesamt 17 Aluminiumtreffer sind mit Abstand der höchste Wert ligaweit.

In der Offensive stehen vor allem zwei Namen für die starke Saison der Leipziger: Yan Diomande und Christoph Baumgartner. Youngster Diomande (19) hat in seiner ersten Saison für RB bereits zwölf Treffer erzielt und acht weitere vorbereitet. Seine 20 direkten Torbeteiligungen werden in den europäischen Top-5-Ligen unter den Teenagern nur von Barcelonas Lamine Yamal übertroffen, der auf 27 Scorerpunkte kommt. Diomande, der als Nationalspieler der Elfenbeinküste bei der kommenden WM auf die DFB-Auswahl treffen wird, verbucht zudem die meisten Dribblings (196) in dieser Bundesligasaison und könnte als erster Leipziger die 200er-Marke in einer Spielzeit knacken. Eine Kostprobe seiner Dribbelstärke gab er einmal mehr beim letzten Auswärtsspiel in Frankfurt ab, als Diomande nach einem sehenswerten Sololauf für die Leipziger traf – und damit bereits zum fünften Mal in dieser Saison das 1:0 für seine Mannschaft erzielt hatte. Am vergangenen Wochenende leistete er gegen Union bei zwei Toren die Vorarbeit. „Er ist jemand, bei dem man immer damit rechnet, dass etwas Besonderes passiert“, sagt Trainer Werner. „Ich glaube, es ist mittlerweile so, dass die Außenverteidiger schon hoffen, dass er auf der anderen Seite aufläuft. Das ist einfach nicht zu halten", so der Coach über seinen Angreifer, dem er auch einen „Top-Charakter und ein ganz außergewöhnliches Talent“ bescheinigt.
Christoph Baumgartner kommt mit zwölf Toren und neun Assists auf noch einen Scorerpunkt mehr als Diomande. Auch der offensive Mittelfeldspieler hat wie sein ivorischer Teamkollege bereits fünfmal das 1:0 für RB markiert. Für viel Torgefahr sorgt zudem der Brasilianer Romulo, der mit neun Treffern und sieben Assists ebenfalls zu den Top-10-Scorern der Liga zählt. Mit insgesamt 62 Toren stellt Leipzig gemeinsam mit der Werkself die viertbeste Offensive in der Liga.

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
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