
Cheftrainer Peter Bosz wechselte im Vergleich zur 1:4-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg gleich auf sechs Positionen. Aus der Startelf rotierten Mitchell Weiser, Edmond Tapsoba, Wendell, Kerem Demirbay, Karim Bellarabi und Moussa Diaby. Von Beginn an dabei waren in Freiburg dafür Jonathan Tah mit seinem ersten Einsatz nach dem Re-Start, Aleksandar Dragovic, Daley Sinkgraven, Florian Wirtz, Leon Bailey und Julian Baumgartlinger. Letzterer streifte sich heute die Kapitänsbinde über.
Die erste Torannäherung des Abends gehörte den Gastgebern. Vincenzo Grifo versuchte sich aus der Distanz, sein Schuss wurde aber zur Ecke abgeblockt (5.). Ansonsten war die erste halbe Stunde geprägt von einem taktischen Abtasten beider Teams. Einschussmöglichkeiten blieben vorerst aus, die Werkself übernahm die Ballkontrolle und wies in diesem Bereich zwischenzeitlich einen Wert von rund 80 Prozent vor. Die Freiburger – Streich nahm vier Wechsel im Vergleich zum 3:3 bei Eintracht Frankfurt vor – hingegen zogen ihre gewohnt laufintensive Spielweise auf, stellten die Räume für die Offensive von Schwarz-Rot zu und ließen keine nennenswerte Torchance zu.
Die größte Möglichkeit des ersten Abschnitts hatte dann Freiburgs Lucas Höler kurz vor der Pause. Roland Sallai steckte im richtigen Moment auf den Stürmer durch, der der Leverkusener Dreierkette enteilte, dann aber aus halblinker Position zu weit nach rechts zielte und die lange Ecke um Zentimeter verfehlte (43.). Eine Minute später setzte Sven Bender seinen Kopfball nach einem Freistoß von Nadiem Amiri zu hoch an. Es sollte die letzte gefährliche Aktion des ersten Abschnitts bleiben, Bayer 04 ging damit erstmals in diesem Kalenderjahr mit einem 0:0 in die Pause.
Ohne personelle Veränderungen auf beiden Seiten kamen die Teams – wie es das Hygienekonzept vorsieht – nacheinander zurück aufs Grün. Die Herangehensweise der Werkself bleib dabei vorerst dieselbe: Ballbesitz und Spielkontrolle. Nach einer Amiri-Ecke von links landete der Ball nach 53 Minuten auf dem Kopf von Charles Aránguiz, der das Spielgerät allerdings nicht entscheidend in Richtung Tor lenken konnte.
Dann aber die Führung der Werkself – und das mit der ersten eigenen Torchance der Partie. Bailey steckte nach einer ersten kleinen Druckphase der Gäste im richtigen Moment durch auf den von links einlaufenden Kai Havertz, der das Spielgerät clever durch die Beine von Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow zur 1:0-Führung einschob (54.). Nur eine Minute später schnupperte Wirtz an seinem ersten Bundesliga-Tor: Der 17-Jährige setzte seinen wuchtigen Abschluss aber knapp am linken oberen Eck vorbei. Nach 63 Minuten landete der Ball dann das zweite Mal im Freiburger Gehäuse, der einnickende Baumgartlinger hatte Dominique Heintz aber zuvor regelwidrig geschubst.
Nach einem harten Zweikampf an der Außenlinie blieb Havertz – seit heute erster U21-Spieler der Bundesliga-Geschichte mit 35 Toren – liegen, musste behandelt werden. Der 20-Jährige lief zwar kurz wieder zurück auf den Rasen. Doch Cheftrainer Bosz ging auf Nummer sicher und brachte Diaby für den Torschützen ins Spiel (66.). Kurz darauf wurde es dann in der Werkself-Defensive gefährlich. Der eingewechselte Jonathan Schmid suchte aus halbrechter Position den Abschluss, der abgefälschte Schuss zischte knapp flach am linken Pfosten vorbei (68.).
In der Schlussphase begann im Schwarzwald-Stadion dann die Wechsel-Flut, beide Trainer tauschten insgesamt neun Mal. Wenige Minuten vor dem Ende wurde dann Freiburgs Stürmer-Routinier Nils Petersen noch einmal gut in Szene gesetzt: Nach einem Zuspiel von Christian Günter kam Petersen aber nicht mit genug Kraft hinter den Ball. Bayer 04-Keeper Lukas Hradecky konnte souverän zur Ecke klären (88.). Es sollte die letzte Chance des Spiels bleiben, nach vier Minuten Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Marco Fritz die Partie ab. Die Werkself sicherte sich somit drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Ränge.
Für Bayer 04 geht es am Samstag, 6. Juni (Anstoß: 15.30 Uhr), in der BayArena – ebenfalls ohne Zuschauer – weiter. Dann gastiert der Spitzenreiter FC Bayern München zum Topspiel an der Dhünn.
Die Statistik:
SC Freiburg: Schwolow – Kübler (66. Gulde), Lienhart, Heintz, Günter – Sallai (66. Schmid), Koch (75. Frantz), Höfler, Grifo (75. Kwon) – Höler (75. Waldschmidt), Petersen
Bayer 04: Hradecky – Tah, S. Bender, Dragovic – Amiri, Aránguiz, Baumgartlinger, Sinkgraven (61. Alario) – Wirtz (84. Tapsoba), Havertz (66. Diaby), Bailey (84. Paulinho)
Tor: 0:1 Havertz (54.)
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Gelbe Karten: – / Alario, Amiri


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