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20.12.2024Bundesliga

Gegner-Check: Ein starkes Kollektiv auch unter Schuster

Seit drei Ligaspielen ist der SC Freiburg ungeschlagen. Unter Cheftrainer Julian Schuster, der im Sommer in die großen Fußstapfen von Christian Streich getreten ist, sind die Breisgauer inzwischen bis auf Rang fünf vorgerückt. Am Samstag, 21. Dezember (Anstoß: 18.30 Uhr), tritt der SCF zum letzten Spiel des Jahres bei Bayer 04 an. Und kann dabei personell fast aus dem Vollen schöpfen. Der Gegner-Check.
SC Freiburg

Position

Es war der fünfte Sieg im siebten Heimspiel. Nach zuletzt nur sechs Punkten aus sechs Ligaspielen sowie dem Pokal-Aus bei Drittligist DSC Arminia Bielefeld bedeutete der 3:2-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg das Ende der „Ergebniskrise“, wie Freiburgs Abwehrchef Matthias Ginter die unbefriedigende Phase vor dem vergangenen Wochenende genannt hatte. Nun rückte der SCF mit den drei Punkten gegen die Wölfe in der Tabelle auf Rang fünf vor. Und siehe da: Eintracht Frankfurt und RB Leipzig auf den Champions-League-Plätzen drei und vier liegen mit nur jeweils drei Zählern Vorsprung in Schlagdistanz. Die Freiburger haben zum Jahresende wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Unter ihrem neuen Coach Julian Schuster, der im Sommer die Nachfolge von Freiburg-Legende Christian Streich angetreten hatte, waren sie nämlich fulminant in die Saison gestartet. Aus den ersten sieben Spielen hatte der SCF 15 Punkte geholt.

Gegen den VfL Wolfsburg war Abwehrspieler Lukas Kübler einmal mehr einer der entscheidenden Spieler auf dem Platz. Der 32 Jahre alte Rechtsverteidiger erzielte bereits zum zweiten Mal in dieser Saison einen Doppelpack. Vorausgegangen waren gegen Wolfsburg jeweils zwei Ecken von Standardspezialist Vincenzo Grifo. „Die Bälle nach den Ecken sind bei mir gut runtergefallen, ich hatte den richtigen Riecher und dann sind sie reingegangen, Gott sei Dank“, kommentierte der zweifache Torschütze. Nachdem Gregoritsch in der 61. Minute auf 3:0 gestellt hatte, sah Freiburg wie der souveräne Sieger aus. Aber Wolfsburg, bis dahin seit acht Spielen ungeschlagen, kämpfte sich durch Treffer von Jonas Wind (75.) und Mattias Svanberg (83.) noch einmal zurück in die Partie. „Wir haben es am Ende noch einmal unnötig spannend gemacht“, sagte Freiburgs Torhüter Noah Atubolu, der seine Mannschaft in der ersten Hälfte mit starken Paraden vor einem Rückstand bewahrt hatte. Nach dem intensiven Duell zollte SCF-Trainer Julian Schuster seinem Team großes Lob: „Freitagabend, Flutlichtspiel, fünf Tore, Heimsieg: So kann Weihnachten kommen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, weil sie wirklich viele, viele Dinge sehr gut umgesetzt hat und sich heute belohnt hat mit einer sehr starken Leistung. Es war ein großer Schritt nach vorne.“

Vor Weihnachten steht allerdings nun noch das Spiel bei Bayer 04 auf dem Programm. Schuster geht mit Respekt an die Aufgabe heran: „Wir freuen uns auf die Herausforderung beim amtierenden Deutschen Meister. Bei einer Mannschaft, die einen tollen Fußball spielt und die Deutschland auch international sehr gut vertritt. Wir werden nochmal alles reinwerfen, um es Leverkusen so schwer wie möglich zu machen.“

