¡Gracias, Pala! – Abschied nach sechseinhalb Jahren in Leverkusen

Als Exequiel Palacios am 1. Januar 2020 vom argentinischen Klub River Plate unters Bayer-Kreuz gewechselt war, konnte der damals 21-Jährige nicht ahnen, wie erfolgreich auch die nächsten sechseinhalb Jahre für ihn werden würden. Pala, so sein Rufname, hatte mit River bereits die Copa Libertadores gewonnen, den wichtigsten Wettbewerb im südamerikanischen Klubfußball. Aber es sollten noch so viele weitere Titel folgen.
Exequiel Palacios mit der Meisterschale

Sein Pflichtspieldebüt für die Werkself gab der Argentinier am 5. Februar 2020 beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokal. Es war sein erstes von insgesamt 186 Pflichtspielen für Schwarz-Rot. In Leverkusen begann für den jungen Mann aus Famaillá zunächst eine Zeit der Anpassung: neue Sprache, neue Liga, neue Kultur – und kurz darauf die Zäsur durch die Corona-Pandemie.

Exequiel Palacios

Trotz der schwierigen Anfangsphase entwickelte sich der heute 27-Jährige zu einem Weltklassespieler, der sowohl mit Bayer 04 als auch mit der argentinischen Nationalmannschaft Titel sammelte. Auf den Gewinn der Copa America im Juli 2021 folgte ein Jahr später der größte Triumph: Palacios wurde mit der Albiceleste bei der Fußball-WM in Katar 2022 Weltmeister. Er war damit erst der dritte Spieler der Bayer 04-Geschichte, der als Werkself-Profi diesen größten aller Titel gewann – zuvor war dies nur den Brasilianern Paulo Sergio (1994) und Lucio (2002) gelungen.

Weltmeister ohne Starallüren

Pala blieb auch als Weltmeister immer mit beiden Füßen auf dem Boden. Werte wie Demut und Bescheidenheit sind ihm wichtig. Ein Lautsprecher war er nie. Aber auf dem Platz hat er sich als unermüdlicher Arbeiter, Antreiber und rustikaler Zweikämpfer auch bei Bayer 04 schnell bewährt. In der Double-Saison 2023/24 zählte er zu den Führungsspielern und trug entscheidend zum ersten deutschen Meistertitel des Werksklubs und zum DFB-Pokal-Triumph bei. Palacios glänzte als vierfacher Torschütze in der Liga und bereitete ebenso häufig Treffer vor. Auch im Pokal netzte er zweimal ein.

Mit seinen scharfen, präzisen Pässen prägte er das Spiel der Werkself ebenso wie mit seiner strategischen Cleverness und seinem Gespür für Räume und Mitspieler. Ein klassischer Sechser, der gleichermaßen gegen den Ball arbeitete und starke Impulse im Spiel nach vorne setzte. Ein Siegertyp mit außergewöhnlicher Mentalität auf dem Platz und zugleich einer sympathischen Ausstrahlung. Er gab der Mannschaft Balance, Rhythmus und Stabilität. Und war sich auch fürs Grobe nicht zu schade. „Ich versuche, die Drecksarbeit zu machen und für ihn zu laufen“, sagte Pala einmal mit einem Augenzwinkern, als er auf Florian Wirtz angesprochen wurde. Durch den eigenen Einsatz andere Spieler glänzen lassen – auch das sagt viel über den Charakter von Exequiel Palacios.

Exequiel Palacios gegen den FC Bayern München

Unvergessen bleiben seine Last-Minute-Tore in der Double-Saison: der verwandelte Elfmeter zum 2:2 beim FC Bayern München und der nicht minder wichtige 1:0-Siegtreffer beim FC Augsburg zum Rückrundenstart – erzielt jeweils in der vierten Minute der Nachspielzeit. Auch die Nr. 25 der Werkself hatte also ihren Anteil an „Laterkusen“.

Grosse Emotionen nach der Meisterschaft

Dass er sich in der Mannschaft respektiert und aufgehoben fühlte, machte das Kapitel Leverkusen auch menschlich zu einem Gewinn für den Argentinier. Nach dem Meistertitel 2024 brach es ganz emotional aus Pala heraus: „Ich bin wahnsinnig glücklich, Teil der Geschichte dieses Klubs zu sein. Dieser Titel wird bleiben, ein Leben lang.“ Auch viele Freundschaften zu Mannschaftskollegen werden bleiben. In über sechs Jahren bei Bayer 04 sind schließlich viele enge Beziehungen entstanden. Nicht nur zu langjährigen Weggefährten.

Nun sucht Exequiel Palacios nach sechseinhalb Jahren in Leverkusen eine neue Herausforderung in der englischen Premier League. Die gemeinsamen Erinnerungen werden bleiben. Bayer 04 wünscht von Herzen alles Gute. ¡Gracias, Pala!

Exequiel Palacios über die Meisterschaft

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