
„Es ist mir unerklärlich, wie wir in einem so wichtigen Spiel so auftreten können“, sagte ein enttäuschter Bernd Leno nach der Partie. „Man hatte heute nie das Gefühl, das etwas geht bei uns.“
Cheftrainer Heiko Herrlich nahm zwei Veränderungen im Vergleich zum Gladbach-Spiel vor: Für Kapitän Lars Bender (Leistenbeschwerden) verteidigte Tin Jedvaj auf der rechten Seite. Auch Kevin Volland stand kurzfristig nicht im Kader - allerdings aus einem sehr erfreulichen Grund: Die Nummer 31 und seine Frau erwarteten am Sonntagnachmittag erstmals Nachwuchs, Volland war im Krankenhaus bei der Geburt seiner Tochter dabei. „Es gibt wichtigere Dinge, als Fußball zu spielen“, sagte Herrlich zur „Freistellung“ von Volland, für den Julian Brandt in die Startelf rückte.
Verzichten musste der Werkself-Coach zudem auf Stefan Kießling, der wegen eines grippalen Infektes zu Hause blieb. Rechtzeitig fit geworden war hingegen Charles Aránguiz, der unter der Woche Wadenprobleme hatte. Beim 1. FC Köln fiel verletzungsbedingt Stürmer Simon Terodde aus. 3.200 Fans der Werkself unterstützten ihre Mannschaft im ausverkauften RheinEnergie-Stadion an diesem 27. Spieltag, den die DFL unter das Motto „Strich durch Vorurteile“ gestellt hatte.
Die Kölner erwischten den besseren Start. Bittencourt prüfte Bernd Leno erstmals mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (6.). Nur drei Minuten später die frühe 1:0-Führung für die Gastgeber: Osako kam auf Zuspiel von Bittencourt im Sechzehner an den Ball, Wendell rutschte ein wenig weg und konnte den Japaner nicht am Abschluss aus zehn Metern hindern. Leno war zwar noch dran, musste sich aber geschlagen geben (9.).
Der FC war griffiger und giftiger in den Zweikämpfen - die Werkself noch nicht wirklich auf Betriebstemperatur und zu passiv. Es dauerte bis zur 26. Minute, ehe Alario die erste Chance für Bayer 04 besaß. Sein Kopfball aus sieben Metern geriet aber zu unplatziert und stellte FC-Torhüter Horn vor keine Probleme. Im Gegenzug fuhren die Gastgeber wieder einen ihrer gefährlichen Konter - gut, dass Aránguiz nach Flanke von Bittencourt vor dem einschussbereiten Risse mit dem Kopf klären konnte (27.).
Dann wurde es für die Werkself, der nicht viel gelingen wollte, noch schwerer: Schiedsrichter Osmers ahndete unter Zuhilfenahme des Videobeweises einen Schlag von Lucas Alario gegen Kölns Verteidiger Maroh mit der Roten Karte (32.). Es war bereits der vierte Platzverweis für die Werkself in dieser Saison. Bayer 04 jetzt also wieder einmal in Unterzahl, die Kölner gingen auf den zweiten Treffer und sorgten vor allem über die linke Seite und den auffälligen Bittencourt immer wieder für Gefahr. In der Nachspielzeit rutschte Zoller nach dessen Flanke knapp am Ball vorbei (40.+2).
Heiko Herrlich reagierte in der Halbzeitpause, brachte für die zweiten 45 Minuten Benjamin Henrichs und Joel Pohjanpalo für Tin Jedvaj und Julian Baumgartlinger. Und die Werkself hatte sich einiges vorgenommen, machte gleich ordentlich Druck und hatte durch Brandt eine gute Chance - Horn parierte den Schuss des Nationalspielers aus etwas spitzem Winkel (47.). Bayer 04 blieb am Drücker, bei Baileys noch abgeblocktem Freistoß war wieder Horn zur Stelle (49.).
