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13.03.2026Bundesliga

Gegner-Check: Außergewöhnliche Qualität in allen Mannschaftsteilen

Sie sind auf dem besten Weg, zum 35. Mal Deutscher Meister zu werden und haben am vergangenen Dienstag auch in der UEFA Champions League einmal mehr ihre große Klasse unter Beweis gestellt. An diesem Samstag, 14. März (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky, WOW und im Werkself-Radio), kommt der FC Bayern München in die BayArena. Dort treffen die beiden Bundesliga-Mannschaften mit den dominantesten Spielweisen aufeinander. Dass die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt viele Stärken haben, aber durchaus auch verwundbar sind, zeigt ein Blick auf den Gegner-Check.
Der FC Bayern München beim Torjubel

Position

Selbst Atalantas Trainer geriet nach diesem Auftritt des FC Bayern ins Schwärmen. „Ich habe schon vor dem Spiel auf der Pressekonferenz gesagt, dass wir gegen die wahrscheinlich beste Mannschaft der Welt antreten würden, und heute Abend haben sie das wirklich bewiesen“, erklärte Raffaele Palladino nach dem 1:6 gegen den Deutschen Rekordmeister und gratulierte „den Bayern, dem Verein, dem Trainer. Heute Abend haben sie mich auf dem Platz beeindruckt“. Der kicker nannte den Sieg der Münchner in Bergamo eine „Machtdemonstration“, der FC Bayern habe „Atalanta in alle Einzelteile zerlegt“. Auch internationale Medien staunten. Die spanische AS schrieb: „Diese Bayern machen Angst.“ Und für La Republica (Italien) spielten „die Deutschen wie von einem anderen Planeten“.

Mit dieser Fußballgala haben die Münchner das Tor zum Viertelfinale weit aufgestoßen. Josip Stanisic, Michael Olise und Serge Gnabry hatten schon nach einer halben Stunde auf 3:0 für die Gäste gestellt. Nicolas Jackson, erneut Olise und Jamal Musiala erhöhten im zweiten Durchgang, bevor Atalanta, das in den Play-offs Borussia Dortmund ausgeschaltet hatte, in der Nachspielzeit noch der Ehrentreffer gelang. „Man hat von der ersten Minute an gemerkt, was wir uns vorgenommen haben, was die Idee ist, was der Plan ist, was die Bereitschaft war“, analysierte Bayern-Sportvorstand Max Eberl. „Es war eine beeindruckende Leistung der Mannschaft.“

Wie in der Champions League ist der FCB auch in der Meisterschaft voll auf Kurs. Mit elf Punkten Vorsprung führen sie die Tabelle an und gewannen auch am vergangenen Wochenende 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach – nach dem 3:2 im Topspiel gegen Borussia Dortmund war es bereits der fünfte Bundesligasieg in Folge. Ihre bislang einzige Niederlage mussten Kimmich und Co. am 19. Spieltag zu Hause gegen den FC Augsburg (1:2) einstecken. Ungeschlagen Meister werden – wie die Werkself in der Saison 2023/24 – können sie also nicht mehr. Dennoch ist das Team von Trainer Vincent Kompany auf dem besten Weg, die Schale zum 35. Mal nach München zu holen. Schwieriger dürfte der Weg zum Titel im DFB-Pokal werden. Dort treffen die Bayern am 22. April ebenfalls in Leverkusen auf Bayer 04. Und wie am kommenden Samstag genießt die Werkself auch dann Heimrecht.

Lennart Karl, Leon Goretzka, Tom Bischof, Luiz Diaz und Nicolas Jackson

Personal

Vincent Kompany wird wohl für das Spiel in der BayArena im Vergleich zum 6:1-Erfolg in Bergamo auf einigen Positionen umstellen müssen: Torhüter Jonas Urbig zog sich kurz vor dem Abpfiff des Achtelfinal-Hinspiels eine Gehirnerschütterung zu. Da Manuel Neuer noch an einem Muskelfaserriss laboriert, könnte am Wochenende womöglich die Nummer 3, der 37-jährige Sven Ulreich, zwischen den Pfosten stehen. Linksverteidiger Alphonso Davies, der am vergangenen Dienstag in der zweiten Hälfte für Konrad Laimer eingewechselt worden war, erlitt eine Zerrung der Oberschenkelmuskulatur im rechten Bein. Mittelfeldspieler Jamal Musiala muss wegen einer Schmerzreaktion am linken, operierten Sprunggelenk pausieren. Zudem fehlte zuletzt auch Innenverteidiger Hiroki Ito aufgrund eines Muskelfaserrisses.  

