
Am Anfang war der Löwe. Genauer gesagt: der Bergische Löwe. Majestätisch steht er da, geflügelt und auf beiden Hinterpfoten, sich mit der vorderen rechte Tatze auf einer Weltkugel abstützend und in der linken den schlangenumwundenen Merkurstab haltend, das Symbol des Handels. Das erste Logo des Turn- und Spielvereins 04 (TuS 04) Leverkusen, der sich am 1. Juli 1904 gründet, geht zurück auf dieses Firmenlogo der Bayer AG.
Die hatte sich 1881 aus der Offenen Handelsgesellschaft „Friedr. Bayer et comp.“ in die Aktiengesellschaft „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.“ umgewandelt und brauchte deshalb erstmals ein Warenzeichen. Und weil man den Firmen-Hauptsitz inzwischen von Barmen nach Elberfeld verlegt hatte – beide damals noch eigenständige Städte –, orientierte sich das Unternehmen am Elberfelder Wappen: dem zweischwänzigen Bergischen Löwen, der ein schwarzes Rost zwischen den Pfoten hält, auf dem der Stadtpatron, der heilige Laurentius, gemartert worden sein soll.
14 Jahre später, 1895, hat sich Bayer zu einem internationalen Unternehmen entwickelt und will dem auch in einem umgestalteten Firmenlogo Ausdruck verleihen. Aus dem zweischwänzigen Löwen mit Rost wird also der geflügelte Löwe mit Merkurstab und Weltkugel, die für Selbstbewusstsein und Weltoffenheit stehen.
Auch die am 1. Juni 1907 gegründete Fußballriege des TuS 04 nutzt dieses Logo 16 Jahre lang. Erst als sich die Fußballer 1923 vom TuS 04 abspalten und den „Fußballverein 04 Leverkusen“ gründen, muss auch ein eigenes Logo her. Der Löwe muss weichen, nur die Buchstaben F, V (weiß auf schwarzem Grund) und L (weiß auf rotem Grund) sowie die Zahl 04 werden nun zu einem schlichten Logo zusammengestellt. Die Farben Schwarz-Rot finden sich damit ab jetzt nicht nur auf den Trikots wieder, sondern auch im neuen Logo.
1928 steht die nächste Neu-Gründung ins Haus: Aus dem Zusammenschluss von Fußballern, Boxern, Feldhandballern, Leichtathleten und Faustballern entsteht die „Sportvereinigung Wiesdorf-Leverkusen 04“. Auf die Gestaltung eines Logos wird zunächst verzichtet, weil dies „erstmal wohl überlegt werden will“, wie es von Vereinsseite aus heißt.
Wann genau der Klub das erste Logo mit Bayer-Kreuz erstellt, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. In der Nutzung des Kreuzes zeigt sich jedoch, wenngleich mit Verspätung, einmal mehr die Orientierung am Werk. Denn schon 1904 hatten die Farbenfabriken aufgrund weltweit steigender Exporte ihr Logo vereinfacht, anstelle des Löwen das Bayer-Kreuz als Warenzeichen etabliert und ins kaiserliche Patentamt eintragen lassen.
1935, fünf Jahre nach der Leverkusener Stadtgründung, wird aus der Sportvereinigung ein offizieller „Werksverein“, der nun auch Bayer im Namen trägt. „Sportvereinigung Bayer Leverkusen 04“ heißt der Klub jetzt und auf dem Logo ist der Vereinsname mit dem Bayer-Kreuz in ein rot-schwarzes Dreieck gefasst.
In der Zeit des Nationalsozialismus müssen sich viele deutsche Vereine neu organisieren und umbenennen, was zu sperrigen Vereinsnamen führt. So entsteht 1938 die „Betriebssportgemeinschaft der I.G. Farbenindustrie A.G. Leverkusen 1904“, daraus zwei Jahre später wiederum die „Kriegssportgemeinschaft TuS 04/Bayer Leverkusen“.
