Zurück zur Übersicht
18.12.2020Bundesliga

Gegner-Check: Flick wird kreativ

Mehr Spitzenspiel geht nicht! Als Tabellenführer empfängt die Werkself am Samstag, 19. Dezember (Anstoß: 18.30 Uhr), den zweitplatzierten FC Bayern München. Wie ist der Rekordmeister drauf im letzten Spiel eines denkwürdig erfolgreichen Jahres?
crop_imago0046547581h.jpg

Position

Mit dem Auftritt in der BayArena geht für den FC Bayern eines der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte zu Ende. Unter Trainer Flick legte der deutsche Branchenprimus die beste Rückrunde der Bundesliga-Geschichte hin, holte anschließend im Finale gegen die Werkself den DFB-Pokal und machte das zweite Triple der Vereinsgeschichte mit dem Erfolg beim Champions-League-Finalturnier in Lissabon perfekt. Entsprechend kurz war im Corona-Jahr anschließend die Vorbereitungszeit auf die neue Saison, entsprechend belastend die vielen Spiele bis Weihnachten, zumal einige Stammspieler verletzt ausfielen. Daher traten die Bayern in der Bundesliga bislang nicht immer so dominant auf wie im ersten Halbjahr 2020, ließen gelegentlich auch mal Punkte liegen, wo man es zuvor nicht unbedingt erwartet hatte.

Durch das hart erkämpfte 2:1 gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Mittwoch befinden sich die Bayern aber weiterhin in Schlagdistanz zur Werkself, haben nur einen Zähler weniger auf dem Konto und könnten mit einem Auswärtssieg wieder an die Position an der Tabellenspitze springen.

Personal

Gegen Wolfsburg wurde Flick kreativ. Er musste es auch werden. Neben Joshua Kimmich fiel auch die zweite Hälfte der kongenialen Schaltzentrale der Bayern, Leon Goretzka, verletzungsbedingt aus. Da auch Javi Martinez aufgrund eines Muskelfaserrisses passen musste, rückte Flick vom gewohnten 4-2-3-1 ab, ließ ein 4-1-4-1-System mit Corentin Tolisso als alleinigem Sechser spielen und wies Thomas Müller eine etwas defensivere Rolle zu. Ob sich das gegen die Werkself auch so darstellen wird? Es dürfte wohl auf Kimmich und Goretzka ankommen. Bei beiden Spielern ist ein Einsatz gegen die Werkself nicht ausgeschlossen, vor allem beim gebürtigen Bochumer stehen die Chancen nicht schlecht. Martinez hingegen wird auch am Samstag noch fehlen.

Ansonsten hat sich das Bayern-Lazarett aber deutlich gelichtet, vergangene Woche kehrte auch Stammspieler Alphonso Davies nach Bänderriss im Sprunggelenk wieder zurück ins Aufgebot. Ob der Kanadier gegen die Werkself von Beginn an ran darf und wie sich die gesamte Viererkette überhaupt formiert, wird interessant zu beobachten sein. Denn auch in diesem Fall hatte Flick gegen Wolfsburg eine etwas ungewohnte Lösung gewählt und den etatmäßigen Innenverteidiger Niklas Süle auf der rechten Seite aufgestellt. Der erledigte seine Aufgabe dort gut und könnte auch gegen Schwarz-Rot Flicks Vertrauen als Rechtsverteidiger erhalten – wobei die Bayern im Spielaufbau das System zur ungewohnten Dreierkette mit Süle als rechtem Innenverteidiger umfunktioniert hatten. „Wir müssen im Augenblick kreativ sein“, stellte Flick im Anschluss klar.

Prunkstück

Anders als in der Mittelfeldzentrale und in der Abwehr muss Flick in der Offensive keine kreativen Lösungen finden. Viel mehr steht er vor der Qual der Wahl. Leroy Sané ist nach seiner Verletzung wieder fit, zudem verfügen die Bayern über die sich allesamt in starker Verfassung befindenden Serge Gnabry, Thomas Müller und Kingsley Coman. Gegen Wolfsburg bot Flick alle vier zusammen auf – Feuerkraft pur. Zumal vor diesem Quartett noch der derzeit wohl beste Mittelstürmer der Welt agierte: Robert Lewandowski ist nach wie vor die Lebensversicherung der Bayern und darf sich seit Donnerstagabend auch offiziell als bester Fußballspieler dieses Planeten fühlen. In der BayArena tritt der Pole also als frischgebackener Weltfußballer auf und wird seinem neuen Titel alle Ehre machen wollen. Auf die Werkself-Defensive wartet also eine schwere Aufgabe, schließlich hat Lewandowski am Mittwoch mit seinem Doppelpack auch noch die Schallmauer von 250 Bundesliga-Toren eingerissen. Dass er mit 15 Treffern aus 11 Spielen die Torjägerliste anführt und die Bayern mit 37 Saisontoren die mit Abstand beste Offensive der Liga stellen, scheint da schon fast überflüssig zu erwähnen.

