Zurück am Ort seines Aufstiegs: Moussa Diaby im Porträt

Er kennt die Kabine, den Rasen, den Klub. Vor allem aber kennt er das Gefühl, in der BayArena für die Werkself aufzulaufen: Moussa Diaby ist nach drei Jahren zurück in Leverkusen! Der pfeilschnelle Flügelspieler hat bei Bayer 04 einen Vertrag bis 2031 unterschrieben und wird künftig wie früher die Rückennummer 19 tragen. Bereits von 2019 bis 2023 spielte der Linksfuß für den Werksklub, kam einst als großes Talent aus seiner französischen Heimat ins Rheinland und verließ den Klub schließlich als einer der besten Angreifer der Bundesliga in Richtung Premier League. Nun hat ihn sein Weg vom Al-Ittihad FC aus Saudi-Arabien zurück unters Bayer-Kreuz geführt.
Moussa Diaby

Als 19-Jähriger kam Moussa Diaby im Sommer 2019 von Paris Saint-Germain zu Bayer 04. Beim erfolgreichen Hauptstadtklub war ihm gerade der Schritt in den Profibereich gelungen, mit 34 Einsätzen zählte er in der Pariser Meistersaison 2018/19 prompt zu den wichtigsten Akteuren. „Er ist eines der ganz großen französischen Talente“, hatte der heutige Geschäftsführer Sport Simon Rolfes damals betont. Vorgänger Rudi Völler sagte: „Moussa Diaby wird uns mit seinem enormen Tempo und seiner Technik viel Freude bereiten, da bin ich sicher.“ Heute lässt sich sagen: Beide sollten zweifelsohne Recht behalten.

Saison für Saison: Diaby mit Scorern en masse

Beim Werksklub feierte Diaby sein Pflichtspieldebüt im DFB-Pokal-Erstrundenspiel 2019/20 bei Alemannia Aachen (4:1). Er hatte direkt einen Assist beigesteuert. Darauf folgte sein erstes Bundesligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf (3:1), das er an der Seite von Spielern wie Lukas Hradecky, Jonathan Tah und Kai Havertz bestritt. Zunächst noch als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen, stand er am 12. Spieltag gegen den SC Freiburg erstmals von Beginn an auf dem Platz und sicherte mit seinem ersten Bayer 04-Tor prompt einen Punkt (1:1).

Diaby mit Havertz und Bellarabai
Moussa Diaby (Mitte), Kai Havertz (l.) und Karim Bellarabi bejubeln gegen die Glasgow Rangers im Achtelfinal-Hinspiel der Europa-League-Saison 2020/21 einen Treffer.

Mit weiterer Spielzeit wurde der Franzose immer selbstbewusster, mit jedem Sprint gefährlicher, mit jedem Jahr wichtiger für die Werkself. Sein Tempo war sein Markenzeichen, und seine Läufe in die Tiefe eine ständige Bedrohung für gegnerische Abwehrreihen. Saison eins unterm Kreuz beendete er mit 16 Scorerpunkten in 39 Partien, die Folge-Spielzeit mit 24 Toren und Assists in 43 Duellen. Es folgte 2021/22 seine stärkste Ausbeute mit 31 Treffern und Vorlagen in 42 Begegnungen. Die anschließende, sportlich eher durchwachsene Spielzeit, in der schließlich auch Cheftrainer Xabi Alonso kam, beendete er mit ebenso bemerkenswerten 24 Scorern in 48 Partien.

Insgesamt 172 Spiele, 49 Tore und 47 Vorlagen später zog es ihn weiter. Der Werksklub verabschiedete seinen Topscorer, einen seiner Leistungsträger – und einen der besten Angreifer der Bundesliga. „Bayer 04 ist ein ganz besonderer Verein“, sagte Diaby damals und betonte voller Dankbarkeit, wie viel Unterstützung er als junger Spieler und Mensch in Leverkusen erhalten hatte.

Top-Start auf der Insel – Meister in Saudi-Arabien

Diaby wechselte 2023 auf die Insel zu Aston Villa, legte mit acht Toren und Vorlagen in zehn Ligaspielen einen guten Start hin. Nach einer Saison Premier League, UEFA Conference League und nationalen Pokal-Wettbewerben verließ der Franzose den Klub wieder. Insgesamt zehn Treffer und elf Assists gelangen ihm in seinen 54 Partien für Villa.

Es folgte das Kapitel Saudi-Arabien. Bei Al-Ittihad bildete Diaby gemeinsam mit dem einstigen französischen Weltklasse-Stürmer Karim Benzema das erfolgreichste Angreifer-Duo der Saudi Professional League. Der Klub wurde 2025 überlegen Meister in der mit namhaften Topstars gespickten Liga um Cristiano Ronaldo und Co. Diaby blickt bei Ittihad auf zwei Jahre und 44 Scorerpunkte in 73 Spielen zurück.

Diaby u.a. mit Karim Benzema
Moussa Diaby (l.) mit Karim Benzema und Awad Al-Nashri in Diensten von Al-Ittihad

Zurück in LEV: Gemeinsam zu neuen Erfolgen

Drei Jahre später schließt sich ein Kreis. Diaby ist zurück in Leverkusen. Dieses Mal nicht als Talent, sondern als gestandener Profi. Und bei einem Klub, der ebenso große Fortschritte gemacht hat wie er selbst. Aus Bayer 04, das er 2023 verließ, ist der erste ungeschlagene Deutsche Meister und Doublesieger geworden. „Der Klub ist inzwischen noch viel größer als damals“, weiß auch Diaby. Und der mittlerweile 27-Jährige will nun vor allem eins: gemeinsam mit dem Werksklub die nächsten Erfolgsgeschichten schreiben. „Mit Bayer 04 Titel anzustreben, ist eine wunderbare Vorstellung, ein ganz großes Ziel von mir.“

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