
Er ist kein Mann der großen Worte. Keiner, den es abseits des Platzes ins Rampenlicht drängt. Und keiner, dem Erfolge zu Kopf steigen könnten. Exequiel Palacios ist ein geerdeter Mensch. Daran werden auch noch so viele Titel nichts ändern. Und er hat schon einige große Triumphe gefeiert. Mit der argentinischen Nationalmannschaft ebenso wie mit Bayer 04. Nein, der bekennende Christ bleibt sich treu. Werte wie Demut und Nächstenliebe sind ihm wichtig. Deshalb wird Palacios, der an diesem Sonntag seinen 27. Geburtstag feiert, bei Bayer 04 nicht nur als exzellenter Spieler, sondern auch als Mensch überaus geschätzt. Die frühzeitige Vertragsverlängerung mit ihm bis zum 30. Juni 2030 ist gerade in der aktuellen Situation auch ein Ausdruck der hohen gegenseitigen Wertschätzung. Denn die Nummer 25 wird der Werkself zunächst noch wegen einer Adduktorenverletzung fehlen. Aber es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass „Pala“ schon bald wieder seinen Beitrag zu einer möglichst erfolgreichen Saison leisten wird.
Seit fast sechs Jahren trägt er jetzt das Trikot mit dem Kreuz auf der Brust. Leistungsträger und Führungsspieler ist er längst. Bevor Palacios im Januar 2020 von River Plate aus Buenos Aires nach Leverkusen wechselte, hatte er mit seinem Heimatklub schon einmal die Copa Libertadores, das südamerikanische Pendant zur UEFA Champions League gewonnen. Im Sommer 2019, nur ein halbes Jahr später, folgte der Gewinn der Recopa Sudamericana (vergleichbar der UEFA Europa League). Zwei große Titel für den 20-Jährigen, der damals schon als Siegertyp mit starker Mentalität galt. Und der auch fußballerisch perfekt zu Bayer 04 passte. Pala brachte alles mit: robuste Zweikampfführung, enorme Handlungsschnelligkeit, scharfes Passspiel, einen hervorragenden Blick für Räume und Mitspieler. Ein Mann fürs Zentrum. Ein Stratege. Ein Sechser wie Trainer ihn sich wünschen.
Dass der junge Argentinier auf dem neuen Kontinent zunächst eine gewisse Anlaufzeit brauchte, war wenig verwunderlich. Ab seiner zweiten vollen Saison mit Bayer 04 zählte Palacios aber zu den Stammkräften. Als unermüdlicher Kämpfer und überragender Techniker, den hin und wieder nur Verletzungen ausbremsen konnten, war er aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Und schnell ging es dann auch weiter mit dem Titel sammeln: 2021 gewann Palacios mit Argentinien die Copa América. Im Finale im Maracanā setzte er sich mit der Albiceleste gegen Gastgeber Brasilien durch. Anderthalb Jahre später folgte der größte Triumph: Palacios, Messi und Co. wurden im Dezember 2022 in Katar Weltmeister. Pala war damit erst der zweite Spieler der Bayer 04-Geschichte, der als Werkself-Profi den größten aller Titel gewinnen konnte (2002 war dies auch dem Brasilianer Lucio gelungen). Es spricht für die Reife des damals 24-jährigen Mittelfeldspielers, dass er gleich nach seiner Rückkehr nach Leverkusen betonte: „Nun beginnt der schwierigste Teil, nachdem man das Größte erreicht hat, was es für einen Fußballer zu gewinnen gibt.“






Gut, mit Argentinien hatte er schon die höchsten Gipfel erklommen. Jetzt wurde es Zeit, auch mit der Werkself auf Titeljagd zu gehen. Unter Xabi Alonso entwickelte sich Palacios noch einmal enorm weiter. Schon 2022/23 zählte der Argentinier zu den tragenden Säulen im Team. Eine Saison später war er einer der Taktgeber beim Doublesieger. Auf dem Weg zur ersten Meisterschaft der Klubgeschichte und zum zweiten DFB-Pokalgewinn leistete Pala im Mittelfeld überragende Arbeit. Er schoss in beiden Wettbewerben insgesamt sechs Tore und bereitete vier Treffer vor. In dieser magischen Saison erreichte er mit der Werkself auch das Finale in der UEFA Europa League. Aber die Meisterschaft steht auch für ihn über allem. „Ich bin wahnsinnig glücklich, Teil der Geschichte dieses Klubs zu sein“, sagt Pala. „Dieser Titel wird bleiben, ein Leben lang.“






Dennoch soll es nicht der letzte mit Bayer 04 sein. Exequiel Palacios wird auch in den nächsten Jahren ein Eckpfeiler der neuen Werkself sein. Verantwortung übernimmt er gerne, eine „lautere“ Rolle innerhalb der Mannschaft will er deshalb nicht übernehmen. Er ist eben kein Mann der großen Worte. Muss er auch gar nicht sein. Wie er sich einbringen will, hat Palacios vor wenigen Monaten im Trainingslager in Brasilien schön auf den Punkt gebracht: „Ich werde mich genauso verhalten, wie ich mich immer verhalten habe und die Dinge genauso angehen: hart arbeiten, bescheiden sein, zuhören und vor allem den jungen Spielern helfen, wo es nötig ist – auf und neben dem Platz. Ich werde meine Erfahrungen weitergeben, immer für jeden ansprechbar sein und auf dem Feld voran gehen, alles geben und versuchen, das Beste rauszuholen.“
Hört sich doch gut an. Auf die nächsten Jahre mit Bayer 04, Pala!

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