Zurück zur Übersicht
27.02.2021Bundesliga

Gegner-Check: Freiburg und die vielen Parallelen zur Werkself

Der 23. Bundesliga-Spieltag geht in der BayArena zu Ende: Die Werkself empfängt am Sonntag, 28. Februar (Anstoß: 18 Uhr), den SC Freiburg – ein Team, das viele Stärken mit Bayer 04 teilt. Welche genau? Der Gegner-Check.
imago0049070659h.jpg

Position

Im beschaulichen Breisgau verläuft die Saison, wie sie so häufig verläuft beim SC Freiburg: ruhig. Das Team legte einen stotterigen Start in die Spielzeit hin, um dann um den Jahreswechsel herum groß aufzutrumpfen und insgesamt fünf Partien in Folge zu gewinnen. Aktuell ist die ganz große Euphorie – auch wegen einiger sehr schwerer Spiele – wieder ein wenig abgeflacht, zuletzt blieb das Team gegen Werder Bremen (0:0) und Union Berlin (0:1) zwei Mal ohne eigenen Torerfolg. „Wir haben nicht unverdient verloren“, musste Trainer Christian Streich am vergangenen Wochenende nach der Heimniederlage gegen Union eingestehen, einem der schwächeren Spiele der Freiburger Saison. Dennoch: Von Unruhe oder Unzufriedenheit ist im Verein keine Spur. Das Team befindet sich weiterhin fernab jeglicher Abstiegssorgen auf Tabellenplatz neun und hat noch Chancen, sich für das europäische Geschäft zu qualifizieren. Sollte das gelingen, könnten die Breisgauer ihre internationalen Spiele dann womöglich in ihrem neuen Stadion austragen. Das ist nach Verzögerungen durch die Corona-Pandemie inzwischen fertiggestellt, der konkrete Umzugstermin steht aber noch aus.

Personal

Streich kann derzeit personell fast aus dem Vollen schöpfen. Allein Torhüter Mark Flekken (Ellenbogenverletzung) und Offensivspieler Chang-hoon Kwon (Verletzung am Wadenbeinköpfchen) stehen derzeit nicht zur Verfügung. Auch aufgrund der daraus resultierenden „Qual der Wahl“ wird spannend zu beobachten sein, welcher Formation das Trainer-Urgestein in der BayArena das Vertrauen schenkt – zumal er nach der Niederlage gegen Union einiges an Verbesserungspotenzial ausgemacht hatte.

So könnte Streich – wie so oft in den vergangenen Wochen – wieder die Grundordnung wechseln: weg vom 4-4-2, hin zum 3-6-1, das der SC auch während der starken Phase zum Jahreswechsel praktizierte. Doch egal ob Dreier- oder Viererkette: Die Plätze in der Innenverteidigung sind umkämpft, nach der Rückkehr des zuletzt verletzten Keven Schlotterbeck verfügen die Freiburger über gleich vier zentrale Abwehrspieler mit guten Einsatzchancen, wobei einzig der Österreicher Philipp Lienhart als gesetzt gilt. Die weiteren Plätze dürfte Streich auch nach taktischen Gesichtspunkten vergeben. Nach dem Union-Spiel hatte der Fußball-Lehrer etwa den Spielaufbau aus der Zentrale bemängelt.

Auch in anderen Mannschaftsteilen könnten Veränderungen vorgenommen werden, einen sicheren Platz haben neben Lienhart derzeit nur Torwart Florian Müller, Kapitän Christian Günter, die Mittelfeld-Achse um Nicolas Höfler und Baptiste Santamaria sowie Top-Scorer Vincenzo Grifo. Streichs Personalauswahl für Sonntag, sie dürfte also Überraschungspotenzial bergen.

Prunkstück

Das Aufeinandertreffen in der BayArena am Sonntag ist ein Duell zweier Teams mit ähnlichen Stärken. So stehen sich etwa die beiden Teams mit der besten Großchancenverwertung (beide 58 Prozent) der Bundesliga gegenüber, nur der VfB Stuttgart (sechs) erzielte mehr Tore nach Kontersituationen als die Werkself und der SC Freiburg (beide vier). Zudem stehen sich die beiden gefährlichsten Teams nach Ecken gegenüber. Freiburg erzielte bereits sechs Tore nach Eckbällen, statistisch gesehen führte jeder 14. zu einem Tor. In beiden Kategorien werden die Breisgauer im ligaweiten Vergleich nur von der Werkself (neun Tore; jede 13. Ecke) übertrumpft. Und auch defensiv profitieren Leverkusen und Freiburg von ihrer Lufthoheit, haben jeweils erst drei Kopfball-Gegentore kassiert – Ligatiefstwert. Bei so vielen Parallelen dürfte die entscheidende Frage werden: Wer kann die Stärken auf dem Rasen besser ausspielen?

