Zurück zur Übersicht
10.09.2022Bundesliga

2:2 bei der Hertha – Werkself punktet in packendem Duell

Ein aufregendes Fußballspiel blieb ohne Sieger: Bayer 04 entführte mit dem 2:2 (0:0) bei Hertha BSC einen Punkt aus dem Berliner Olympiastadion. In einer hochintensiven Partie mit reichlich Torchancen brachte Kerem Demirbay die Gäste mit einem wunderbaren Freistoß in Führung (49.). Hertha kehrte die Verhältnisse durch die Treffer von Suat Serdar (55.) und Marco Richter (74.) vorübergehend um, ehe Patrik Schick der Ausgleich gelang (79.).
20220910_JS_BSC_B04_1730.jpg

„Wir wollten unbedingt drei Punkte holen, deshalb ist es eher enttäuschend, sich mit einem Zähler begnügen zu müssen. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht und ist für einige schlechte Szenen bestraft worden. Auf der anderen Seite haben wir auch ein bisschen Glück gehabt wie beim nicht gegebenen Handelfmeter“, sagte Kerem Demirbay.

Chefcoach Gerardo Seoane positionierte seine Mannschaft dieses Mal wieder in einer 4-2-3-1-Grundordnung und nahm im Vergleich zur Champions-League-Partie unter der Woche beim FC Brügge (0:1) vier Wechsel in der Startformation vor. Edmond Tapsoba, Exequiel Palacios, Kerem Demirbay und Adam Hlozek kamen neu ins Team für Odilon Kossounou, Robert Andrich, Charles Aránguiz und Mitchel Bakker. Jonathan Tah bestritt in Berlin sein 200. Bundesligaspiel für Schwarz-Rot.

crop_20220910_JS_BSC_B04_0604.jpg

Schick hat die Führung auf dem Kopf

Nach drei Minuten gerieten die Gäste erstmals in Bedrängnis. Plattenhardts Flanke von links an den Fünfmeterraum landete auf dem Kopf von Lukebakio, doch der Angreifer setzte die Kugel, wirkungsvoll bedrängt noch von Piero Hincapie, über den Kasten von Lukas Hradecky. Wie die Leverkusener im Olympiastadion zum Erfolg kommen wollten, zeigte sich kurz darauf: Nach einer scharfen Flanke von Demirbay kam Patrik Schick völlig frei zum Kopfball, scheiterte mit seinem Aufsetzer aus sechs Metern aber an Herthas Keeper Christensen, der blitzartig die Arme hochriss (11.) – ein ganz dickes Ding zur möglichen Führung!

Berlin begann aggressiv und giftig, die Werkself hielt nach Kräften dagegen. Als Tousart aufs kurze Eck abzog, tauchte Hradecky rechtzeitig ab und lenkte den Ball zur Ecke (19.). Demirbays Schuss nach Vorarbeit von Callum Hudson-Odoi flog über die Latte des Berliner Gehäuses (23.), auf der anderen Seite warf sich Tapsoba in höchster Not in den Schuss von Serdar (24.). Die hochwertigeren Möglichkeiten lagen aber weiter auf Seiten der Werkself: Hlozeks Direktabnahme nach Flanke von Jeremie Frimpong entschärfte Christensen erneut prächtig (26.). Hertha probierte es häufig über links mit Plattenhardt und dem flinken Ejuke, der sich packende Duelle mit Frimpong lieferte.

crop_20220910_JS_BSC_B04_0487.jpg

Die bis dahin beste Berliner Gelegenheit entsprang aber einem Angriff über die rechte Seite: Nach Lukebakios Hereingabe auf den zweiten Pfosten traf Kanga aus kurzer Distanz das Aluminium (37.). Danach gleich wieder die Werkself: Moussa Diaby steckte klasse auf Demirbay durch, doch dessen Abschluss mit dem schwächeren rechten Fuß ging aus sehr aussichtsreicher Position deutlich über die Latte (40.). Kurz darauf musste Palacios angeschlagen vom Platz, Charles Aránguiz nahm seinen Platz ein (41.) – und machte gleich mal Bekanntschaft mit rustikalen Gegnern, Serdar sah für seinen Einsatz gegen den Chilenen zu Recht die Gelbe Karte (43.). Es ging torlos in die Pause nach einer sehr ansprechenden und unterhaltsamen Partie.

Demirbays zauberhafter Freistoß

Kurz nach Wiederanpfiff lag der Ball zwar im Leverkusener Tor, Serdar hatte bei seinem Schuss aber sehr deutlich im Abseits gestanden (47.). Zwei Minuten später zappelte die Kugel im Berliner Netz, und diesmal war alles einwandfrei – und zugleich traumhaft schön: Kerem Demirbay zauberte einen Freistoß aus 20 Metern über Herthas Mauer in den Winkel zur Führung für Bayer 04 (49.). Lange Bestand hatte die Führung der Gäste indes nicht. Nach einem Berliner Schnellangriff über die rechte Seite spielten es Kanga und Ejuke gut aus, und Serdar traf allein vor Hradecky zum Ausgleich ins kurze Eck – 1:1 (55.).

