
Das Auftaktspiel des SCP in Leverkusen war gewissermaßen ein Vorgeschmack auf das, was man nach beinahe jedem Saisonspiel der Baumgart-Elf resümieren konnte: mutig aufgetreten, offensive Glanzlichter gesetzt, aber am Ende mit leeren Hände dagestanden. Nicht nur gegen Bayer 04 hatten die als krasser Außenseiter in die Saison gestarteten Paderborner mehr als gut mitgehalten und selbst stets ansehnlich und häufig erfolgreich den Weg nach vorne gesucht. Mehr Tore als der Gegner zu schießen, das klappte aber erst am vergangenen Samstag. Gegen Fortuna Düsseldorf brachte ein herrlicher Distanz-Hammer von Abdelhamid Sabiri den ersten Saisonsieg auf den Weg und den Ostwestfalen neue Hoffnung. 2:0 hieß es am Ende, am 9. Spieltag endlich das erste Erfolgserlebnis. Zwar bleibt der SCP auf Tabellenplatz 18, konnte den Rückstand auf das rettende Ufer aber verkürzen. Den bis Samstag einzigen Pflichtspielsieg der Saison hatten die Paderborner im DFB-Pokal eingefangen: Am Ende eines verrückten Erstrunden-Matches behielten Gjasula & Co. bei Regionalligist Rödinghausen mit 7:5 im Elfmeterschießen die Oberhand und sicherten sich dadurch das nun anstehende Match in der BayArena.
Trainer Steffen Baumgart verfügt über einen breiten und ausgeglichen besetzten Kader. Dementsprechend viel variiert der Coach auch seine Startaufstellungen, im Sturmzentrum etwa durften sich in Sven Michel, Streli Mamba, Babacar Gueye und Ben Zolinski bereits vier verschiedene Spieler von Beginn an versuchen. Einzig die beiden zentralen Mittelfeldspieler Sebastian Vasiliadis und Klaus Gjasula bestritten bislang jede Partie von Beginn an. Auch auf der Position des Torhüters nahm Baumgart zuletzt eine Änderung vor und ersetzte Neuzugang Jannik Huth durch Aufstiegskeeper Leopold Zingerle (im Bild oben), der gegen die Fortuna mit starken Paraden zu überzeugen wusste. Zudem stellte er vom 4-4-2-System, das Paderborn auch am 1. Spieltag in Leverkusen praktiziert hatte, auf 4-2-3-1 um, gegen Düsseldorf lief Paderborn nun erstmals im 4-3-3 auf. Und nicht nur das taktische Repertoire ist groß: Anders als viele andere Bundesligisten kann Paderborn trotz des derzeit vollgepackten Spielplans personell beinahe aus dem Vollen schöpfen: Nur Routinier und Abwehrchef Uwe Hünemeier fällt mit Bänderriss für die Partie gegen Bayer 04 definitiv aus.
Hünemeiers Ausfall trifft bereits die ausgemachte Schwachstelle im Kader: die Defensive. Bereits 22 Gegentore musste Paderborn in dieser Saison hinnehmen. Das ist einerseits der offensiven Spielweise geschuldet, zumindest teilweise aber auch der mangelnden Erfahrung in der Abwehr. Nach Hünemeiers Ausfall verbannte Baumgart nun auch seinen etatmäßigen Nebenmann und Kapitän Christian Strohdiek auf die Bank. Die Innenverteidigung bildeten daher zuletzt Eigengewächs Sebastian Schonlau und der 20-jährige Neuzugang Luca Kilian. Beide kommen auf zusammengerechnet sieben Bundesligaspiele, Schlussmann Zingerle auf deren drei. Immerhin: Gegen Düsseldorf gelang Paderborn erstmals in dieser Saison eine „weiße Weste“, und Schonlau gelang das 2:0.
Paderborn tat sich in den vergangenen Jahren damit hervor, Spielern aus unteren Ligen eine Chance zu geben. So spielte Linksaußen Christopher Antwi-Adjei noch vor zweieinhalb Jahren in Sprockhövel; Ben Zolinski vor gut drei Jahren in Neustrelitz, Streli Mamba für die zweite Mannschaft des SV Sandhausen - und Kai Pröger, immerhin Torschütze gegen den FC Bayern, war noch bis Anfang des Jahres bei Regionalligist Rot-Weiß Essen unter Vertrag. Klar: Die bereits deutschlandweit bekannten Talente kann Paderborn nicht an Land ziehen, dafür fehlen die Mittel. Das Potenzial, das der SCP aber seit Jahren ausschöpft, hat seinen ganz eigenen Charme und eine gewisse Romantik in sich: Ein Team mit zahlreichen Spielern, die sich fernab der Nachwuchsleistungszentren entwickelten, noch im besten Fußballer-Alter unter dem Radar flogen - und nun doch Bundesliga spielen.
Nicht mal in Paderborn selbst wären die Verantwortlichen am Saisonende allzu überrascht, wenn die zweite Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte mit dem zweiten Abstieg enden würde. Für einen Klub, der noch vor zweieinhalb Jahren sportlich in die Regionalliga abgestiegen war, ist der Aufstieg an sich schon wie eine Champions-League-Teilnahme. Abschreiben sollte man die Ostwestfalen jedoch auch noch nicht. Nicht nur gegen Bayer 04, sondern auch gegen den vermeintlich übermächtigen FC Bayern hielt der SCP bis zum Ende mit und zeigte, dass er mit seiner unbeschwerten Spielweise jedem Gegner gefährlich werden kann – also auch der Werkself am Dienstagabend.

Vier Bayer 04-Profis sind bei der 35. Auflage des Afrika-Cup im Einsatz, die vom 21. Dezember bis zum 18. Januar 2026 in Marokko ausgetragen wird: Eliesse Ben Seghir für die Gastgeber, Edmond Tapsoba mit Burkina Faso, Ibrahim Maza für Algerien und Christian Kofane mit Kamerun. Der Ticker zu den Partien der Werkself-Akteure...
Mehr zeigen
Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
Mehr zeigen
Ein torreiches 2025 liegt hinter der Werkself: Los ging's direkt mit einem Blitzstart – Nathan Tella trifft in Dortmund schon nach wenigen Sekunden zum ersten Mal im neuen Fußball-Jahr. Weitere Highlights liefern dann Florian Wirtz, Aleix Garcia, immer wieder Patrik Schick und natürlich Alejandro Grimaldo mit seinen europaweit gefürchteten Freistößen. Die Highlights zum Ende des Jahres: Wichtige Pokal-Treffer von Ibrahim Maza, vielumjubelte Siegtore in Lissabon und Manchester, der Scorpion Kick von Martin Terrier im Derby und als ganz besonderer Abschluss in 2025: Montrell Culbreath aus der U19 mit seinem Treffer zum 3:1-Sieg in Leipzig bei seinem Debüt. Viel Spaß beim Schauen!
Mehr zeigen
Die fünf beeindruckendsten Tore der Lizenzmannschaft im Jahr 2025. Mit dabei: Alejandro Grimaldo, Patrik Schick und natürlich Martin „Skorpion“ Terrier...
Mehr zeigen
Ob der entscheidende Pass, die perfekte Flanke oder das beste Zuspiel: Bei den fünf schönsten Vorlagen der Lizenzmannschaft im Jahr 2025 ist alles dabei. Daran beteiligt? Unter anderem Aleix Garcia, Ibrahim Maza und Arthur...
Mehr zeigen