Personal

In der BayArena wird dem SCF nach wie vor Mittelfeldspieler Daniel-Kofi Kyereh fehlen, der sich nach seinem Kreuzbandriss im Aufbautraining befindet. Ansonsten kann Julian Schuster in Leverkusen aus dem Vollen schöpfen. Torhüter Noah Atubolu ist einer der Stützpfeiler des Teams. Der 22-Jährige zeigte in den vergangenen Wochen häufig überragende Leistungen. In der Vierer-Abwehrkette sind Kapitän Christian Günter (links), die beiden Innenverteidiger Philipp Lienhart und Matthias Ginter sowie Lukas Kübler (rechts) gesetzt. Auch im Mittelfeld sind die Rollen klar verteilt: Als Sechser fungieren meist Maximilian Eggestein und Patrick Osterhage, für die offensiven Akzente sorgen Vincenzo Grifo und Ritsu Doan. Im Angriff agierte zuletzt das Duo Lucas Höler und Michael Gregoritsch. Der Österreicher war wegen eines Muskelfaserrisses lange ausgefallen. Seine Position hatte bis vor wenigen Wochen sein Landsmann Junior Adamu eingenommen, der nach abgelaufener Rotsperre in Leverkusen wieder zur Verfügung steht. In den vergangenen Spielen kamen die Offensivkräfte Merlin Röhl und Eren Dinkci nach ihren Verletzungspausen wieder zu ersten kürzeren Einsätzen. Beide bringen enormes Tempo mit und sind auch für die Startelf eine Option.

Probleme

Obwohl die Freiburger in den vergangenen Wochen oft mehr Ballbesitz hatten und mehr Pässe gespielt haben als in der ersten Phase der Hinrunde, sprangen weniger Abschlüsse und Chancen dabei heraus. Mit 20 Toren nach 14 Spielen zählen die Breisgauer nicht zu den offensivstärksten Mannschaften der Liga. Zwischen dem achten und elften Spieltag gelang dem Team von Julian Schuster in vier Spielen nur ein Treffer. Auswärts ist der SCF bislang noch sieglos, in sieben Partien stehen erst sechs Tore zu Buche. Warum das so ist? „In vermeintlich sehr guten Ausgangssituationen haben wir falsche Entscheidungen getroffen oder waren einfach nicht präzise genug, da müssen wir uns steigern“, hatte Schuster vor der Partie gegen Wolfsburg erkannt und mehr „Wachheit, Übersicht und Präzision“ gefordert. Auch die traditionelle Freiburger Stärke nach Standards kam bis zum 3:2-Sieg gegen Wolfsburg noch nicht wie gewohnt zum Tragen. Erstaunlich: In der Liga hat Freiburg noch keinen seiner drei Elfmeter verwandeln können. Auch im DFB-Pokal scheiterte man zuletzt in Bielefeld vom Punkt aus.

Prunkstück

Die Breisgauer stellen mit 19 Gegentoren die viertbeste Defensive der Liga. Was nicht zuletzt an der eingespielten und sehr erfahrenen Abwehrreihe um Kapitän Christian Günter sowie dem überzeugenden Torhüter Noah Atubolu liegt. Insgesamt überzeugt der SCF als starkes Kollektiv, das unter Julian Schuster noch höher und aggressiver ins Pressing geht als unter Christian Streich. Dreh- und Angelpunkt in der Offensive ist wie in den vergangenen Jahren Vincenzo Grifo. Der Italiener führt mit drei Treffern und sieben Assists die interne Scorer-Rangliste an. Erfolgreichster Torschütze ist bislang der Japaner Ritsu Doan mit fünf Treffern. Die heimstarken Breisgauer, die zu Hause 16 Punkte aus 7 Spielen holten, haben zuletzt beim 3:2-Sieg gegen die Wölfe gezeigt, was sie in dieser Saison oft ausgezeichnet hat. „Es ist wichtig, so zu spielen wie gegen Wolfsburg, Zweikämpfe zu gewinnen, in Zweikämpfe zu gehen, aus zweiten Bällen mindestens einen 50:50-Ball zu machen und, wenn möglich, die auch noch zu gewinnen“, betonte Stürmer Michael Gregoritsch nach dem siebten Saisonsieg.

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