
Dieser Erfolg am vergangenen Wochenende tat gleich in doppelter Hinsicht gut: Zum einen blieb der FC Augsburg beim 1:0 gegen die TSG Hoffenheim zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Zum anderen gibt der knappe Heimsieg im Testspiel gegen den Ligakonkurrenten Selbstvertrauen für die nun anstehende Aufgabe gegen die Werkself. Das entscheidende Tor für die Fuggerstädter hatte der Finne Fredrik Jensen bereits nach zwei Minuten erzielt. Mittelstürmer Phillip Tietz, der die Latte traf, sowie die Joker Mert Kömür und Nathanael Mbuku hätten das Ergebnis deutlicher gestalten können. Auch so aber darf der FCA am kommenden Samstag mit einem guten Gefühl ins erste Pflichtspiel 2024 gehen.
Weniger erfolgreich verlief der Ausklang des vergangenen Jahres. Aus den letzten drei Partien im Dezember hatten die Rot-Grün-Weißen nur einen Punkt gegen Borussia Dortmund (1:1) holen können. Die Niederlagen beim SV Werder Bremen (0:2) und beim VfB Stuttgart (0:3) waren die ersten unter Trainer Jess Thorup. Der 53 Jahre alte Däne hatte im Oktober nach dem 7. Spieltag die Nachfolge von Enrico Maaßen angetreten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der FCA nur fünf Punkte auf dem Konto und war in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching (0:2) ausgeschieden. In den ersten sechs Spielen unter Thorup blieben die Augsburger dann ungeschlagen, holten zwölf von möglichen 18 Punkten und kletterten von Platz 15 auf Platz 9. Nach dem 13. Spieltag betrug der Abstand zum Tabellensechsten Hoffenheim nur drei Punkte. Gegen den Spitzenreiter aus Leverkusen geht der FCA nun als Elfter ins Rennen. Übrigens: Für Lukas Hradecky gibt‘s am Samstag ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Coach Jess Thorup. Der hatte den Bayer 04-Torhüter zwischen 2011 und 2013 beim dänischen Klub Esbjerg fB trainiert.
Nach dem Testspielsieg gegen Hoffenheim war der FC Augsburg für zwei Tage zu einem Kurzausflug in Pitztal nach Tirol aufgebrochen. „Wir haben verschiedene Teambuilding-Maßnahmen unternommen, um noch enger zusammenzurücken“, sagte Thorup, der vor der Partie gegen Bayer 04 personell kaum Sorgen hat. Fehlen wird ihm Linksverteidiger Mads Pedersen, der gelbgesperrt ist und sich in der Winterpause ohnehin einer langfristig geplanten Operation am Sprunggelenk unterzogen hat. Als Alternativen stehen hier Robert Gumny und möglicherweise auch der Brasilianer Iago zur Verfügung. Letzterer hatte sich vor der Weihnachtspause eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zugezogen und konnte zuletzt nur individuell trainieren. Auch Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj, der bislang in allen 16 Ligaspielen in der Startelf stand, fehlte beim Test gegen Hoffenheim wegen Adduktorenproblemen. Nicht mehr im Kader des FCA stehen Stürmer Irvin Cardona und Mittelfeldspieler Aaron Zehnter. Cardona wurde in der Winterpause an den französischen Zweitligisten AS St. Etienne ausgeliehen, Zehnter wechselte zum SC Paderborn 07.
In der Abwehr gesetzt sind die beiden Innenverteidiger Felix Uduokhai und Jeffrey Gouweleeuw sowie auf der rechten Seite der Viererkette Kevin Mbabu. Im zentralen Mittelfeld bilden Elvis Rexhbecaj und Niklas Dorsch ein eingespieltes Duo. Arne Engels ersetzte zuletzt den angeschlagenen Rexhbecaj. Dreh- und Angelpunkt in der Offensive ist Kapitän Ermedin Demirovic. Der Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina erzielte bislang acht Treffer und bereitete fünf Tore vor und ist damit Topscorer der Fuggerstädter. Zu den Gewinnern unter Jess Thorup zählt definitiv Fredrik Jensen. Der 26-Jährige, der seit 2018 das rot-grün-weiße Trikot trägt, präsentiert sich seit Wochen in Bestform und hat über die rechte Seite bereits vier Tore aufgelegt (1 Treffer). In vorderster Reihe ist Neuzugang Philipp Tietz (SV Darmstadt 98) mit drei Treffern zweitbester Torschütze nach Demirovic.
Keine Mannschaft holte mehr Punkte nach einem Rückstand als die Augsburger, die hier auf zwölf Zähler kommen (wie Borussia Dortmund). Seine Comeback-Qualitäten zeigt das Team vor allem, seit Jess Thorup das Ruder übernommen hat. In dessen ersten vier Spielen als Cheftrainer lag der FCA stets zurück und punktete dennoch immer (zwei Siege, zwei Remis). Insbesondere zu Hause in der WWK Arena sind die Fuggerstädter schwer zu bezwingen. Von acht Heimspielen haben sie bislang nur eines verloren (3 Siege, 4 Remis). Viel läuft bei den lauf- und kampfstarken Augsburgern über die Flügelspieler Fredrik Jensen, Ruben Vargas oder Arne Engels. Gefährlichste Abnehmer sind Ermedin Demirovic und Phillip Tietz.
Noch nie in dieser Saison ist der FCA in Pflichtspielen ohne Gegentor geblieben. Besonders anfällig zeigen sich die bayerischen Schwaben bei gegnerischen Standards, kassierten bereits zwölf Gegentore nach ruhenden Bällen – eine noch schlechtere Bilanz weist hier nur der 1. FC Heidenheim 1846 auf (13). Auch beim Spiel mit Ball tun sich die Augsburger schwer. Das Thorup-Team spielt ligaweit die wenigsten Pässe pro Partie (366) und hat den geringsten Ballbesitzanteil aller Mannschaften (41,2 %).
„Wir fahren nicht den Bus vor das Tor, so werden wir nie spielen“, hatte FCA-Coach Thorup Mitte Dezember vor dem letzten Heimspiel gegen die offensivstarken Dortmunder angekündigt – und Wort gehalten. Die Augsburger lieferten dem BVB beim 1:1 ein Duell auf Augenhöhe und erarbeiteten sich viele Chancen. Auch gegen die Werkself werden sich die Gastgeber vor heimischem Publikum nicht hinten reinstellen. Allerdings werden sie vieles besser machen müssen als im letzten Spiel des Jahres 2023. Beim 0:3 in Stuttgart war der FCA chancenlos. „Wenn wir das Gesicht gegen Leverkusen zeigen, kriegen wir eine auf den Latz“, merkte Niklas Dorsch nach der Partie selbstkritisch an. Immerhin: In der vergangenen Saison hat Augsburg zum ersten Mal überhaupt in der Bundesliga gegen Bayer 04 gewonnen – und das gleich zweimal.
Der Januar hat es nun in sich für Dorsch und seine Kollegen. Nach dem Duell mit der Werkself geht es zu Borussia Mönchengladbach, dann kommt der FC Bayern München. Ende des Monats wird man schlauer sein, wohin die Reise für den FC Augsburg in seiner 13. Bundesligasaison gehen könnte. Wieder Richtung Abstiegskampf? Oder darf Ermedin Demirovic weiter darauf hoffen - wie vor der Saison geäußert -, „dass wir vielleicht am letzten Tag mal um die Conference League oder den zehnten Platz spielen“? Beide Wege sind möglich.

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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