Als am 19. Oktober 1947 die erste Ausgabe der Vereinsmitteilungen erscheint – der Vorläufer der heutigen Printpublikationen BayArena-Aktuell und Werkself-Magazin –, wird auch in Bezug auf das Vereinslogo Wert auf gestalterische Einheit gelegt. Das weiße Bayer-Kreuz steht in einem ausgesparten Kreis auf den Zahlen 04, dem Gründungsjahr des Gesamtvereins. Damit ist auch grafisch hervorgehoben, was der damalige Pressewart Walter Scharf parallel dazu in den Vereinsmitteilungen erstmals als Kurzform etabliert: Die Sportvereinigung Bayer 04 Leverkusen wird nun meistens schlicht „Bayer 04“ genannt. Dieses Kernelement einer neuen, vereinheitlichten Darstellung nutzt man auf den offiziellen Briefköpfen, Anstecknadeln für Vereinsjubilare, Plakaten und als Wahrzeichen am Toreingang des Stadions am Stadtpark. Auch die Meistermannschaft von 1951, die erstmals in die Oberliga West aufsteigt, trägt das Logo als dreieckiges Wappenschild auf der Brust.
Bis Mitte der 1970er wird es in mehreren Variationen verwendet und bringt damit tatsächlich die von Walter Scharf erhoffte „Notwendigkeit einer Vereinheitlichung und auch einer Dauerhaftigkeit“.
Anfang der 70er Jahre erhält die Konzernwerbung der Bayer AG den Auftrag, sämtliche Bayer-Sportvereine grafisch zu harmonisieren. Das Konzept der Doppel-Vignette entsteht: Auf dem linken von zwei abgerundeten Quadraten sind die Klubfarben in abgeschrägter Form mit dem mittig darauf platzierten Bayer-Kreuz zu sehen, auf dem rechten das Emblem des jeweiligen Konzern-Vereins – im Falle der Fußball-Abteilung bleiben die Farben schwarz-rot, das rechte Quadrat zeigt das Gründungsjahr mit dem Stadtnamen Leverkusen. 1977 zieht Bayer 04 in einer Anzeige im „Stadion-Kurier“ ein erstes zufriedenes Resümee: „Seit über zwei Jahren präsentiert sich unser Verein in einem neuen, einheitlichen Stil. Das moderne Erscheinungsbild wurde von den Mitgliedern und Freunden des Vereins positiv aufgenommen.“
Während die Konzern-Vereine sich also moderner und zeitgemäßer darstellen wollen, bleibt der Löwe für Leverkusen das zentrale Element im Stadtwappen. Nach der kommunalen Neugliederung von 1975 erhält Leverkusen am 19. August 1976 sein bis heute gültiges Stadtwappen, das einen zweischwänzigen roten Löwen mit blauer Krone, blauer Zunge und blauen Krallen sowie einen mittig darauf platzierten schwarzen Wechselzinnbalken zeigt.
Für Bayer 04 hingegen ändern sich schon neun Jahre nach Einführung der Doppel-Vignette gravierende Dinge: Am 1. Juli 1984 fusionieren nach Jahrzehnten der Trennung SV Bayer 04 und TuS Bayer 04 Leverkusen zum Gesamtverein TSV Bayer 04 Leverkusen. Damit einher geht ein Farbwechsel im Logo: Aus schwarz-rot wird weiß-rot, entsprechend wird das Bayer-Kreuz schwarz auf weißen Grund gesetzt. Die abgerundeten Quadrate bleiben vom Format her wie gehabt. Bis heute wird dieses grafische Konzept der Zweiteilung in den Logos aller Bayer-Sportvereine umgesetzt.
