Von Reyna bis Tillman: Die namhaften US-Spieler bei Bayer 04

Als der US-Amerikaner Malik Tillman im vergangenen Sommer von der PSV Eindhoven zu Bayer 04 wechselte, verstärkte er nicht nur den Kader der Werkself – er schuf zugleich auch ein neues Kapitel einer Verbindung, die mehr als drei Jahrzehnte zurückreicht.
Malik Tillman

Seit exakt zehn Jahren hatte Bayer 04 keinen US-Amerikaner mehr in den eigenen Reihen - Torhüter David Yelldell war 2015 der bis dato letzte -, als Malik Tillman seinen Vertrag in Leverkusen unterzeichnete. Mit seiner Unterschrift im Sommer 2025 reihte er sich ein in eine kleine, aber bemerkenswerte Riege amerikanischer Akteure, die einst Schwarz-Rot trugen.

Die Pioniere der 1990er-Jahre

Die Geschichte beginnt mit Claudio Reyna, einem der technisch begabtesten Mittelfeldspieler, den die USA je hervorgebracht haben. Reyna wechselte 1994 zu Leverkusen, kurz nachdem er als Mitglied der US-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 1994 in Nordamerika teilgenommen hatte. In drei Spielzeiten bestritt er 29 Spiele für die Werkself. Er legte unterm Bayer-Kreuz den Grundstein für eine Karriere, in der er zu einer zentralen Figur bei mehreren Weltmeisterschaften avancierte, unter anderem als Kapitän der USA bei den Turnieren 2002 und 2006, und dabei 111 Länderspiele (acht Tore) bestritt. Seine Profikarriere führte ihn zu den Glasgow Rangers, nach Sunderland, zu Manchester City und in eine letzte Saison bei den New York Red Bulls.

An der Seite von Reyna spielte Mitte der 1990er-Jahre Thomas Dooley, ein in Deutschland geborener Verteidiger mit einem amerikanischen Vater, der beim Militär diente. Dooley bestritt 23 Länderspiele und erzielte vier Tore während seiner Saison (1994/95) in Leverkusen. Er wurde später Kapitän der US-Nationalmannschaft bei der WM 1998 und verkörperte die Mischung aus europäischem Fußballgeschick und amerikanischer Hartnäckigkeit, die viele US-Akteure dieser Generation auszeichnete.

Claudio Reyna

Neue Welle Zur Jahrtausendwende​

Als die Bundesliga zunehmend interessanter und offener für und gegenüber amerikanischer Talente wurde, kam Frankie Hejduk 1998 im Anschluss an die WM nach Deutschland. Bekannt für seine unermüdliche Energie und seine defensive Robustheit, bestritt Hejduk in seinen vier Spielzeiten für Bayer 04 28 Spiele (ein Tor). Obwohl er in der Bundesliga nie zum Stammspieler reifte, leistete er während Leverkusens Champions-League-Saison 1999/2000 einen beachtlichen Beitrag. Seine Entwicklung in Deutschland trug letztlich dazu bei, dass er sich zu einem Schlüsselspieler der „Red, White & Blue“ entwickelte, unter anderem bei der WM 2002, als er in vier Spielen als linker Außenverteidiger in der Startelf stand und das Team das Viertelfinale erreichte.

In derselben Zeit gab es auch einen kurzen Abstecher von Landon Donovan unters Bayer-Kreuz. Donovan, der weithin als einer der größten amerikanischen Spieler aller Zeiten gilt, hatte nur einen kurzen Aufenthalt (2000/01) in Leverkusen inklusive neun Einsätzen. Für ihn ging es schließlich zurück in die USA, wo er sich zu einer nationalen Fußball-Ikone entwickelte, sechs MLS Cups gewann und zum Rekordhalter für Tore und Vorlagen in der US-Nationalmannschaft avancierte (derzeit gemeinsam mit Clint Dempsey).

Frankie Hejduk

Weitere US-Amerikaner in Leverkusen - Neues Kapitel mit Tillman

Reyna, Donovan und Dooley sind vielleicht die bekanntesten amerikanischen Spieler, die bei Bayer 04 aktiv waren, doch es folgten noch weitere. Jermaine Jones etwa hatte 2004/05 einen kurzen Gastauftritt in Leverkusen und kam dabei auf neun Einsätze. Der letzte US-Amerikaner vor Tillmans Verpflichtung war Torhüter David Yelldell, der zwischen 2011 und 2016 zwei Pflichtspiele bestritt.

Tillmans Wechsel nach Leverkusen vor der Saison 2025/26 setzte die über 30-jährige Geschichte zwischen Bayer 04 und amerikanischen Fußballspielern schließlich fort. Acht Tore und 42 Einsätze stehen für ihn in seiner Debütsaison bei der Werkself zu Buche.

Malik Tillman in Diensten von Bayer 04

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