Probleme

Die normalerweise so variable Offensive ist zuletzt ein wenig ins Stocken geraten. In drei der vergangenen vier Spiele gelang den Freiburgern kein eigenes Tor, zuletzt gingen die Breisgauer zwei Mal in Folge leer aus – durchaus ungewöhnlich für den SC unter Streich. „Wir waren im vorderen Drittel nicht gut genug und dieses Mal auch nach Standards nicht gut“, bemängelte der Coach im Anschluss an das Spiel gegen Union. Stürmer Nils Petersen, der mal nicht als Joker, sondern von Beginn an ran durfte, erklärte sogar: „Ich habe selten ein Heimspiel von uns erlebt, in dem wir so weit weg von einem Tor waren. Ich hatte nicht mal im Ansatz das Gefühl, ein Tor schießen zu können.“ Auffällig: Sowohl in Bremen als auch gegen Union hatte Freiburg mehr Ballbesitz als der Gegner – normalerweise nicht unbedingt eine Domäne des Teams. Anfangen konnte der SC damit zuletzt aber wenig.

Prognose

Den Blick nach hinten können die Breisgauer bei 13 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wohl getrost vernachlässigen. Viel eher könnte Freiburg mit Blick auf den Spielplan noch zur Attacke auf das internationale Geschäft blasen. Denn die bisherigen Aufgaben in der Rückrunde waren durchaus anspruchsvoll, Freiburg hat noch gegen kein einziges Team aus dem unteren Tabellendrittel gespielt. Die stehen den Breisgauern dafür im März und April in enger Taktung ins Haus – und wenn Streichs Team dann wieder so stabil auftreten sollte wie in der Hinrunde, können die Badener mit Sicherheit noch ein Wörtchen mitreden bei der Vergabe der internationalen Plätze.

Ähnliche News

Autogrammstunde
Bayer 04 - 28.08.2026

Fanwelt-Event nach UEL-Auslosung: Europapokal-Autogrammstunde mit Culbreath und Sergio

Das Europapokal-Trikot ist gelauncht, die UEL-Gegner ausgelost – und die Vorfreude auf die internationale Saison groß! Anlässlich dessen fand am Freitagnachmittag, 28. August, in der Fanwelt eine Autogrammstunde mit dem aktuellen Werkself-Profi Montrell Culbreath und der offiziellen Klub-Legende Paulo Sergio statt.

Mehr zeigen
U19 von Bayer 04
Jugend - 28.08.2026

Nachwuchs: U19 im DFB-Pokal gefordert – U18-Kader reist nach Cordoba

Den Schwung aus vier Siegen in den ersten vier Liga-Partien will die U19 von Bayer 04 mit in die 2. Runde des DFB-Pokals der Junioren nehmen – in dieser wartet der FC Carl Zeiss Jena. Die U17 hat es derweil nach zwei Remis zum Saisonstart gegen Borussia Mönchengladbach auf den ersten Sieg abgesehen. Hochkarätige Turniere warten auf einen aus U19- und U17-Spielern bestehenden U18-Kader im spanischen Cordoba sowie auf die U13 im niederländischen Zutphen – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Los Bayer 04 Leverkusen
Europa League - 28.08.2026

Die möglichen Gegner der Werkself in der UEFA Europa League 2026/27

Am Freitagmittag entscheidet sich, auf welche acht der 36 teilnehmenden Mannschaften Bayer 04 in der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 treffen wird. Bei der Ziehung in Monaco (live auf UEFA.com) werden der Werkself je zwei Teams aus den vier Töpfen, aufgeteilt anhand des UEFA-Club-Koeffizienten, zugelost. Eine Partie gegen einen Kontrahenten aus dem eigenen Land ist dabei ebenso ausgeschlossen wie mehr als zwei Duelle mit Klubs aus demselben Landesverband. Ein Blick auf die Töpfe und die möglichen Gegner.

Mehr zeigen
Exequiel Palacios
Bayer 04 - 27.08.2026

Argentinier Exequiel Palacios wechselt zu Ipswich Town

Nach sechseinhalb Jahren verlässt Exequiel Palacios die Bundesliga und wechselt von Bayer 04 in die Premier League. Der Argentinier, der als Werkself-Profi vor vier Jahren mit seiner Nationalmannschaft Weltmeister und beim Turnier in diesem Sommer Vizeweltmeister geworden war, spielt ab sofort für den englischen Aufsteiger Ipswich Town. Der 27-Jährige, dessen Vertrag in Leverkusen bis zum 30. Juni 2030 Gültigkeit hatte, kam im Januar 2020 als junges Talent zu Bayer 04. Dort entwickelte er sich kontinuierlich zu einem der besten defensiven Mittelfeldspieler in der deutschen Eliteklasse.

Mehr zeigen