
Die Experten in Fußball-Deutschland waren sich einig: Viel größer kann eine Veränderung auf der Trainerposition auf den ersten Blick nicht ausfallen. Der Wechsel von Ante Covic zu Jürgen Klinsmann Ende November bedeutete auch: vom Mann von der Vereinsbasis zum schillernden Weltbürger, vom langjährigen Jugendcoach zum ehemaligen deutschen Bundestrainer. Die 180-Grad-Wende war nötig geworden, nachdem Hertha unter dem erst im Sommer beförderten Covic viermal in Folge verloren hatte und in den Abstiegsstrudel geraten war. Unter Klinsmann schlug sich die Hertha nun mehr als achtbar: Einer knappen Niederlage gegen Dortmund zum Auftakt folgte ein Unentschieden in Frankfurt – und am vergangenen Samstag die große Erlösung: Gegen das Überraschungsteam aus Freiburg feierte die Alte Dame einen 1:0-Erfolg – der erste Sieg für Klinsmann als Trainer der Hauptstädter und der erste Dreier für Hertha seit Anfang Oktober. Dadurch haben sich die Berliner ein wenig Luft verschafft, das Team verbesserte sich auf Tabellenplatz 13. Im DFB-Pokal sind die Herthaner weiterhin vertreten und treffen Anfang Februar 2020 auf den FC Schalke 04.
Alleine der Stab, den Klinsmann – wohlgemerkt nur als Interimstrainer bis Ende der Saison -mitbrachte, sorgte für reichlich Prominenz und mediale Aufmerksamkeit: Co-Trainer Alexander Nouri war bereits Cheftrainer in Bremen und Ingolstadt, Markus Feldhoff stürmte in der Bundesliga unter anderem für Bayer 04. Zudem übernahm Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke zumindest bis Jahresende das Anleiten der Hertha-Torhüter. Und noch ein alter Bekannter aus Klinsmanns Zeit als Bundestrainer wurde installiert: Der langjährige Nationalspieler und Hertha-Ikone Arne Friedrich übernahm ebenfalls Ende November die Position des Teammanagers. Auch aus taktischer Sicht setzt Klinsmann neue Akzente: Anders als sein Vorgänger Covic, der zumeist nur einen echten Stürmer brachte, setzt der 55-Jährige auf eine Doppelspitze – zunächst bestehend aus Davie Selke und Dodi Lukebakio, gegen Freiburg dann mit Selke und Kapitän Vedad Ibisevic im Sturmzentrum und Lukebakio auf der Außenposition. Besonders der Belgier, vor der Saison von Fortuna Düsseldorf gekommen, ist einer, auf den die Werkself wird achten müssen: Lukebakio ist mit vier Treffern nicht nur Top-Torschütze der Hertha in dieser Saison, sondern auch ihr bester Vorlagengeber (vier Assists). Personell kann Klinsmann aktuell aus dem Vollen schöpfen – mittlerweile auch wieder auf der Torhüterposition: Stammkeeper Rune Jarstein ist nach Rot-Sperre zurück zwischen den Pfosten der Hauptstädter.
Offensiv ist Hertha BSC stark von seinen Individualisten abhängig. Viel geht über die Einzelaktionen von Lukebakio oder dem niederländischen Dribbelkünstler Javairo Dilrosun. Die spielerische Komponente, das schnelle Zusammenspiel in der Offensive, gelingt in dieser Saison noch nicht nach Plan. Im vergangenen Jahr hatte sich für diese Momente häufig Ondrej Duda verantwortlich gezeigt, doch der Slowake bekommt in der laufenden Spielzeit noch keinen Fuß auf den Boden. Häufig ist er nur Reservist, zuletzt schickte Klinsmann ihn sogar zur Zweiten Mannschaft, die in der Regionalliga Nordost antritt. Noch in der Woche zuvor hatte Duda in der Startelf der Profis gestanden. Wo befindet sich der Spielmacher am Mittwoch bei Anpfiff in Leverkusen?
Hertha BSC dürfte in den kommenden Jahren einer der am interessantesten zu verfolgenden Bundesligisten werden. Der Grund: Lars Windhorst. Der Unternehmer stieg im Juni 2019 als Investor bei den Berlinern ein, hält seit November mit seiner Investmentgruppe Tennor 49,9 Prozent der Anteile an der GmbH. Die Ambitionen sind hoch. „Unser klares Ziel ist es, dass Hertha in den nächsten Jahren in Deutschland und Europa ein Spitzenklub ist“, verkündete Windhorst im September gegenüber der „Bild am Sonntag“. Sehen wir Hertha BSC also bald in der Champions League? Die Verpflichtung von Klinsmann als Interimstrainer gibt zumindest einen Vorgeschmack auf eine extravagante Klub-Zukunft.
Bevor die Berliner von einem internationalen Höhenflug träumen können, heißt die Realität erst einmal Abstiegskampf. Die Karten sind hier jedoch gut: Unter Klinsmann hat sich die Mannschaft stabilisiert und jetzt auch das erste Erfolgserlebnis gefeiert. Zudem sollte die Qualität des Kaders allemal ausreichen, um den Klassenerhalt zu realisieren.

Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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Werkself-TV zeigt die Pressekonferenz nach dem 2:4 gegen den VfB Stuttgart am 8. Bundesliga-Spieltag 2026/27 mit den beiden Cheftrainern Sebastian Hoeneß und Carles Martínez...
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Werkself-TV zeigt das 2:4 von Bayer 04 gegen den VfB Stuttgart am 8. Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 re-live...

Nach zuvor wettbewerbsübergreifend sechs Heimsiegen musste Bayer 04 beim 2:4 gegen den VfB Stuttgart die erste Heimniederlage der laufenden Spielzeit hinnehmen – und das, obwohl Schwarz-Rot trotz mehrmaliger Dämpfer Moral bewiesen hatte. Mit den ersten beiden Torchancen waren den Gästen durch Ermedin Demirovic (14.) und Jamie Leweling (22.) direkt zwei Tore gelungen. Zwar traf Patrik Schick in Minute 29 zum Ausgleich, Bilal El Khannouss (51.) und erneut Demirovic (66.) sorgten aber für weitere Treffer der Stuttgarter. Bayer 04 gab bis zum Ende nicht auf und spielte weiter nach vorne. Mehr als der erneute Anschluss durch Ibrahim Maza (79.) gelang den Hausherren jedoch nicht.
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