Große Sorgen muss sich Vincent Kompany aber deshalb nicht machen. Der Chefcoach verfügt schließlich in sämtlichen Mannschaftsteilen über exzellentes Personal. In der Viererkette stehen unter anderem die beiden Werkself-Doublesieger Josip Stanisic und Jonathan Tah zur Verfügung. Außerdem Dayot Upamecano, Min-Jae Kim, Raphael Guerreiro oder Konrad Laimer. Im zentralen Mittelfeld sind Joshua Kimmich und Leon Goretzka meist erste Wahl. Aber auch die Youngster Tom Bischof, Aleksandar Pavlovic und Lennart Karl kommen regelmäßig zum Einsatz. Vorne dürfte Harry Kane sein Comeback geben. Der Top-Torjäger hatte wegen Wadenproblemen gegen Mönchengladbach gefehlt, saß aber in Bergamo schon wieder auf der Bank.

Probleme

Hat dieser so überzeugend auftretende FC Bayern überhaupt eine Schwachstelle? Wenn, dann vielleicht das Verteidigen von Standards. Die Hälfte seiner 24 Gegentore in der Liga kassierte der FCB nach ruhenden Bällen. Zuletzt etwa gelang Nico Schlotterbeck beim 2:3 des BVB gegen den Rekordmeister ein Kopfballtreffer nach einer Freistoßflanke. Auch bei den beiden bislang einzigen Saisonniederlagen gegen den FC Augsburg und den FC Arsenal mussten die Münchner jeweils ein Tor nach einem Eckball hinnehmen. „Das ist momentan ihre Achillesferse“, sagt der ehemalige Bayern-Profi Markus Babbel. Und auch Toni Kroos, der einst sowohl für die Bayern als auch für Bayer 04 spielte, mahnte jüngst in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“ angesichts der relativ hohen Anzahl an Standard-Gegentoren: „Es ist ungewöhnlich viel und kann dir eine eigentlich gute Saison schnell beenden. Die Bayern müssen sich in der Hinsicht deutlich verbessern, denn viele Spiele werden heutzutage durch Standards mitentschieden.“

„Die Bayern müssen sich in der Hinsicht deutlich verbessern, denn viele Spiele werden heutzutage durch Standards mitentschieden.“Ex-Werkself- und Bayern-Profi Toni Kroos über die vielen Standard-Gegentore der Münchener

Prunkstück

Was die eigenen Standards betrifft, sind die Bayern, wie in so vielen anderen Kategorien, absolute Spitze. 25 Treffer nach ruhenden Bällen sind der Top-Wert in der Liga. Die Offensive der Münchner sucht ohnehin ihresgleichen – national wie international. 92 Tore hat der FC Bayern in 25 Bundesliga-Spielen erzielt. Die bisherige, von ihm selbst aufgestellte Saison-Rekordmarke von 101 Toren aus der Saison 1971/72 dürfte der FCB bei noch neun ausstehenden Partien locker knacken. Zum Vergleich: Paris St. Germain kommt als Spitzenreiter in der Ligue 1 in ebenfalls 25 Partien aktuell auf 54 Tore, der FC Arsenal als Premier-League-Tabellenführer hat in 30 Spielen 56 Treffer erzielt.

Hauptverantwortlicher für die Bayern-Torflut ist keineswegs nur Harry Kane. Der Engländer führt zwar die Torjägerliste mit 30 Treffern klar an. Aber Kanes Teamkollegen Luis Diaz und Michael Olise sind für das Offensivspiel der Münchner nicht weniger wichtig. Beide bringen es in der Liga jeweils auf 28 Scorerpunkte. Das Trio Kane, Diaz, Olise erzielte zusammen 54 Tore und damit über die Hälfte aller Bayern-Treffer. Letztgenannter ist mit 22 Assists europaweit der beste Vorlagengeber und mit insgesamt 37 Scorerpunkten in allen Pflichtspielen der beste Flügelspieler in den fünf europäischen Top-Ligen. Und dann wären da ja auch noch Serge Gnabry, Jamal Musiala, Lennart Karl und Nicolas Jackson als Offensiv-Trümpfe zu nennen. Kein Wunder also, dass die Bayern in den Kategorien Torschüsse, Schussgenauigkeit, Chancenverwertung, Kopfballtore, Kontertore, Verschiedene Torschützen jeweils auf Platz eins stehen. Auch was die Anzahl der Pässe, die Passquote und den Ballbesitz betrifft, führt der FCB das Feld – jeweils knapp vor Bayer 04 – an. Es wird spannend zu beobachten sein, welche der beiden Mannschaften am Samstag mehr Spieldominanz auf den Platz bringen kann.

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