
Bayer 04-Cheftrainer Peter Bosz musste in Mainz nach wie vor auf die verletzten Joel Pohjanpalo, Panos Retsos und Kapitän Lars Bender verzichten. Kai Havertz hingegen, der zuletzt in Heidenheim wegen einer Hüftverletzung passen musste, stand wieder zur Verfügung und kehrte ebenso in die Anfangsformation zurück wie Jonathan Tah, Sven Bender, Karim Bellarabi und Kevin Volland. So stand in der Opel-Arena die selbe Startelf auf dem Feld wie beim 3:1-Sieg gegen die Bayern.
„Ich erwarte, dass wir gewinnen, ein gutes Positionsspiel zeigen und unseren Fußball spielen", gab Bosz die Marschrichtung vor. Den besseren Start erwischten zunächst die Nullfünfer, als Matete frei vor Hradecky zum Schuss kam, der Bayer 04-Keeper aber stark parieren konnte (2.). Als kaltschnäuziger erwies sich die Werkself, die mit ihrem ersten gefährlichen Angriff gleich die Führung erzielte. Volland zog auf der linken Seite nach einem Querschläger der Mainzer auf und davon, passte rüber auf Bellarabi, der den Ball im Fallen in die Mitte spielte, wo Wendell nur noch einzuschieben brauchte (5.). Die Führung der Gäste hielt aber nicht lange. Nur vier Minuten später gelang Mainz nach einer Ecke durch Quaison der Ausgleich (9.).
Danach aber dominierte Bayer 04 das Spiel und erarbeitete sich Chancen im Minutentakt durch Sven Bender (13.), Volland (14.), Brandt (16.) und Bailey (17.). Die erneute und verdiente Führung für Schwarz-Rot blieb dann Kai Havertz vorbehalten. Julian Brandt hatte sich Mittelfeld den Ball erobert, den Turbo auf links gezündet und den mitgelaufenen Havertz bedient, der mit links aus 14 Metern platziert zum 2:1 für die Gäste abschloss (20.). Es war bereits der achte Liga-Treffer für den Youngster. Die Werkself gab jetzt spielerisch klar den Ton an, ließ aber hin und wieder auch Chancen der Mainzer zu, wie die durch Matete, der den Ball beim Abschluss nicht richtig traf (28.). Auf der Gegenseite dann wieder Pech fürs Bosz-Team, als Bellarabi den Hammer auspackte und nur die Unterkante der Latte traf (30.). Nur Sekunden später wieder eine ganz starke Offensivaktion der Werkself: Brandt und Volland spielten einen Klasse-Doppelpass, den Brandt eiskalt aus spitzem Winkel zum 3:1 für Bayer 04 vollendete (30.). Volland hatte sechs Minuten später das nächste Tor auf dem Schlappen, zog aber aus halblinker Position am Tor vorbei (36.).
Es war ein höchst unterhaltsames Duell in der Opel-Arena, in dem Bayer 04 Hochgeschwindigkeits-Fußball zeigte, aber auch die Mainzer gefährlich blieben: Aaron traf mit einem Distanzschuss nur die Latte (42.). Im Gegenzug dann der nächste Treffer, weil's mal wieder blitzschnell in Richtung Mainzer Tor ging. Der bärenstarke Brandt marschierte durchs Mittelfeld, setzte Bellarabi auf der rechten Seite in Szene, und die Nummer 38 der Werkself fackelte nicht lange und zog vom Strafraumeck ins lange Eck zum 4:1 für die Gäste ab (43.). Den Mainzern bot sich durch Quaison noch mal eine Chance, aber der Stürmer traf den Ball frei vor dem Tor nicht richtig (45.+1). Mit einer klaren 4:1-Führung für die Werkself ging's in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel gleich die nächste dicke Chance für die Leverkusener: Bailey stand nach herrlichem Zuspiel von Bellarabi frei vor Müller, zog aber knapp am Kasten vorbei (50.). Die Gäste kontrollierten die Partie, ließen Ball und Gegner gut laufen und setzten dann zum nächsten Hieb an. Wieder war es der nicht zu bremsende Julian Brandt, der sich im Mittelfeld die Kugel schnappte, wieder Kevin Volland als Doppelpass-Partner fand und dann aus wenigen Metern FSV-Keeper Müller keine Abwehrchance ließ (64.) - es stand 5:1 für die Werkself! Brandts erster Bundesliga-Doppelpack war geschnürt, dazu noch zwei Assists - der Nationalspieler war der überragende Mann auf dem Platz.
Natürlich war das Spiel längst gelaufen. Nur Holtmann besaß kurz vor Schluss noch die Chance auf einen zweiten Mainzer Treffer. Nach dem Abpfiff feierten die rund 1.000 mitgereisten Bayer-Fans ihre Mannschaft, die den dritten Liga-Sieg in Folge eingefahren hatte und zumindest für eine Nacht auf den Europa-League-Platz fünf kletterte. „Wir haben es nach der klaren Führung in den ersten 45 Minuten in der zweiten Halbzeit sehr gut gespielt und nichts mehr anbrennen lassen. Das haben wir sehr seriös und konzentriert gemacht", analysierte Julian Brandt nach der Partie.
Eine schlechte Nachricht gab's dann doch noch für Bayer 04: Julian Baumgartlinger zog sich nach seiner Einwechslung bei einem Zweikampf einen Nasenbeinbruch zu, der operativ gerichtet werden soll.
Für die Werkself geht es am kommenden Donnerstag, 14. Februar, in der Europa League weiter mit dem Hinspiel im Sechzehntelfinale beim FK Krasnodar. Die Partie wird um 18.55 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
1. FSV Mainz 05 : Müller - Brosinski, Bell, Hack, Niakhaté - Kunde (55. Gbamin) - Barreiro, Aaron (62. Onisiwo) - Boetius (71 Holtmann) - Mateta, Quaison
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell (78. Jedvaj)– Havertz (62. Baumgartlinger), Aránguiz, Brandt (81. Alario) – Bellarabi, Volland, Bailey
Tore: 0:1 Wendell (5.), 1:1 Quaison (9.), 1:2 Havertz (20.), 1:3 Brandt (30.), 1:4 Bellarabi (43.), 1:5 Brandt (63.)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Gelbe Karten: Kunde, Quaison, Barreiro - Bellarabi
Zuschauer: 21.900

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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