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15.05.2026Bundesliga

Gegner-Check: Der HSV kommt ohne Druck nach Leverkusen

Den Klassenerhalt sicherte sich der Hamburger SV bereits am 32. Spieltag. Das Saisonziel wurde damit nach einer kurzen Schwächephase im Frühjahr doch noch souverän erreicht. Zum Ausklang der aktuellen Spielzeit tritt der HSV nun am Samstag, 16. Mai (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky, WOW und im Werkself-Radio), in der BayArena an. Zwei Führungsspieler des Klubs werden dort möglicherweise ein letztes Mal für die Rothosen auflaufen. Der Gegner-Check.
Hamburger SV beim Torjubel

Position

Es würde nicht wundern, wenn sie in der Hansestadt zukünftig den 10. Mai als inoffiziellen neuen Feiertag begehen würden. 2025 stieg der HSV an diesem Tag nach siebenjähriger Absenz wieder in die Bundesliga auf. Auf den Tag genau ein Jahr später ließen es die Hamburger mit ihren Fans im ausverkauften Volksparkstadion erneut ordentlich krachen. Nach dem 3:2-Erfolg gegen den Europa-League-Finalisten SC Freiburg im letzten Heimspiel der Saison musste schließlich auch zu Hause noch einmal der Klassenerhalt gebührend gefeiert werden, den die Rothosen bereits mit dem 2:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt in der Woche zuvor perfekt gemacht hatten. In Leverkusen können sie nun ganz befreit aufspielen.

Der Wonnemonat Mai sorgt in Hamburg also einmal mehr für beste Laune. Der HSV rangiert als Aufsteiger vor dem letzten Spieltag mit 37 Punkten auf Platz 11 – elf Punkte vor dem Relegationsrang. Das große Saisonziel ist damit souverän erreicht. Und die Freude darüber war auch überall zu spüren. „Es gab so viele tolle Momente in dieser Saison“, sagte Mittelfeldspieler Nicolai Remberg, einer der Leistungsträger im Team von Trainer Merlin Polzin. „Als Mannschaft haben wir Großes erreicht. Jeder hat sich reingehauen. Uns hat ausgezeichnet, dass auch die Spieler, die eigentlich nicht so viel spielen, ihre Leistung gebracht haben, wenn sie gebraucht wurden und ihre Chance kam.“ So wie am vergangenen Sonntag zum Beispiel die beiden Eigengewächse Otto Stange (19) und Fabio Baldé (20). Erstgenannter feierte gegen Freiburg sein Startelf-Debüt in der Bundesliga, Letzterer erzielte sein erstes Liga-Tor. Und noch zwei weitere beim HSV ausgebildete Talente durften sich in der Nachspielzeit vor eigenem Publikum präsentieren: Louis Lemke (16) wurde zum jüngsten Debütanten in der Bundesliga-Geschichte der Hamburger, Shafiq Nandja (19) kam ebenfalls zu seinem ersten Einsatz im Fußball-Oberhaus.

Neben all den erfreulichen Nachrichten aus dem sportlichen Bereich verkündete der HSV am vergangenen Dienstag offiziell noch eine besondere Personalie: Kathleen Krüger wird zum 1. Juli HSV-Sportvorständin und damit Nachfolgerin von Stefan Kuntz, von dem sich der Klub im Januar getrennt hatte. Krüger wechselt nach 17 Jahren beim FC Bayern München, wo sie zuletzt als Leiterin Organisation und Infrastruktur tätig war, an die Alster. Die 40-Jährige verantwortet in Zukunft den sportlichen Gesamtbereich des Hamburger SV. Die Bundesliga bekommt damit ihre erste feste Sportvorständin der Geschichte.

