
Peter Bosz nahm im Vergleich zum Hannover-Spiel drei personelle Veränderungen vor: Für Mitchell Weiser, Kai Havertz (beide Bank) und Tin Jedvaj (muskuläre Probleme) rückten Kapitän Lars Bender, Wendell und Karim Bellarabi in die Startelf. Auch Sven Bender nahm zunächst auf der Bank Platz. Die Werderaner waren mit der Empfehlung von zuletzt acht Spielen ohne Niederlage nach Leverkusen angereist. Zudem hatten die Bremer bis dato als einziges Team der Liga in jedem Saisonspiel mindestens einen Treffer erzielt.
Den ersten Torschuss setzten dann auch die Bremer durch Johannes Eggestein, der vom linken Strafraumeck abzog - Lukas Hradecky tauchte ab und entschärfte den Ball (4.). Bayer 04 versuchte, sein Kombinationsspiel aufzuziehen, kam aber zunächst nicht zu gefährlichen Abschlüssen. Die Gäste von der Weser verteidigten geschickt – und gingen nach einem schnellen Konter durch Max Kruse in Führung. Sein Linksschuss schlug flach unten im rechten Eck unhaltbar für Hradecky zum 1:0 für Werder ein (13.).
Die Werkself suchte nach Lösungen, um gegen ausgebuffte Bremer die Lücke zu finden. Julian Baumgartlinger setzte einen Kopfball nach Flanke von Bailey klar übers Tor (16.). Insgesamt aber tat sich Bayer 04 schwer, klare Chancen herauszuarbeiten. Immer wieder stellten die Bremer erfolgreich Lauf- und Passwege der Gastgeber zu. Nach einer halben Stunde erhöhte die Werkself den Druck und kam zu ihren bis dahin besten Möglichkeiten: Erst fälschte Friedl einen Schuss von Bailey im letzten Moment zur Ecke ab (34.), dann setzte Volland in seinem 100. Pflichtspiel für Bayer 04 einen Kopfball nach starker Flanke von Bellarabi haarscharf am linken Pfosten vorbei (36.). Schade, das hätte der Ausgleich sein können.
Nur eine Minute nach dieser größten Werkself-Gelegenheit erwiesen sich die Bremer bei einem ihrer weiteren Konter wieder als effizient und abgezockt: Über Eggestein und Kruse landete der Ball bei Rashica, der frei vor Hradecky zum 2:0 für Werder abschloss (37.). Zum ersten Mal in dieser Saison war Bayer 04 damit mit zwei Treffern in Rückstand geraten.
Peter Bosz reagierte in der Halbzeitpause, brachte für die zweite Hälfte Kai Havertz und Paulinho für Charles Aránguiz und Karim Bellarabi. Bailey rückte auf die rechte Seite, Paulinho übernahm den linken Flügel. Und die Werkself erhöhte spürbar den Druck aufs Bremer Tor. In der 55. Minute jubelten die Fans von Schwarz-Rot erstmals, als Havertz den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen drosch. Schiedsrichter Aytekin erkannte den Treffer aber nicht an, weil Havertz die Kugel vor dem Abschluss an die Hand gesprungen war. Aber die Gastgeber drängten weiter mächtig auf den Anschlusstreffer.
Glück allerdings für die Werkself, dass Sahin einen direkten Freistoß nur an die Latte setzte und Kruse den Abpraller nicht verwerten konnte (59.). Kurz darauf legte sich Brandt den Ball im Strafraum einen Tick zu weit vor, Friedl klärte am kurzen Pfosten zur Ecke (60.). Dann hielt Kapitän Lars Bender aus 18 Metern einfach mal drauf, aber Pavlenka parierte den noch abgefälschten Schuss stark (64.). Baumgartlinger brachte nach Flanke von Bailey im Gewusel den Fuß nicht mehr an den Ball (66.). Bayer 04 versuchte alles, machte weiter enormes Tempo und lief die Bremer immer wieder an. Bailey setzte einen Freistoß aus zentraler Lage über den Querbalken (72.). Drei Minuten später zielte der Jamaikaner genauer und zirkelte einen weiteren Freistoß aus rund 20 Metern herrlich in den linken Winkel (74.). Ein Traumtor!
Der 1:2-Anschlusstreffer war das Signal zu einer furiosen Schlussphase, in der sich Werder kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien konnte. Die Gäste schwammen, Bayer 04 war ganz nah dran am Ausgleich. Brandt tankte sich auf der linken Seite durch, Bailey und Volland verpassten, aber Lars Bender kam an den Ball und schoss über die Latte (77.). Die Werkself entwickelte einen extremen Druck - Bailey hatte das nächste dicke Ding auf dem Fuß, der Jamaikaner hämmerte den Ball nach Vorarbeit von Brandt und Weiser aber knapp am Tor vorbei (86.). Bremen verteidigte inzwischen mit einer Fünferkette. Volland setzte in der Nachspielzeit einen Kopfball aus spitzem Winkel am linken Pfosten vorbei (90.+1). Die Werkself warf nochmal alles rein - und musste kurz vor dem Abpfiff nach einem weiteren eiskalt ausgespielten Konter der Bremer das entscheidende 1:3 durch Kruse (90.+4) schlucken.
