Simon Rolfes: Wenn wir das alles abrufen…

COVID-19, die Leistungen in der Hinrunde, das Comeback von Timothy Fosu-Mensah sowie die gute Entwicklung von Patrik Schick und Florian Wirtz: Sportdirektor Simon Rolfes wird zwischen den Jahren mit unterschiedlichen Themen konfrontiert. Wir fassen die Aussagen des ehemaligen Bayer 04-Profis, der insgesamt 377 Spiele für den Werksklub absolvierte, in einer Medienrunde zum Beginn der Vorbereitung auf die Rückrunde zusammen. Simon Rolfes über…
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…den aktuellen Umgang mit COVID-19: Natürlich ist eine Infektion nie ganz auszuschließen, vor allem wenn die Spieler für das Weihnachtsfest zu ihren Familien reisen. Wir sehen es ja gerade auch in England, Spanien und anderen Ligen, welche Auswirkungen die Pandemie und vor allem die Omikron-Variante haben kann. Von daher wird es nochmal ein knackiger Winter, dennoch versuchen wir alles Mögliche, um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Wir alle halten uns streng an die gut ausgearbeiteten Hygienekonzepte und Vorschriften. Da aber auch wir eine mögliche Infektion nie ganz ausschließen können, ist von Spiel zu Spiel auch stets viel Flexibilität gefragt. Klar ist: Die Gesundheit der Spieler, Trainer und Mitarbeiter steht immer über allem.

…die Hinrunden-Bilanz und die Leistungen der Werkself: Natürlich waren wir mit der letzten Woche nicht zufrieden und haben uns das anders vorgestellt. Da denke ich zum Beispiel an das Verteidigen von Standard-Situationen. Dennoch sind unsere Ziele weiterhin klar. Jeder Spieler, aber auch die Mannschaft insgesamt, entwickelt sich immer weiter und wird kontinuierlich besser. Damit uns das auch weiterhin gelingt, arbeiten wir daran, die bestmöglichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Wir hatten in der Hinrunde zwischenzeitlich eine nicht so gute Phase, konnten uns aus dieser aber auch wieder herausziehen und selbstständig in eine gute Tabellensituation bringen. Da müssen wir jetzt ansetzen.

…die Stärken des Kaders: Jede Mannschaft hat ein anderes Charakterprofil. Jedes Profil, jedes System hat dabei Stärken und Schwächen. Es stellt sich daher immer die Frage, mit welchen Eigenschaften man den Gegnern knacken will. Unsere Herangehensweise ist sicher nicht vorrangig von physischer Art geprägt, wir sind nicht alle 1,90 Meter groß. Aber dafür haben wir andere Qualitäten: Ich sehe da vor allem die Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Die Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Dynamik. Wenn wir das alles abrufen, erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein. Gegen Freiburg zum Beispiel haben wir zu wenig unsere Stärken eingebracht, sondern uns zu sehr deren Spielweise angepasst.

Timothy Fosu-Mensah, der seit Anfang März aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht mehr zum Einsatz gekommen ist: Im Teamtraining ist er seit Mitte November, aber ein vollständiger Integrationsprozess dauert bei der langen Ausfallzeit und seiner Vorgeschichte dann doch noch einmal deutlich länger. Wir wollen ihn Stück für Stück aufbauen und wieder an die Spieltagsbelastung heranführen. Er ist einsatzfähig und kann spielen, aber gerade nach so einer langen Verletzung müssen wir schauen, dass wir ihn auch immer mal etwas rausnehmen und seine Belastung steuern. Bisher ist dieser Prozess bei ihm ebenso gut verlaufen wie seine Reha insgesamt.

Patrik Schick: Wir hatten Patrik schon sehr früh auf dem Radar. Bereits zu seiner Zeit in Rom hat man gesehen, welches Leistungsvermögen er in sich trägt. Allerdings ist immer auch die Frage, wann ein Spieler dieses in vollem Umfang zeigen kann. Seine Torquote hat beispielsweise in Leipzig schon gepasst, da hatte er aber häufig mit Verletzungen zu kämpfen. Daran konnten wir hier mit ihm arbeiten, und das zahlt sich jetzt aus. Er ist in einer hervorragenden körperlichen Verfassung und hat ein riesiges Potenzial. Darüber hinaus fühlt er sich hier sowohl sportlich als auch persönlich sehr wohl. Wir sind vertraglich in einer komfortablen Situation, und ich bin mir sicher, dass er auch über das Saisonende hinaus bei uns spielen wird.

…Youngster Florian Wirtz: Wir haben im Sommer 2020 durchaus Kritik dafür einstecken müssen, dass wir nach dem Abgang von Kai Havertz keinen neuen Spielmacher geholt haben. Schon damals war das Vertrauen in Flo groß. Er entwickelt sich wahnsinnig gut, trotzdem versuchen wir ihn auch immer mal wieder rauszunehmen und so auch den Druck von seinen Schultern zu nehmen. Er ist schließlich gerade einmal 18 Jahre alt, das darf man nicht vergessen. Wir wollen ihm die Zeit geben, sich sportlich und persönlich in allen Facetten weiterzuentwickeln.

…über den aktuellen Kader und mögliche Transfers: Wir sind aktuell bereits gut aufgestellt und auf jeder Position doppelt besetzt. Trotzdem schließen wir nie gänzlich aus, dass noch etwas passiert. Wenn sich eine Situation ergibt, dann verschließen wir uns nicht. Grundsätzlich haben wir mit dem aktuellen Kader aber bereits eine gute Basis für die Rückrunde und sind zufrieden.

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