Uns hat ausgezeichnet, dass auch die Spieler, die eigentlich nicht so viel spielen, ihre Leistung gebracht haben, wenn sie gebraucht wurden und ihre Chance kamHSV-Mittelfeldmotor Nicolai Remberg über das Erfolgsrezept der Rothosen

Personal

Der Erfolg gegen den SC Freiburg geriet zu einem höchst emotionalen letzten Saison-Heimspiel. Nicht nur, weil anschließend der Klassenerhalt noch einmal ausgiebig gefeiert werden konnte. Auch, weil es möglicherweise der letzte Auftritt zweier besonderer HSV-Profis im Volksparkstadion gewesen sein könnte. Innenverteidiger Luka Vuskovic und Offensivakteur Fabio Vieira waren zwei Garanten der erfolgreichen Hamburger Saison, zwei Hauptdarsteller der zurückliegenden Monate, die mit jeweils sechs Toren auch die beiden erfolgreichsten Torschützen ihres Teams waren. Als Merlin Polzin die Ausnahmekönner kurz vor Spielende auswechselte, gab es Ovationen. Vuskovic und Vieira dürften am Samstag in der BayArena erneut in der Startelf stehen. Nach der Saison muss der HSV aber wohl ohne sie planen. „Zu 99,9 Prozent war es meine Abschiedsparty“, sagte Vuskovic nach der Partie gegen Freiburg. Der 19 Jahre alte kroatische Nationalspieler ist vom Premier-League-Klub Tottenham Hotspur an die Hamburger bis Ende der aktuellen Spielzeit ausgeliehen. Auch der Portugiese Vieira dürfte als Leihspieler des FC Arsenal schwer zu halten sein.

In Leverkusen kann Polzin in der Abwehr wie zuletzt vor Torhüter Daniel Heuer Fernandes auf seine Dreierkette um Vuskovic, Nicolas Capaldo und Warmed Omari setzen. Auch Linksverteidiger Miro Muheim nahm nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder am Mannschaftstraining teil und könnte in den Kader zurückkehren. Im defensiven Mittelfeld sind Remberg und Albert Sambi Lokonga erste Wahl. Als Schienenspieler fungierten in den vergangenen beiden Spielen Bakery Jatta und Albert Grönbaek. Vorne stehen neben Viera unter anderem die Stürmer Ransford Königsdörffer und Youngster Stange zur Verfügung. Robert Glatzel musste gegen Freiburg wegen einer Wadenverletzung passen.

Probleme

Im Angriff drückt der Schuh: Mit nur 39 erzielten Toren ist der HSV in der Offensive das viertschwächste Team der Liga. Auswärts traf nur Stadtrivale FC St. Pauli (12) noch seltener als die Rothosen (14). Stürmer wie Glatzel, Jean-Luc Dompé, Rayan Philippe, oder Yussuf Poulsen konnten selten die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Ohne die sechs Treffer von Innenverteidiger Vuskovic stünde Hamburg noch schlechter da.

An Genauigkeit und Durchsetzungsvermögen mangelte es dem HSV auch in der Hinrunde bei der 0:1-Heimniederlage gegen Bayer 04. Chancen konnten sich die Hamburger Anfang März beim Nachholspiel kaum erarbeiten. Die Werkself gewann verdient, die beste Möglichkeit für die Gastgeber besaß bezeichnenderweise Vuskovic, der in der Nachspielzeit erst an Janis Blaswich an die Latte scheiterte.

Hamburger SV gegen Bayer 04
Freud und Leid im Hinspiel: Bayer 04-Keeper Janis Blaswich bejubelt seine Rettungstat in der Nachspielzeit gegen Hamburgs Luka Vuskovic (rechts).

Prunkstück

Hinten steht der HSV relativ stabil. Torhüter Heuer Fernandes musste 53-mal den Ball aus dem eigenen Netz holen – nur die ersten sechs Teams in der Tabelle kommen auf weniger Gegentore. Hamburgs Abwehr lässt zwar viele Schüsse aufs Tor zu, ist in der Luft aber schwer zu knacken. Nur drei Kopfballtreffer der Gegner bedeuten Platz drei in diesem Ranking. Ähnlich sicher verteidigt der Aufsteiger auch bei Kontern. Nur ein Gegentor musste der HSV auf diese Weise hinnehmen – Platz zwei hinter Borussia Dortmund (0).

Das eigene Umschaltspiel zählt dagegen zu den Stärken der Hamburger. Zehn Tore nach Kontern sind ligaweit der zweitbeste Wert nach Bayer 04 und dem FC Bayern, die beide auf jeweils 13 Kontertore kommen. Als Schlüsselspieler in der HSV-Offensive war Vieira (sechs Tore, fünf Assists) an elf Treffern direkt beteiligt.

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