
Gegen 9.30 Uhr trudelten 21 Spieler samt Trainerteam und Staff am Flughafen Köln/Bonn ein – und mittendrin fand sich plötzlich der Kölner Sportdirektor Horst Heldt wieder. Hatte der sich etwa verirrt? Nicht ganz: Nach einem kleinen Plausch mit Rudi Völler und Simon Rolfes verabschiedete sich der 50-Jährige wieder und wartete auf einen anderen Flieger, denn der Rheinrivale machte sich ebenso an diesem Samstagmorgen auf den Weg ins Trainingslager nach Spanien. Mit leichter Verspätung hob der Charter-Flieger der Werkself, eine Fokker 100, schließlich ab und landete nach rund zweieinhalbstündiger Reise sicher um 12.58 Uhr in Murcia. Von dort ging es mit dem Bus weiter ins Team-Hotel.

Dort wartete bereits der Winter-Neuzugang Exequiel Palacios gespannt auf seine neuen Teamkollegen. Der 21-Jährige war bereits am Vormittag angekommen und von Carlos Sobarzo, Leiter Integrationsmaßnahmen bei Bayer 04, in Empfang genommen worden. Nach der Ankunft der Werkself wurde er in der Hotel-Lobby herzlich begrüßt. Warm wurde er mit seinen neuen Kollegen dann am Nachmittag in der ersten Einheit des Trainingslagers auf dem 800 Meter vom Hotel entfernten Trainingsgelände. Der Argentinier absolvierte seine erste Einheit komplett mit dem Team und schien gleich in seinem Element. Palacios trägt im Übrigen die Nummer 25 und hat damit die Nachfolge von Bernd Schneider angetreten. Schnix, Ehrenspielführer der Werkself, trug die Nummer von 1999 bis zu seinem Karriere-Ende 2009 auf dem Rücken. Anschließend wurde die Nummer vorübergehend zur Torwart-Domäne: Sowohl Dario Kresic (2014/16) als auch Andrés Palop (2013/14) hatten die Zahl auf dem Rücken.

Nicht am Training teilgenommen hat dagegen Karim Bellarabi, der beim Mittagessen bereits dick eingepackt war und wegen einer Mandel-Entzündung vorerst pausieren muss. Auch Leon Bailey sowie Lucas Alario, Wendell und Charles Aránguiz waren noch nicht am Start – sie alle hatten einen Tag länger frei bekommen und stoßen morgen zur Mannschaft. „Das hat der Cheftrainer so entschieden, dass sie einen Tag später kommen können. Schließlich haben sie sehr lange Anreisen mit Anschlussflügen vor sich“, erklärte Simon Rolfes. Der Rest der Werkself sowie die beiden U19-Spieler Ayman Azhil und Marcel Lotka starteten dagegen am Nachmittag bei milden 15 Grad und mit viel Sonnenschein in die Trainingslager-Woche – das waren fast Frühlingsgefühle auf dem Rasen!






Dass es nach drei Jahren in der Winter-Pause wieder in ein Trainingslager geht, war im Übrigen ein Wunsch von Trainer Peter Bosz, wie Rolfes verriet: „Peter macht das gerne in der Winterpause. Wenn das Wetter in Deutschland ok ist, hat man zwar auch zu Hause gute Bedingungen. Aber mal eine Woche rauszukommen, ist auch nicht verkehrt. Die Vorbereitung ist kurz, also wollen wir schnell wieder in den Rhythmus und in die Spielabläufe kommen. Es ist wichtig, dass wir schnell wieder den Spielmodus drin haben.“
Dazu wird am Ende der Woche auch der Doppel-Spieltag beitragen. Dann testet die Werkself gegen den FC Utrecht (Freitag, 14 Uhr) und den FC St. Gallen (Freitag, 16 Uhr). Die Niederländer sind im Übrigen im selben Hotel unterkommen wie Bayer 04, genau wie der U23-Nachwuchs von Ajax Amsterdam. In die Quere werden sich die Teams aber wohl nicht kommen: Die riesige Anlage verfügt über acht Naturrasenplätze nach FIFA-Norm. Viele große Teams haben im „La Manga Club Resort“ übrigens schon ihre Zelte aufgeschlagen – u.a. haben Real Madrid, der FC Barcelona, der FC Liverpool oder auch die Bundesligisten Borussia Dortmund und der FC Bayern München bereits ihre Trainingslager an der Costa Cálida abgehalten.


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