Bayer 04 zeigte sich keineswegs geschockt. Schick drehte sich im Strafraum klasse um Uremovic und legte den Ball an Christensen, aber hauchzart auch am langen Eck vorbei (63.). Danach der zweite Wechsel bei den Gästen, Nadiem Amiri kam für Adam Hlozek (66.). Als Amiri nach einem Einwurf für die Werkself einen Pass in die eigene Hälfte dorthin spielte, wo weit und breit kein Leverkusener stand, hielt der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte Richter einfach mal volley und mit links drauf – Hradecky war gegen den tollen Schuss in den Winkel absolut machtlos, das völlig unnötige 2:1 für die Hausherren (74.).

Schick belohnt sich endlich

Seoane wechselte dreifach und brachte Odilon Kossounou, Robert Andrich und Sardar Azmoun für Frimpong, Demirbay und Hudson-Odoi (76.). Eine Maßnahme, die sich umgehend bezahlt machte. Nach Andrichs Linksflanke ließ Azmoun die Kugel geschickt passieren, und Schick traf mit links zum 2:2-Ausgleich (79.). Wenig später aber viel Dusel für Bayer 04, als Hradecky erst sensationell gegen Boetius parierte, der Ball danach erneut nach Boetius' Schuss Kossounou an die Hand sprang und schließlich an den Pfosten prallte (82.). Der VAR grifft nicht ein.

20220910_JS_BSC_B04_2332.jpg

Es war jetzt ein Kampf auf Biegen und Brechen. Beide gaben sich nicht mit einem Punkt zufrieden und drückten auf den Siegtreffer. In der vierminütigen Nachspielzeit ging Bayer 04 all in – und bekam noch einmal eine Großchance. Amiri schickte Schick im Strafraum, doch Kempf grätschte in dessen Abschluss und verhinderte so das 3:2 für Schwarz-Rot. Unmittelbar danach war Schluss.

Heimspiel-Doppelpack wartet

Für Bayer 04 geht es gleich mit der nächsten Englischen Woche und zwei Heimspielen weiter. Zum zweiten Gruppenspiel in der UEFA Champions League erwartet die Werkself am Dienstag, 13. September (Anstoß: 21 Uhr), Atlético Madrid in der BayArena. In der Bundesliga folgt die Begegnung am Samstag, 17. September, um 15.30 Uhr gegen den SV Werder Bremen.

Die Statistik:

Hertha BSC: Christensen – Kenny, Uremovic, Kempf, Plattenhardt – Tousart (90.+3 Darida), Sunjic, Serdar (66. Boetius) – Lukebakio (81. Dardai), Kanga (81. Selke), Ejuke (66. Richter)

Bayer 04: Hradecky – Frimpong (76. Kossounou), Tah, Tapsoba, Hincapie – Palacios (41. Aránguiz), Demirbay (76. Andrich) – Diaby, Hlozek (66. Amiri), Hudson-Odoi (74. Azmoun) – Schick

Tore: 0:1 Demirbay (49.), 1:1 Serdar (55.), 2:1 Richter (74.), 2:2 Schick (79.)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Unterspiesheim)

Gelbe Karten: Serdar, Sunjic, Selke – Aránguiz

Zuschauer: 40.653

Ähnliche News

U13-Junioren von Bayer 04
Jugend - 18.05.2026

Nachwuchs: U13 feiert vierten Sieg in Folge

Beim internationalen Turnier im niederländischen Lunteren landete die U14 von Bayer 04 auf Rang elf, bevor das Team sich tags darauf in der Liga trotz der Doppelbelastung ein 1:1 gegen den SC Preußen Münster erkämpfte. Dank des vierten Sieges hintereinander steht die U13 weiterhin auf Rang drei und hat im Meisterschaftsrennen alle Trümpfe in der Hand. Und die U12-Juniorinnen präsentierten sich ebenfalls in Top-Form und besiegten den Tabellendritten. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Frauen beenden Saison nach Niederlage gegen Bremen auf Platz fünf | 26. Spieltag
Werkself-TV - 17.05.2026

Frauen: Die TV-Zusammenfassung der 1:3-Niederlage gegen den SV Werder Bremen

Werkself-TV zeigt die TV-Zusammenfassung der 1:3-Niederlage der Bayer 04-Frauen gegen den SV Werder Bremen am 26. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2025/26.

Mehr zeigen
Sofie Zdebel: „Bayer 04 bedeutet für mich Familie“
Werkself-TV - 17.05.2026

Sofie Zdebel: „Bayer 04 bedeutet für mich Familie“

U23-Nationalspielerin Sofie Zdebel hat sich zu Bayer 04 bekannt und ihren Vertrag vorzeitig bis 2028 verlängert. Im Interview mit Werkself-TV spricht die 21-Jährige darüber, warum sie sich für diesen Schritt entschieden hat, und nennt ihre ambitionierten Ziele mit der Werkself für die kommenden Jahre.

Mehr zeigen
Sofie Zdebel und Achim Feifel
Frauen - 17.05.2026

Bayer 04 verlängert vorzeitig mit U23-Nationalspielerin Sofie Zdebel

Bayer 04 Leverkusen hat den Vertrag mit Eigengewächs Sofie Zdebel vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. Die 21 Jahre alte deutsche U23-Nationalspielerin unterschrieb bis zum 30. Juni 2028.

Mehr zeigen