
Demarai, Glückwunsch zu diesem Einstand. Erste Spielminuten in der Bundesliga, und dann auch gleich ein Tor zum 5:2-Endstand gegen den VfB Stuttgart. Dein Debüt nach zuvor nur zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft war ein voller Erfolg.
Es war ein guter Start für mich, und ich freue mich sehr über mein Tor. Aber das Wichtigste ist immer, dass wir als Team die drei Punkte geholt haben. Die vergangenen Tage und Wochen waren keine einfache Zeit für die Mannschaft, doch gegen Stuttgart haben wir eine gute Reaktion gezeigt.
Wie hast du das Spiel und dein Tor gesehen?
Wir sind auch nach dem Stuttgarter Anschlusstreffer ruhig geblieben und haben gut verteidigt. Das 3:1 hat uns dann ein bisschen den Druck genommen, und wir haben das Spiel gut zu Ende gebracht. Ich denke, wir haben es insgesamt gut gelöst, auch wenn es sicher noch Dinge gibt, die wir verbessern müssen. Und was mein Tor angeht: Es war eine Kontersituation, der Ball kam über Kerem Demirbay im perfekten Moment zu mir, ich habe ihn gut getroffen und ins Eck platziert. Unser Spielstil kommt uns Angreifern natürlich entgegen.

Du sprichst den Spielstil der Werkself an. Wie man hört, hast du dich im Vorfeld schon intensiv mit deinem neuen Klub beschäftigt.
Das stimmt. Bevor ich hierhin gekommen bin, habe ich mir viele Spiele von Bayer 04 auf Video angeschaut. Ich wollte einfach wissen und verstehen, wie das Team spielt, und was der Trainer von der Mannschaft auf dem Platz erwartet und verlangt.
Du bist im Januar 2016 aus deiner Heimatstadt Birmingham zu Leicester City gewechselt und mit dem Team ein paar Monate später sofort sensationell englischer Meister geworden. Wie schwer ist es dir gefallen, den Klub jetzt zu verlassen?
Das war schon sehr schwer. Bei Leicester City wurde ich nicht nur englischer Meister, ich habe mir auch den Traum erfüllt, ein Premier-League-Spieler zu sein. Bei den Foxes habe ich ein neues Level erreicht. Nicht zu vergessen: Birmingham und Leicester liegen nur wenige Auto-Minuten voneinander entfernt. Ich habe mich dort immer zu Hause gefühlt. Diese gewohnte Umgebung zu verlassen, war nicht einfach. Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich raus aus meiner Komfort-Zone muss, um den nächsten Schritt in meiner Entwicklung zu machen. Ich habe die Herausforderungen Bayer Leverkusen und Deutschland sehr bewusst angenommen. Ich hätte auch in England bleiben können, Angebote gab es.
Welche weiteren Gründe waren ausschlaggebend für den Wechsel nach Leverkusen?
Der Verein und seine Philosophie gefallen mir. Junge Spieler bekommen hier eine Chance, und bei Peter Bosz hatte ich sofort ein gutes Gefühl. Wir haben zweimal miteinander telefoniert. Seine Philosophie ist großartig. Er will, dass seine Mannschaften immer den Ball haben, durch ein gutes Positionsspiel sollen die Angreifer in Abschlusssituationen gebracht werden. Und wenn wir mal den Ball verlieren, dann wollen wir ihn durch Gegenpressing sofort zurückerobern. Perfekt für einen Angreifer wie mich. Man muss sich das mal vorstellen: Wir hatten gegen Stuttgart 24 Torschüsse. 24 Torschüsse – unglaublich.

Leon Bailey, Moussa Diaby, Karim Bellarabi, und nun Jeremie Frimpong und du: Auf den Flügelpositionen hat Bayer 04 viele Optionen. Wie siehst du deine Möglichkeiten hier?
Leverkusen ist ein Verein mit internationalen Ambitionen. Wir werden in den nächsten Wochen viele Spiele haben. Ich bin also zuversichtlich, dass ich meine Chancen erhalten werde. Darüber hinaus will ich dazulernen. In jedem Training, in jeder Sitzung, und auch außerhalb des Platzes. Das ist mit ein Grund dafür, warum mich zwar mein Berater und mein Onkel zu Beginn begleitet haben, sie aber mittlerweile wieder weg sind. Wie bereits gesagt: Ich wollte raus aus meiner Komfort-Zone.
Hast du schon grundsätzliche Unterschiede ausgemacht zwischen dem Fußball in der Premiere League und in der Bundesliga?
Nach nur einem Spiel kann man das sicherlich nicht umfassend bewerten. Aber mein erster Eindruck ist, dass es hier nicht so hektisch zugeht wie in England. Dort geht es immer hin und her, das ganze Spiel ist sehr physisch. Hier ist es mehr von Taktik geprägt. Jeder Spieler hat vielfältige Aufgaben zu erledigen. Sowohl im Spiel mit als auch im Spiel ohne Ball. Das ist cool.
Das Interview ist der Ausgabe des BayArena Aktuell zum Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 13. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr), entnommen. HIER geht's zur Online-Ausgabe.

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