Sardar Azmoun: Fußballer des Jahres mit vollem Trophäenschrank

Vergangene Woche präsentierte Bayer 04 mit Sardar Azmoun vom russischen Meister Zenit St. Petersburg den ersten Neuzugang in 2022. Ursprünglich sollte der 27-Jährige, mit einem Vertrag bis 2027 ausgestattet, im Sommer zur Werkself stoßen. Doch den Leverkusener Verantwortlichen ist es in den vergangenen Tagen gelungen, Azmouns Transfer vorzuziehen und ihn sofort an die Dhünn zu holen. Wir stellen den neuen Mann im Kader der Werkself vor, der in seiner Heimat Iran längst in die Riege der erfolgreichsten Fußballer aller Zeiten aufgestiegen ist. Und auch auf Klubebene hat der Mittelstürmer bereits zahlreiche Erfolge vorzuweisen.
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Der Neuzugang aus Russland wird aller Voraussicht nach schon bald für ein Novum unterm Bayer-Kreuz sorgen: Nie zuvor seit dem Aufstieg von Bayer 04 ins deutsche Fußball-Oberhaus im Jahr 1979 absolvierte ein Iraner ein Bundesliga-Spiel in Schwarz-Rot.

Drei Landsmänner von Sardar Azmoun standen seither im Kader der Werkself: Mehdi Pashazadeh 07/1998 bis 12/2000), Dariush Yazdani (01 bis 07/1999) sowie Seyed Ali Mousavi (07 bis 12/2000). Das Trio sollte jedoch ohne Einsatz in der Bundesliga bleiben. Pashazadeh lief je einmal im DFB-Pokal sowie im UEFA-Cup in Schwarz-Rot auf, Yazdani durfte einmal im Ligapokal ran.

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Iraner unter sich: So sahen die Autogrammkarten der drei Landsmänner und Werkself-Vorgänger von Sardar Azmoun aus.

Dass auch der 04. Iraner an der Dhünn seit 1979 ohne Bundesliga-Einsatz bleiben wird, gilt logischerweise als ausgeschlossen. „Sardar Azmoun ist sehr schnell, kopfballstark und hat ein gutes Gespür für Räume. Aber er ist nicht nur ein Torjäger, sondern bereitet auch viele Treffer vor und passt als kombinationsstarker Spieler hervorragend zur Werkself“, erklärte etwa Sport-Geschäftsführer Rudi Völler im Zuge der Verpflichtung des Iraners. Neben seinen sportlichen Qualitäten bringt der 1,86-Meter-Mann auch einen großen Erfahrungsschatz mit nach Leverkusen.

Der Schritt ins Ausland ist geglückt

Seine gesamte Jugendzeit verbrachte Azmoun in seiner Heimat Iran, zuletzt für zweieinhalb Jahre in der Nachwuchsabteilung des Spitzenklubs Sepahan FC. Am 1. Januar 2013 – am Tage seines 18. Geburtstags – wagte der Offensivmann schließlich den Schritt ins Ausland. Rubin Kasan, ein Klub im Südwesten Russlands, sollte es werden. Der Schritt erwies sich als Volltreffer: An der Wolga reifte das iranische Talent zum gestandenen Profi, auch dank einer Leihstation beim FK Rostov.

Der Ligakonkurrent verpflichtete Azmoun anschließend sogar fest, doch nach nur einem Jahr holte Kasan den Ex-Spieler im Sommer 2017 zurück. Dort hielt er seine Torquote – und der russische Spitzenklub aus St. Petersburg machte ihm schließlich ein Angebot, das der Iraner mit Blick auf bevorstehende Triumphe und Titelgewinne schwerlich ausschlagen konnte.

Als Torschützenkönig zum Meistertitel

In der Hafenstadt an der Ostsee avancierte Azmoun wie erhofft ebenfalls sofort zum Torjäger. In den folgenden drei Jahren bei Zenit bedankte er sich in Form von Toren sowie Vorlagen für das in ihn gesteckte Vertrauen: In 104 Spielen erzielte er 62 Treffer und bereitete 36 weitere vor. Inklusive seiner frühen Jahre in Kasan und Rostov lautet seine Bilanz in der russischen Top-Liga: 208 Spiele, 85 Tore und 38 Vorlagen.

Kein Wunder also, dass Azmouns Trophäenschrank nicht nur mit Mannschafts-Titeln bestückt ist (3x russischer Meister, 1x russischer Pokalsieger, 2x russischer Superpokalsieger). In der Saison 2019/20 holte sich der Offensivmann mit 17 Treffern die Torjägerkanone der Premier Liga, 2021 wurde er zudem zu Russlands Fußballer des Jahres gewählt.

Hinter Daei auf Rang zwei

In seiner Heimat Iran gehört der Neu-Leverkusener ohne Zweifel zu den bekanntesten Fußballern aller Zeiten. Nach zahlreichen Partien für die Nachwuchs-Nationalteams, in denen ihm im Durchschnitt mehr als ein Treffer pro Spiel gelungen war, feierte Azmoun am 26. Mai 2014 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.

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Seither kamen 59 weitere Partien für den Iran dazu, in denen ihm 39 Tore gelangen. Nie traf ein Fußball-Profi häufiger für das Heimatland des neuen Werkself-Profis – außer einem, dem bis zum vergangenen Jahr bezogen auf die Anzahl der Länderspiel-Treffer sogar weltweit niemand das Wasser reichen konnte.

Die Rede ist von Ali Daei. Die iranische Stürmer-Legende lief zwischen 1997 und 2002 auf Klubebene sogar in Deutschland auf (Arminia Bielefeld, FC Bayern München, Hertha BSC). Seinen Namen machte sich der heute 52-Jährige jedoch mit einer Rekordmarke auf Nationalmannschafts-Ebene: Daei erzielte in seiner Laufbahn für den Iran stolze 109 Treffer – mehr als jeder andere Nationalspieler je zuvor. Die Marke galt als uneinholbar, bis Portugals Superstar Cristiano Ronaldo sie im vergangenen Jahr knackte.

Sardar Azmoun wird an die Zahl Daeis zwar aller Voraussicht nach nicht herankommen. Einen Eintrag in der Bundesliga-Historie von Bayer 04 hätte er mit seinem ersten Einsatz im Oberhaus für die Werkself aber bereits sicher. Und dass ihn die schwarz-roten Fans auch ob seiner Leistungen so schnell nicht vergessen werden, dafür wird der ehrgeizige Torjäger in den kommenden Jahren alles geben…

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