
„Ich habe heute von meinen Spielern einige gute Sachen gesehen“, zeigte sich Peter Bosz nach seinem ersten Härtetest als Cheftrainer mit dem Kreuz auf der Brust zufrieden. „Es gab in dieser Woche viel Neues für die Jungs und es war interessant zu sehen, wie sie die Dinge im Spiel umgesetzt haben“, so der 55-Jährige. Vier Tage nach Dienstantritt des Niederländers hatte die Partie im Ulrich-Haberland-Stadion aufgrund von Sicherheitsbedenken der Polizei unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden – lediglich Journalisten wurde der Zutritt auf die Tribüne gewährt.
Angeführt von Kapitän Charles Aránguiz hatten die Schwarz-Roten den Tabellenvierten der Zweiten niederländischen Liga bei anhaltendem Regen von Beginn an im Griff – die einzige echte Chance der Gäste vereitelte der aufmerksame Ramazan Özcan, als er das Eins-gegen-eins-Duell mit Twentes Aitor Cantalapiedra für sich entscheiden konnte (23.). Ansonsten war es ein Spiel auf ein Tor. Lucas Alario (9.), Sam Schreck (22.) und Charles Aránguiz (27.) scheiterten alle am gut aufgelegten Gäste-Keeper Joel Drommel. Den Bann brennen konnte schließlich Alario per Strafstoß in der 32. Minute. Zuvor war Isaac Kiese Thelin im Strafraum zu Fall gebracht worden. Den Schlusspunkt unter eine engagierte erste Hälfte setzte schließlich Kohr mit einem Linksschuss ins rechte Eck zum 2:0-Pausenstand.
Zur zweiten Hälfte tauschte Bosz seine Mannschaft dann auf allen Positionen. Ungeachtet dessen zeigte die Werkself auch in den zweiten 45 Minuten einen über weite Strecken souveränen Auftritt, hatte allerdings in einer Szene auch etwas Glück, dass Twente-Stürmer Jelle van der Heyde freistehend vor Lukas Hradecky den Ball nur neben das Tor setzte (68.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Kevin Volland nach Vorarbeit von Karim Bellarabi und Wendell den Spielstand bereits auf 3:0 erhöht (58.), nachdem zuvor Kai Havertz (51.) und Bellarabi (54.) auch in Gäste-Keeper Drommel ihren Meister fanden. In der 78. Minute ließ Leon Bailey dann den Treffer zum 4:0-Endstand folgen, nachdem er den vermeintlich schönsten Spielzug des Tages über Julian Brandt und Bellarabi aus kurzer Distanz vollendete. „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, doch der Gegner hatte schon noch einige Chancen. Aber wir haben hart trainiert und viele neue Komponenten ausprobiert. Natürlich kann nach so kurzer Zeit noch nicht alles laufen“, bewertete Bosz den ersten Auftritt seiner neuen Mannschaft.
Bayer 04: Özcan (46. Hradecky) – Weiser (L. Bender), Jedvaj (46. Tah), Dragovic (46. S. Bender), Bednarczyk (46. Wendell) – Kohr (46. Brandt), Aránguiz (46. Baumgartlinger), Schreck (46. Havertz) – Kiese Thelin (46. Bellarabi), Alario (46. Volland), Paulinho (46. Bailey)
Die nächsten beiden Vorbereitungsspiele der Werkself finden am Freitag statt. Dann testet die Werkself gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle (14 Uhr, Ulrich-Haberland-Stadion) und anschließend gegen Preußen Münster. Während das erste Spiel des Tages für Zuschauer zugänglich ist (Eintritt frei), wird die Begegnung mit dem Drittligisten erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.


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