
„Kerim Alajbegovic hat die in ihn gesetzten hohen Erwartungen in Salzburg nicht nur erfüllt, er hat sie sogar in kürzester Zeit übertroffen“, betonte Bayer 04-Geschäftsführer Sport Simon Rolfes im Zuge der Vertragsunterschrift des beidfüßigen Youngsters bis zum 30. Juni 2031. Wohl wahr: Seine bisherige Saison im benachbarten Alpenland kann sich sehen lassen.
Im Alter von 17 Jahren und ohne Pflichtspiel-Einsatz für die Leverkusener Profimannschaft wählte Alajbegovic im Sommer 2025 den Wechsel nach Salzburg als den passenden nächsten Schritt, Bayer 04 sicherte sich im Vertragswerk eine fixierte Rückkaufoption. Entscheidungen, die beide Parteien in den Folgemonaten nicht bereuen sollten.
Sein Profidebüt für Red Bull erfolgte direkt auf der internationalen Bühne in der Champions-League-Qualifikation gegen SK Brann aus Norwegen (4:1). Zwar reichte es im Anschluss aufgrund zweier knapper Niederlagen gegen Club Brügge letztlich nicht für die Teilnahme an der Königsklasse. In der UEFA Europa League kam Alajbegovic allerdings zu viel Spielzeit, stand unter anderem gegen den FC Porto und Aston Villa in der Startelf. Mit seinem Doppelpack beim 3:1 gegen den FC Basel entschied er die Begegnung quasi im Alleingang. Zwei Tore und eine Vorlage in sieben Partien, vier davon von Beginn an – der Youngster hat in Europa schnell seine Duftmarke hinterlassen.
Selbiges gilt auch für die österreichische Bundesliga. Bereits am 2. Spieltag glänzte Alajbegovic beim 5:0 gegen den Grazer AK als Torschütze und Vorbereiter. Schnell reifte er zur Stammkraft auf der offensiven Außenbahn oder auf der Zehn und kommt bis jetzt auf sieben Treffer und zwei Vorlagen in 20 Liga-Einsätzen. Einige seiner Tore waren spielentscheidend und bescherten Salzburg wichtige Punkte im weiterhin offenen Meisterkampf.

In diesem wird Alajbegovic bis zuletzt alles investieren, um sein Team zum großen Coup zu führen. Dabei helfen ihm sicher auch sein „großer Ehrgeiz und Siegeswille“, wie es Bayer 04-Direktor Fußball Kim Falkenberg bei der Vertragsunterzeichnung formulierte.
Und so könnte der 18-Jährige aus seiner ersten Profisaison gleich mit dem Selbstvertrauen eines Titelgewinns nach Leverkusen zurückkehren – dorthin, wo er die entscheidenden Schritte in Richtung Profifußball gegangen ist. Und wo er für die kommenden Jahre seinen Platz sieht: „Ich kenne den Verein, Bayer 04 Leverkusen hat die höchsten Ansprüche. Das ist ein Top 16-Klub in Europa, der immer in der Bundesligaspitze mitspielt. Hier sind schon viele junge Spieler ganz groß herausgekommen. Dieses Ziel habe auch ich.“
Nicht nur auf Klubebene zeigte die Formkurve Alajbegovic‘ in den vergangenen Monaten steil nach oben. Seine guten Leistungen bei Red Bull verhalfen dem gebürtigen Kölner ebenso zum Debüt für die A-Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina. Der erste Einsatz? Alajbegovic-like: Beim 6:0-Sieg gegen San Marino in der WM-Qualifikation steuerte er direkt ein Tor und eine Vorlage bei.
In vier seiner bislang sieben Länderspiel-Einsätze überzeugte er als Vorbereiter – so auch zuletzt im WM-Qualifikationsspiel in Wales am Donnerstagabend: Nach gut einer Stunde eingewechselt, servierte Alajbegovic kurz vor Schluss eine Ecke punktgenau auf den Kopf von Bosniens Stürmer-Legende Edin Džeko, der zum 1:1-Ausgleich einköpfte. Da in der Verlängerung keine weiteren Treffer fielen, ging es ins Elfmeterschießen. In diesem übernahm der künftige Leverkusener als fünfter Schütze Verantwortung, verwandelte souverän unten rechts und schoss seine Nation ins entscheidende Duell um die WM-Teilnahme gegen Italien.

More to come, wie es so schön heißt. Dann, zumindest im Klubfußball, mit dem Bayer-Kreuz auf der Brust. Als einen weiteren „Sprung auf eine andere Ebene“ beschreibt er selbst die Rückkehr zu seinem Jugendklub. Dass ihm Herausforderungen und Veränderungen wie diese aber keine Probleme bereiten, hat Kerim Alajbegovic in den vergangenen Monaten eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

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