
Cheftrainer Gerardo Seoane nahm im Vergleich zum 1:1 bei Real Betis Sevilla drei personelle Änderungen in seiner Startelf vor: Odilon Kossounou, Florian Wirtz und Patrik Schick begannen anstelle von Edmond Tapsoba, Amine Adli und Lucas Alario (alle Bank).
Bayer 04 fand gut hinein in die Partie und überzeugte von Beginn an mit einem überaus dynamischen sowie präzisen Umschaltspiel. Schick (5.) und Wirtz (7.) hatten erste aussichtsreiche Möglichkeiten für Schwarz-Rot, waren im Abschluss aber noch zu ungenau. Nach einer Viertelstunde war der Torreigen dann aber gebrochen: Robert Andrich steckte gedankenschnell durch auf Moussa Diaby. Der Franzose dribbelte ein paar Meter an und bediente anschließend Torjäger Schick, der die Kugel aus elf Metern vorbei an FC-Keeper Timo Horn ins Tor spitzelte – das 1:0 (15.).
Es sollte der Startschuss für zwei verrückte Minuten werden, denn nur wenige Augenblicke später baute die Werkself ihre Führung aus: Andrich wuselte sich nach einem Zuspiel von Wirtz in den Strafraum, geriet dabei allerdings ins Straucheln. Im Fallen legte der 27-Jährige unter Mithilfe von Kölns Verteidiger Rafael Czichos quer zu Karim Bellarabi, der das Spielgerät wuchtig in die Maschen knallte – das zweite Tor binnen 120 Sekunden (17.)! Jeremie Frimpong brachte den mit 2.800 Bayer 04-Fans gefüllten Gästeblock in der Folge um ein Haar erneut zum Beben, scheiterte jedoch an der Querlatte (25.).
In der 36. Minute gab es einen Wermutstropfen für Bayer 04: Bellarabi musste nach einem Zweikampf verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Adli in die Partie. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen musste sich der Franzose zunächst aufs Verteidigen konzentrieren, denn die Gastgeber drückten in der Schlussphase der ersten Hälfte zunehmend auf den Anschlusstreffer. Spätestens bei Jonathan Tah und Nebenmann Kossounou war für die Kölner allerdings Schluss. Mit einer 2:0-Führung ging es in die Kabinen.




Im zweiten Durchgang lauerte die Seoane-Elf immer wieder auf Umschaltmomente. Diese boten sich auch, allerdings mangelte es zu häufig an Präzision, sodass Schick und Co. ohne weiteren Torerfolg blieben. Auf der anderen Seite nutzte das Team von Trainer Steffen Baumgart eine kleine Leverkusener Unaufmerksamkeit eiskalt aus: Jonas Hector flankte von der Sechszehnerkante punktgenau an den zweiten Pfosten zu Anthony Modeste. Der Franzose nahm die Kugel an und ließ Bayer 04-Torhüter Lukas Hradecky anschließend keine Chance – der Kölner Anschlusstreffer (63.). Kurz darauf sah Moussa Diaby noch seine fünfte Gelbe Karte, er fehlt damit im kommenden Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg.
Da die Gastgeber in der Folge offensiver agierten, ergaben sich für die Werkself einige Kontergelegenheiten. Diese blieben allerdings ungenutzt. Die Domstädter entfachten ihrerseits einen Druck, dem die Leverkusener Defensive zunächst standhielt. In der 83. Minute musste sich Kapitän Hradecky allerdings zum zweiten Mal an diesem Tag geschlagen geben: Nach einem Einwurf verlängerte Sebastian Andersson am ersten Pfosten per Kopf zu Modeste, der aus knapp zehn Metern entgegen Hradeckys Laufrichtung zum 2:2 einnickte.
Das war auch gleichzeitig der Schlusspunkt eines ereignisreichen Derbys. Bayer 04 ist nach dem Remis in der Domstadt vorerst weiterhin Tabellenvierter in der Bundesliga. Viel Zeit zu regenerieren, bleibt der Werkself nicht. Bereits am kommenden Mittwoch, 27. Oktober, sind Jonathan Tah und Co. im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC gefordert. Anpfiff in der BayArena ist um 18.30 Uhr. In der Bundesliga geht es am Samstag, 30. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr), ebenfalls zu Hause gegen den VfL Wolfsburg weiter.
Die Statistik:
Köln: Horn – Schmitz (79. Schindler), Czichos, Kilian, Hector – Özcan – Ljubicic, Kainz (79. Thielmann) – Duda (77. Andersson) – Uth (90. Schaub), Modeste.
Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Kossounou, Tah, Hincapie (46. Bakker) – Andrich, Demirbay – Bellarabi (36. Adli), Wirtz (77. Palacios), Diaby (77. Tapsoba) – Schick (87. Alario).
Tore: 0:1 Schick (15.), 0:2 Bellarabi (17.), 1:2, 2:2 Modeste (63., 83.)
Gelbe Karten: Uth – Demirbay, Diaby, Andrich
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 49.600

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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