Mit einem Mann weniger auf dem Platz zeigte Bayer 04 jetzt mehr Biss, war präsenter als in der ersten Halbzeit und zunächst tonangebend. Weil aber auch die Gastgeber bei Kontern in Überzahl gefährlich blieben, entwickelte sich jetzt ein spannendes Derby mit viel Tempo. Der FC profitierte schließlich von einem Ballverlust von Aránguiz, dessen Kopfball-Rückgabe zu kurz geriet - Simon Zoller schnappte sich die Kugel, lief alleine auf Leno zu, überwand den Bayer 04-Torhüter mit einem Lupfer und vollstreckte mit dem Knie zum 2:0 (69.).
Damit war die Vorentscheidung gefallen. Bayer 04 versuchte noch einmal heranzukommen, Schüsse von Sven Bender (72.) und Benjamin Henrichs (87.), verfehlten aber das Tor. Die Kölner verließen durch den 2:0-Sieg den letzten Tabellenplatz und gaben die Rote Laterne an den Hamburger SV ab. Für Bayer 04 war es die erste Auswärts-Niederlage nach zehn Spielen in Folge.
Da die Bundesliga während der anstehenden Länderspielphase nun eine Pause einlegt, nutzt Bayer 04 die Zeit für ein Testspiel. Am Donnerstag, 22. März, empfängt die Werkself den Zweitligisten VfL Bochum im Ulrich-Haberland-Stadion. Anstoß bei freiem Eintritt ist um 15 Uhr. In der Bundesliga geht es für das Herrlich-Team dann am Karsamstag mit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg weiter. Die Partie des 28. Spieltages wird am 31. März um 15.30 Uhr in der BayArena angepfiffen.
Die Statistik:
1. FC Köln: Horn - Jorge Meré, Maroh, Heintz, Hector - Koziello, Höger (59. Özcan) - Risse, Osako, Bittencourt (71. Clemens) - Zoller (79. Pizarro)
Bayer 04: Leno – Jedvaj (46. Henrichs), Tah, S. Bender, Wendell – Baumgartlinger (46. Pohjanpalo), Aránguiz – Brandt, Havertz, Bailey (74. Bellarabi) – Alario
Tore: 1:0 Osako (9.), 2:0 Zoller (69.)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Gelbe Karten: Höger, Heintz, Bittencourt - Wendell
Rote Karte: Alario (32.)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

Dem Titel einen bedeutenden Schritt näher: Die U19 von Bayer 04 steht nach einem souveränen 5:1-Erfolg beim Mittelrheinligisten SV 1914 Eilendorf im Finale des Verbandspokals. Maßgeblich beteiligt daran war Angreifer Berkan Ermec, der einen Dreierpack erzielte (21., 29., 90.+1). Die weiteren Treffer für Schwarz-Rot markierten Jeremiah Mensah (48.) und Emmanuel Chigozie Owen (71.). Der zwischenzeitliche Treffer der Gäste fiel gegen Ende der ersten Hälfte.
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Zur zweiten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Rudi lädt ein“ versammelte Rekordspieler und Klub-Historiker Rüdiger Vollborn gemeinsam mit Quiz-Host Alexander Schenk-Palitza am Dienstagabend die Fans zu einem kniffligen Bayer 04-Quiz-Abend. Die 130 anwesenden Anhänger duellierten sich bei fröhlicher Atmosphäre in spannenden Kategorien rund um die Werkself – auch Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bayer 04, schaute in der Schwadbud im Osten der BayArena vorbei und rätselte mit.
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Die Routiniers der Bayer 04-Traditionsmannschaft bestreiten ihr nächstes Spiel am Mittwoch, 13. Mai, um 18.30 Uhr im Sportpark am See in Eschweiler (Jülicher Straße 270) gegen die Altherren des SC Berger Preuß. Der Eintritt ist frei.
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Außenverteidigerin Julia Mickenhagen verlässt Bayer 04 Leverkusen am Saisonende und wechselt zum Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart. Der Vertrag der 21-Jährigen beim Werksklub läuft zum 30. Juni aus.
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