Kießling: Ein spannender und effektiver Austausch

Als Teilnehmer des Pilotjahrgangs hat Stefan Kießling vergangenen Mai das Zertifikatsprogramm "Management im Profifußball" erfolgreich absolviert. Über 18 Monate verteilt standen Themen wie Sportrecht, Lizenzierung oder Finanzmanagement auf dem Stundenplan des 38-Jährigen. Nach seinem Karriere-Ende 2018 wechselte der ehemalige Mittelstürmer ins Management von Bayer 04 und ist heute für den Bereich „Koordination Lizenz“ verantwortlich.
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Als einer von 14 Teilnehmern nutzte Bayer 04-Ehrenspielführer Stefan Kießling, der aktuell für die Koordination im Lizenzbereich zuständig ist, die Gelegenheit, sich beim Zertifikatsprogramms "Management im Profifußball" der DFL Deutschen Fußball Liga und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weiterzubilden. Neben den Lehrinhalten stand zudem der Austausch mit den anderen Teilnehmern, wie Thomas Kessler (Leiter der Lizenzspieler-Abteilung 1. FC Köln) oder Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg) im Fokus.

Im Interview mit bayer04.de berichtet der ehemalige Nationalspieler über seine Erfahrungen und welche Erkenntnisse er bereits in seinen Arbeitsalltag beim Werksklub einbinden konnte.  

Kies, nachträglich noch einmal herzlichen Glückwunsch zum erworbenen Zertifikat. Nimm uns doch einmal mit auf die vergangenen 18 Monate. Wie können wir uns die Weiterbildung zum „Manager im Profifußball“ vorstellen?

Kießling: Vielen Dank! Das gesamte Programm war in drei große Module unterteilt: Bundesliga Know-how, Sportliches Know-how und Management Know-how. Diese wurden schwerpunktmäßig in weitere Unterthemen aufgegliedert. Dazu haben wir uns entweder online oder in Präsenz getroffen. Zudem gab es jeweils Aufgaben, die wir im Vorfeld der Veranstaltungen bearbeiten und vorbereiten konnten.

Welche Inhalte waren neu für dich?

Kießling: Komplett neu für mich waren die Einheiten im Bereich Finanzen. Auch im Themenkomplex Lizenzierung hatte ich bis dahin noch wenig Vorkenntnisse. In Sachen Scouting und Spielbeobachtung haben wir hilfreiche Tool kennengelernt, wie wir interessante Spieler noch effektiver beobachten können. Besonders interessant war das Thema Führung und Leadership. Als Spieler bin ich in gewisser Weise ja bereits als Leader vorangegangen. In einem Unternehmen sind allerdings noch einmal andere Aspekte wichtig, wenn es darum geht: Wie führe ich ein Team an Mitarbeitern? Da konnte ich einiges mitnehmen.

Und in welchen Bereichen konntest du deine bisherigen Erfahrungen miteinbringen?

Kießling: Viele Themenfelder rund um die Fußballpraxis waren mir bereits aus meiner Zeit als Spieler bekannt. Auch bei den anderen Ex-Spielern hat man gemerkt, dass bereits viel Know-how in diesem Feld vorhanden war.

Wo habt ihr euch getroffen und wie sind die Präsenzveranstaltungen abgelaufen?

Kießling: Der Standort war immer unterschiedlich, die meiste Zeit waren wir allerdings bei der DFL in Frankfurt. Dazu gab es Treffen im Deutsche Bank Park, dem Stadion von Eintracht Frankfurt, bei der FIFA in Zürich, bei Adidas in Herzogenaurach oder auch bei Deloitte in Düsseldorf.

Die einzelnen Termine gingen stets über zwei Tage. Über den Tag verteilt standen dann Veranstaltungen zum jeweiligen Themenbereich auf dem Programm. Beispielweise ist der ehemalige U21-Trainer Stefan Kuntz vorbeigekommen und hat zu Themen wie Leadership, Trainingsgestaltung oder Mannschaftsansprache referiert. Christian Seifert als ehemaliger DFL-Geschäftsführer konnte uns dagegen im Bereich Management wertvolle Einblicke in seine jahrelange Arbeit im Profifußball geben. Im Anschluss standen immer Fragerunden an, die wirklich aufschlussreich waren.