Probleme

Zahlen, die man so gar nicht gewohnt ist vom FC Bayern: In den vergangenen sechs Bundesligaspielen gerieten die Münchner stets mit 0:1 in Rückstand. Zwar spricht es für die eminente Qualität des Rekordmeisters, dass keines dieser Spiele am Ende verloren ging, doch die defensiven Ansprüche des Teams sind andere. „Wir haben selten zu Null gespielt“, merkte Torwart Manuel Neuer, der seinen Kasten in der Bundesliga letztmals im Oktober gegen Frankfurt sauber hielt, nach dem Spiel gegen Wolfsburg an. „Es fehlen manchmal ein bisschen die Kleinigkeiten.“ Bereits 18 Gegentore verzeichnen die Bayern – ligaweit nur Platz sieben. Und das, obwohl sich Neuer seit Monaten in Ausnahmeform befindet und regelmäßig gegnerische Großchancen mit Weltklasse-Paraden zunichtemacht.

Prognose

Trotz einiger Ausfälle und kleinerer Leistungsschwankungen in dieser Saison stellt der amtierende Champions-League-Sieger noch immer die wohl stärkste Mannschaft der Welt. Zu dominant waren die Auftritte in der Königsklasse, zu stark die Leistungen in jenen Spielen, in denen es drauf ankam. Am Samstag ist es nun wieder so weit, Spitzenspiel gegen Bayer 04 – und die Bayern werden mit Sicherheit alles daran setzen, ihre Vormachtstellung in der Bundesliga zurückzuerobern.

Ähnliche News

U13-Junioren von Bayer 04
Jugend - 18.05.2026

Nachwuchs: U13 feiert vierten Sieg in Folge

Beim internationalen Turnier im niederländischen Lunteren landete die U14 von Bayer 04 auf Rang elf, bevor das Team sich tags darauf in der Liga trotz der Doppelbelastung ein 1:1 gegen den SC Preußen Münster erkämpfte. Dank des vierten Sieges hintereinander steht die U13 weiterhin auf Rang drei und hat im Meisterschaftsrennen alle Trümpfe in der Hand. Und die U12-Juniorinnen präsentierten sich ebenfalls in Top-Form und besiegten den Tabellendritten. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Frauen beenden Saison nach Niederlage gegen Bremen auf Platz fünf | 26. Spieltag
Werkself-TV - 17.05.2026

Frauen: Die TV-Zusammenfassung der 1:3-Niederlage gegen den SV Werder Bremen

Werkself-TV zeigt die TV-Zusammenfassung der 1:3-Niederlage der Bayer 04-Frauen gegen den SV Werder Bremen am 26. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2025/26.

Mehr zeigen
Sofie Zdebel: „Bayer 04 bedeutet für mich Familie“
Werkself-TV - 17.05.2026

Sofie Zdebel: „Bayer 04 bedeutet für mich Familie“

U23-Nationalspielerin Sofie Zdebel hat sich zu Bayer 04 bekannt und ihren Vertrag vorzeitig bis 2028 verlängert. Im Interview mit Werkself-TV spricht die 21-Jährige darüber, warum sie sich für diesen Schritt entschieden hat, und nennt ihre ambitionierten Ziele mit der Werkself für die kommenden Jahre.

Mehr zeigen
Sofie Zdebel und Achim Feifel
Frauen - 17.05.2026

Bayer 04 verlängert vorzeitig mit U23-Nationalspielerin Sofie Zdebel

Bayer 04 Leverkusen hat den Vertrag mit Eigengewächs Sofie Zdebel vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. Die 21 Jahre alte deutsche U23-Nationalspielerin unterschrieb bis zum 30. Juni 2028.

Mehr zeigen