„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, ganz klar. Bremen hat es aggressiver gemacht, wir waren nicht auf dem Platz, standen nicht kompakt, hatten keine Restverteidigung und sind vorne nicht gut angelaufen", sagte Kevin Volland nach dem Schlusspfiff. „In der zweiten Hälfte haben wir dann schon eine Reaktion gezeigt und mehr Druck ausgeübt, hatten sogar die Möglichkeiten zum 2:2. Aber aufgrund der ersten Halbzeit haben wir es heute nicht verdient, das Spiel zu gewinnen." Lars Bender meinte: „Wenn du in der Tabelle nach oben willst, musst du über 90 Minuten so spielen, wie wir es in der zweiten Halbzeit gemacht haben. Aber wenn du schon 0:2 hinten liegst, ist es gegen eine Mannschaft wie Werder natürlich schwer."
Nach der Länderspiel-Phase in der kommenden Woche wird Bayer 04 in der Bundesliga wieder am Freitag, 29. März, gefordert sein. Dann tritt das Bosz-Team bei der TSG 1899 Hoffenheim an. Die Partie in der PreZero-Arena wird um 20.30 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – L. Bender (84. Weiser), Tah, Dragovic, Wendell – Aránguiz (46. Havertz), Baumgartlinger, Brandt – Bellarabi (46. Paulinho), Volland, Bailey
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Friedl, Moisander, Augustinsson - Sahin - M. Eggestein, Klaassen (84. Langkamp) - J. Eggestein (76. Bartels), Kruse - Rashica (65. Harnik)
Tore: 0:1 Kruse (13.), 0:2 Rashica (37.), 1:2 Bailey (75.), 1:3 Kruse (90.+4)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Gelbe Karten: L. Bender, Dragovic, Wendell (5.) - Sahin, Pavlenka
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

Vor der laufenden Saison der UEFA Champions League trafen Bayer 04 und Olympiakos Piräus insgesamt nur zweimal aufeinander. Nun geht es für die Werkself nach der Partie am 7. Spieltag der diesjährigen Ligaphase für das Play-off-Hinspiel innerhalb von nur vier Wochen zum zweiten Mal gegen die Griechen. Mitte Januar bestimmte Schwarz-Rot zwar über weite Strecken das Geschehen, musste sich aber auch aufgrund vieler guter verpasster Gelegenheiten vor dem gegnerischen Tor am Ende 0:2 geschlagen geben. Das soll am Mittwochabend besser laufen, um die „Chance auf Revanche“, so Geschäftsführer Sport Simon Rolfes vorab, zu nutzen. Die Kurzpässe.
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Bitteres Ende des fünften Showdowns der VBL Club Championship 2025/26. In den übrigen drei Spielen der Online-Vorrunde des fünften und finalen Showdowns haben die Leverkusener eSportler keine Punkte holen können. Der Showdown-Eins-Gewinner Bayer 04 verpasst damit den Einzug in die Offline-Runde und kann keine weiteren Zähler für die Gesamttabelle sammeln. In dieser ist das #B04eSports-Team zudem aus den Top Acht gerutscht. Eine direkte Teilnahme am Finalevent um die Deutsche Klub-Meisterschaft ist damit nicht mehr möglich, die Leverkusener müssen den Umweg über die Play-offs gehen.
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Nur vier Wochen nach dem Duell in der Ligaphase kommt es erneut zum Aufeinandertreffen mit Olympiakos Piräus – und dieses Wiedersehen steht ganz im Zeichen einer offenen Rechnung. Aus der Niederlage schöpft die Werkself zusätzliche Motivation für das Hinspiel der Play-off-Runde der UEFA Champions League 2025/26. Von der ersten Minute an soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Mit einem konzentrierten Start, maximaler Entschlossenheit und einer Top-Leistung will das Team die Weichen auf Erfolg stellen.
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Wiedersehen in Athen: Am Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit/live auf DAZN), begegnet die Werkself im Karaiskakis-Stadion zum zweiten Mal in der laufenden Saison dem griechischen Doublesieger Olympiakos Piräus. Nach dem Duell in der Ligaphase geht es nun im Hinspiel der Play-off-Runde der UEFA Champions League 2025/26 zur Sache. Cheftrainer Kasper Hjulmand sprach vorab über die Herangehensweise für das Duell, Kapitän Robert Andrich erklärte unterdessen, wie die Mannschaft die Stimmung in der morgigen Spielstätte zu bändigen versucht.
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Im Hinspiel der K.-o.-Play-offs der UEFA Champions League 2025/26 gastiert die Werkself beim griechischen Double-Sieger Olympiakos Piräus. Die Partie findet am Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 22 Uhr Ortszeit/21 Uhr dt. Zeit), im Stadio Georgios Karaiskakis statt. Vorab hat die Bayer 04-Fanbetreuung alle Infos zusammengefasst...
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