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Und wie sah die Zeit zwischen den Veranstaltungen aus?

Kießling: Zum einen sind alle Teilnehmer neben der Weiterbildung normal ihrer Arbeit in den Vereinen nachgegangen, zum anderen gab es in Hinblick auf die gemeinsamen Treffen Aufgaben, die es vorzubereiten galt. Dafür war es wirklich hilfreich, auf die Expertise der Kollegen bei Bayer 04 aus den jeweiligen Fachbereichen zurückgreifen zu können - so beispielsweise im Finanzmanagement, als es unter anderem um die Gewinn- und Verlustrechnung oder die Kapital- und Bilanzrechnung ging. Es ist wichtig in all diesen Bereichen gut ausgebildet zu sein. Hier in Leverkusen gibt es jetzt eigene Abteilungen, die dir solche Aufgaben abnehmen, als Sportdirektor eines kleineren Klubs können diese aber auch in deinen Aufgabenbereich fallen.

Wie intensiv war der Austausch zwischen den Teilnehmern?

Kießling: Die Gruppe hat gepasst, es war wirklich hilfreich sich mit den Kollegen auszutauschen. Wir hatten so die Möglichkeit, uns ein Netzwerk aufzubauen. Ich habe mich mit allen gut verstanden - mit Thomas Kessler zum Beispiel, der jetzt in Köln die Lizenzspieler-Abteilung leitet. Wir standen früher zwar als Gegner auf dem Platz, haben uns aber schon immer gut verstanden. Auch mit den anderen Teilnehmern war der Austausch top, da gab es keine Ausnahme. Unsere WhatsApp-Gruppe ist immer noch aktiv.

Am Ende des Programms stand sicherlich eine Abschlussprüfung – wie sah diese aus?

Kießling: Genau, die gab es. Ungefähr ein Jahr im Voraus konnten wir aus einem Pool aus vier Themen wählen. Zur Auswahl standen: Kaderplanung, Infrastruktur (Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Stabilität), Jugend/Nachwuchsleistungszentrum und Lizenzmannschaft. Ich habe mich schließlich für die zwei Themen wirtschaftliche Stabilität und Nachwuchsleistungszentrum entschieden. Die Aufgabe bestand darin, eine Strategie-Map 2030 zu entwickeln. Ich habe mich wie in der Uni gefühlt: Textgröße, Seitenanzahl und Zeilenabstand, alles war im Detail vorgegeben – das war erstmal neu für mich (lacht). Am letzten Präsenztermin auf dem neuen DFB-Campus ging es dann darum unsere Ergebnisse zu pitchen und in einer Fragrunde zu verteidigen. Alles in allem hat das gut funktioniert.

War dies dein erster Lehrgang?

Kießling: In der Form ja. Als Spieler habe ich aber bereits bei der ESM-Akademie in Nürnberg Sportmanagement studiert. Zeitlich war das damals allerdings schwierig zu kombinieren, wenn ich dann zwischendrin aufgrund des Spielplans für drei oder mehr Wochen gefehlt habe.

Welche Inhalte des Lehrgangs konntest du bereits in deinem Arbeitsalltag anwenden?

Kießling: Vor allem konnte ich mein Grundverständnis dafür erweitern, wie ein Klub geführt wird und wie breitgefächert die Aufgabenbereiche im Management eines professionellen Fußballklubs sind. Das wichtigste ist die Kommunikation, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch nach außen. Ich freue mich darauf, mein neues Wissen in Zukunft bei Bayer 04 nutzen zu können.

Mit Blick auf die Zukunft: Wie siehst du dich und deine Aufgaben bei Schwarz-Rot in den nächsten Jahren?

Kießling: Erst einmal stehen keine weiteren Lehrgänge an. Ich will mich auf meine Aufgaben bei Bayer 04 konzentrieren und diese Rolle bestmöglich ausfüllen. Dabei sehe ich mich als Organisator und Koordinator und vor allem als Schnittstelle zwischen unseren Abteilungen. Ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben, wie beispielswiese die Organisation der Champions-League-Spieltage, des Trainingslagers oder der Freundschaftsspiele. Auch Themen wie der Launch des neuen Trikots oder das Abstimmen der neuen Autogrammkarten fallen in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Kommunikation und dem Marketing in meinen Aufgabenbereich.

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