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23.10.2026Bundesliga

Gegner-Check: Kramaric und die TSG im Aufwärtstrend

Nach zwei Siegen in Folge wird die TSG Hoffenheim an diesem Sonntag, 25. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr/live auf DAZN und im Werkself-Radio), mit viel Selbstvertrauen ins Heimspiel gegen die Werkself gehen. Auch der Rekordtorschütze der Kraichgauer kommt immer besser in Fahrt. Der Gegner-Check.
TSG Hoffenheim

Position

Es geht wieder aufwärts bei der TSG: Nach dem 2:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach legten die Kraichgauer nur vier Tage später international mit dem 3:0 gegen Olympique Lyon nach. Hoffenheim fuhr damit den ersten Sieg in der Ligaphase der UEFA Europa League ein. Und das mit einer beeindruckenden Leistung gegen den aktuellen Tabellenführer Frankreichs, der im Januar nächsten Jahres auch noch Gegner der Werkself sein wird. Überragender Mann bei der TSG war Andrej Kramaric. Der 35 Jahre alte Rekordtorschütze des Klubs traf kurz vor der Pause selbst zum 1:0 – sein 159. Tor in seinem 370. Spiel für die TSG – und bereitete die zwei weiteren Treffer von Adam Daghim und Adam Hlozek vor. „Wir brauchten einen solchen Sieg für das Selbstvertrauen“, freute sich Kramaric nach der Partie.

Denn es liegen in der Tat schwierige Wochen hinter der TSG. Der Bundesliga-Start verlief für den Tabellenfünften der Vorsaison alles andere als wunschgemäß. Von den ersten fünf Spielen gingen vier verloren. Nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart am 3. Spieltag folgte erst am vergangenen Wochenende der zweite Dreier. Im Nachgang zum 2:1 bei Schlusslicht Mönchengladbach bescheinigte Trainer Christian Ilzer seiner Mannschaft eine „in vielen Bereichen überzeugende Leistung“. Neu-Nationalspieler Bambasé Conté hatte zur frühen Führung getroffen, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Borussia antwortete Alexander Prass umgehend mit dem entscheidenden 2:1 für die TSG. „Es ist ein kleiner Schritt, aber einer, der sehr guttut“, sagte Hoffenheims Torhüter und Kapitän Oliver Baumann. „Es war noch nicht alles perfekt, aber die Haltung und der Wille waren da.“

„Es war noch nicht alles perfekt, aber die Haltung und der Wille waren da.TSG-Kapitän Oliver Baumann nach dem 2:1-Sieg der Hoffenheimer gegen Borussia Mönchengladbach

Beides – und noch viel mehr – stimmte auch am Donnerstagabend in der Europa League. Nach den zwei Niederlagen bei OFI Kreta (0:2) und zu Hause gegen Besiktas Istanbul (2:3) überzeugte die TSG gegen Lyon mit einem dominanten Auftritt über 90 Minuten und spielte erstmals seit acht Pflichtspielen wieder zu null. Der Blick richtete sich anschließend gleich auf die kommende Aufgabe gegen Bayer 04. Auch beim Mann des Abends Kramaric, der betonte: „Wir brauchen Siege, wir brauchen Punkte. Jetzt spielen wir gegen Leverkusen und wir wissen alle, dass das eine gute Mannschaft ist. Da kannst du wieder ein Tor kassieren, aber das Wichtigste ist, dass du am Ende als Sieger vom Platz gehst."

Personal

Fehlen wird der TSG in den kommenden Wochen das belgische Top-Talent Nathan De Cat. Der 18-Jährige, im Sommer aus Anderlecht nach Sinsheim gewechselt, verletzte sich im Training vor dem Gladbach-Spiel am linken Außenmeniskus und ist inzwischen operiert worden. Neben De Cat stehen auch Innenverteidiger Albian Hajdari und Mittelfeldakteur Patrick Wimmer verletzungsbedingt längerfristig nicht zur Verfügung.

Nach der Partie gegen Lyon dürfte Christian Ilzer auf einigen Positionen rotieren. Im Tor ist Kapitän Oliver Baumann gesetzt. Davor sind in der Innenverteidigung Ozan Kabak und Koki Machida meist erste Wahl. Doch auch Robin Hranac könnte wieder im Abwehrzentrum beginnen. Auf den Außenpositionen waren in der Regel Vladimir Coufal und Mats Rots, Neuzugang vom FC Twente Enschede, gesetzt. Alternativ steht der Brasilianer Bernardo bereit. Im zentralen Mittelfeld vertraute Ilzer bisher vor allem dem Duo Leon Avdullahu und Wouter Burger. Der Niederländer war Siegtorschütze beim 1:0 der TSG im letzten Duell mit der Werkself im Januar dieses Jahres. Offensiv bieten sich Ilzer viele Möglichkeiten. Bambasé Conté, Adam Daghim, Tim Lemperle, Fisnik Asllani, TSG-Urgestein Kramaric, der ehemalige Bayer 04-Profi Adam Hlozek sowie Alexander Prass und Youngster Max Moerstedt besitzen allesamt hohe Qualität.

Oliver Baumann
Ebenfalls mit stark ansteigender Formkurve: Kapitän und Leader Oliver Baumann.

Probleme

Bislang konnte die TSG noch kein Spiel drehen, wenn sie einmal in Rückstand geraten war. Auch eine eigene Führung war allerdings kein Garant für einen erfolgreichen Ausgang. In fünf Ligapartien lag Hoffenheim in Front, gab anschließend dennoch insgesamt neun Punkte ab – so viele wie kein anderes Team nach Führungen. Die Kraichgauer kommen zwar auf die drittmeisten Torschüsse aller Mannschaften, Präzision und Chancenverwertung aber lassen noch zu wünschen übrig. Mit 14 Gegentoren – 11 davon in der zweiten Halbzeit – stellt die TSG zudem die fünftschwächste Defensive der Liga. In der Europa League fehlte sowohl auf Kreta als auch gegen Besiktas gleich mehrfach die Konterabsicherung, was zu drei von fünf Gegentoren führte.

Prunkstück

Christian Ilzers Mannschaft will das Spiel gestalten: Nach dem FC Bayern (69,4 %) und Bayer 04 (57,6 %) haben die Kraichgauer den dritthöchsten Ballbesitzanteil (57,5 %) im Klassement. Bereits in der vergangenen Saison zählten sie zu den spielstärksten Mannschaften in Deutschland. In der laufenden Spielzeit ist Hoffenheim mit vier Toren aktuell das konterstärkste Team der Liga. Gegen Lyon zeigte die TSG, was sie auszeichnet: Hohes Pressing, schnelles Umschalten, gemeinsames Verteidigen. „Wir waren in vielen Phasen dominant, aggressiv und griffig“, lobte Christian Ilzer, der den Sieg bei aller individuellen Klasse – etwa an diesem Abend von Torhüter Oliver Baumann und Torjäger Andrej Kramaric – auf „eine starke Teamleistung“ zurückführte. Auch Lyons Trainer Paulo Fonseca konstatierte: „Hoffenheim war viel angriffsbereiter als wir und hat die wichtigen Duelle gewonnen.“

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