Gegner-Check: Kleeblätter noch nicht geknickt

Schlusslicht mit Lichtblicken: Am Samstag, 4. Dezember (Anstoß: 15.30 Uhr), hat die Werkself in der Bundesliga die SpVgg Greuther Fürth zu Gast. Der Aufsteiger aus Franken hat derzeit mit nur einem Zähler die Rote Laterne des Fußball-Oberhauses inne. Doch es gibt auch einige Lichtblicke im Team von Trainer Stefan Leitl. Der Gegner-Check.
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Position

Dass der Klassenerhalt zur Herkules-Aufgabe werden würde, war den Kleeblättern von vornherein bewusst. „Der Aufstieg war schon eine Sensation. Wenn wir die Klasse halten, wäre das ebenfalls sensationell“, betonte etwa Fürths Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi im Sommer. Die Hoffnung des 50-Jährigen, die Grün-Weißen können in dieser Bundesliga-Saison positiv überraschen, hat sich bislang nicht erfüllt. Aus den ersten 13 Spielen holte Fürth lediglich 1 Punkt – gegen Arminia Bielefeld am 2. Spieltag (1:1) – und ist damit Letzter im Bundesliga-Tableau. Die vergangenen elf Partien verlor das Team von Cheftrainer Stefan Leitl allesamt. Zuletzt gab es eine 3:6-Heimpleite gegen die TSG Hoffenheim. Vor dem Duell bei der Werkself gibt sich Kapitän Branimir Hrgota jedoch kämpferisch: „Ich war noch nie jemand, der aufgegeben hat – und ich werde es auch nicht. Auch mein Team wird nicht aufgeben, aber wir müssen mehr tun, als wir es aktuell tun.“

Personal

In Bezug auf das Personal muss Leitl am Samstag ohne Stürmer Jessic Ngankam (Kreuzbandriss) auskommen, auch Havard Nielsen konnte im Laufe der Woche aufgrund eines grippalen Infekts noch nicht mit der Mannschaft trainieren und fällt vermutlich aus. Es gibt jedoch auch erfreuliche Nachrichten aus Sicht der Fürther: Justin Hoogma (Innenbandriss am Knie), Nick Viergever (Außenbandriss am Sprunggelenk) und Gideon Jung (Meniskusverletzung) könnten schon bald ihr Comeback feiern. Alle drei Abwehrspieler hatten am Mittwoch „in isolierten Technikeinheiten“ trainiert, wie Coach Leitl vor dem Duell bei der Werkself sagte: „Das sah sehr gut aus, die Belastung wird peu a peu gesteigert.“ Ein Einsatz gegen Leverkusen ist derzeit noch fraglich. Anders sieht es da bei Paul Seguin aus. Der Mittelfeldmotor, der jüngst aufgrund einer Erkältung gefehlt hatte, wird derweil aller Voraussicht nach in die Anfangsformation zurückkehren können.

Apropos Startelf: In dieser wussten zuletzt vor allem die beiden jungen Talente Timothy Tillmann (22) und Jamie Leweling (20) zu gefallen. Auch gegen die TSG setzten das Duo Akzente in der Offensive und belohnte sich mit jeweils einem Treffer. Leweling bereitete zudem das Tor von Hrgota zum zwischenzeitlichen 3:5 vor. „Ich freue mich über den Treffer; Punkte für die Mannschaft hätte ich aber lieber mitgenommen“, sagte Tillmann, der gegen die Kraichgauer zum insgesamt dritten Mal in dieser Bundesliga-Saison von Beginn an aufgelaufen war und mit seinem Tor das nächste gute Bewerbungsschreiben für weitere Einsätze abgegeben hat.

Prunkstück

In Hrgota hat die Spielvereinigung einen der besten Torjäger der vergangenen Zweitliga-Saison in ihren Reihen. Der Schwede knipste für das Kleeblatt im Vorjahr insgesamt 16-mal und bereitete darüber hinaus 8 Treffer vor. Auch in der laufenden Bundesliga-Spielzeit ist er wieder der Top-Scorer bei den Grün-Weißen: In 13 Partien gelangen dem Kapitän 4 Tore und 3 Vorlagen. 117 Bundesliga- sowie 63 Zweitliga-Spiele tauchen überdies in Hrgotas Vita auf. Während der Europa-League-Saison 2014/15 erzielte der 28-Jährige für Borussia Mönchengladbach in 10 Spielen 8 Tore und kam zudem auf 2 Assists. Gegen Hoffenheim war er an allen drei Fürther Treffern direkt beteiligt und konnte so sicherlich eine frische Portion Selbstvertrauen tanken.

Probleme

Das Hoffenheim-Spiel hat ein ums andere Mal das große Problem der Spielvereinigung offenbart: Die Defensive genügt bislang Bundesliga-Ansprüchen nicht. „Wenn du dich in der Abwehrkette so präsentierst, dann reicht es halt nicht“, ärgerte sich Coach Leitl und ergänzte: „Wenn du dir so viele individuelle Fehler leistet, dann musst du damit leben, dass du sechs Stück bekommst.“ In 13 Spielen kassierte Fürth insgesamt 39 Gegentreffer. Damit haben die Kleeblätter die mit Abstand anfälligste Defensive in der Bundesliga. Ein Grund dafür dürfte wohl die bereits angesprochene Abwesenheit der beiden Stamm-Innenverteidiger Hoogma und Viergever sein – Mittelfeldspieler Hans Nunoo Sarpei half zuletzt mehrfach auf dieser Position aus. Deshalb hofft Leitl auch, „dass unsere Verletzten bald zurückkommen, damit sie uns im Abwehrverbund mehr Stabilität verleihen“.

Prognose

18. Platz, 1 Punkt, 12 Zähler Rückstand auf das rettende Ufer – die Ausgangslage für die Kleeblätter im Kampf um den Klassenerhalt hat sich seit dem Saisonstart konstant verschlechtert. Gegen Hertha BSC (1:2), Bochum (0:1) und Eintracht Frankfurt (1:2) schnupperten sie lange Zeit an etwas Zählbarem, letztlich standen die Grün-Weißen aber immer mit leeren Händen da. Der Ausfall von Hoogma und Viergever fällt nach wie vor schwer ins Gewicht, wenngleich der Liga-Verbleib auch mit ihnen auf dem Rasen weiterhin eine Herkules-Aufgabe für den Aufsteiger aus Franken bleiben wird.

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