Nur die Fußballabteilung darf 1996 einen eigenen Weg beschreiten. Zwei Jahre zuvor war der Löwe zum offiziellen Maskottchen der Fußballer geworden. Viele Fans äußern daraufhin den Wunsch, den König der Tiere auch im Vereinsemblem wieder zu neuem Leben zu erwecken. Es ist ein Bekenntnis zur Tradition des Vereins, der Bayer AG und der Stadt Leverkusen. Auf dem neuen Logo halten zwei rote Löwen das runde Bayer-Kreuz fest. Oben und unten sind auf gelbem Untergrund Gründungsdatum und der Stadtname Leverkusen zu sehen. „Zeitgemäß gestaltet ist dies gleichwohl ein Weg zurück in die Vergangenheit. […] Getreu den alten Symbolen im Firmenzeichen sollen Stolz, Selbstbewusstsein und Weltoffenheit jetzt auch im neuen Logo der Bayer 04-Lizenzabteilung ausgedrückt werden“, heißt es dazu in einer Ankündigung des „Stadion-Kurier“. Auch Manager Reiner Calmund ist ein großer Befürworter der Rückbesinnung auf den Löwen im Logo.
Und so läuft die Mannschaft des damaligen Trainers Christoph Daum am 17. August 1996 beim ersten Saisonspiel gegen Borussia Dortmund erstmals mit dem neuen Löwen-Logo auf der Trikotbrust auf. Bayer 04 gewinnt gegen den amtierenden Meister in einem begeisternden Spiel mit 4:2. Es ist der Auftakt nicht nur in eine großartige Saison, die mit der völlig unerwarteten Vizemeisterschaft endet, sondern nach dem Fast-Abstieg ein paar Monate zuvor der Beginn einer neuen Zeitrechnung unterm Bayer-Kreuz. Die Rückkehr des Löwen auf das Vereinslogo scheint tatsächlich mit neuem Stolz, Selbstbewusstsein und Weltoffenheit einherzugehen.
Nur einmal, 2002, wird das Logo nach einem Redesign des Bayer-Kreuzes noch überarbeitet. Die grafischen Anpassungen betreffen aber lediglich Details wie Form- und Linienstärken sowie die Schriftart. Alles andere bleibt, wie es sich in den vergangenen 25 Jahren bewährt hat.

Den Sprung ins Endspiel knapp verpasst: Beim Finalevent um den DFB-ePokal 2026 bezwangen Marc und Sean Landwehr zwar im Viertelfinale den Vorjahressieger FOKUS, unterlagen dann jedoch im Halbfinale RBLZ Gaming. Neuer ePokalsieger ist Borussia Mönchengladbach. Ende April wartet auf die Leverkusener mit dem VBL Grand Final, der Deutschen Einzel-Meisterschaft, eine weitere Chance auf einen Titel.
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Werkself-TV zeigt nach dem 3:3-Remis beim 1. FC Heidenheim 1846 im Rahmen des 27. Bundesliga-Spieltags die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Frank Schmidt und Kasper Hjulmand...
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Werkself-TV zeigt das 3:3-Remis beim 1. FC Heidenheim 1846 im Rahmen des 27. Bundesliga-Spieltags re-live...

Bedeutender Erfolg: Am 7. Spieltag der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga (Gruppe A) gewann die U19 von Bayer 04 in einem abwechslungsreichen Topspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 4:3 (2:2). In der ersten Hälfte konnte die Werkself durch Dustin Buck (19.) und Emmanuel Chigozie Owen (37.) jeweils die Führung der Gäste ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel drehten die Leverkusener das Ergebnis durch das frühe 3:2 von Gabriel Minutillo (47.), der nach einer Stunde auch den vierten Treffer für die Gastgeber beisteuerte. Mainz gelang kurz vor dem Abpfiff nur noch der Anschlusstreffer.
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Das bis dato letzte Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Heidenheim 1846 in der Hinrunde der laufenden Saison ist bei Bayer 04 angesichts des damaligen 6:0-Erfolgs überaus positiv in Erinnerung. Einen ähnlich effizienten und spielfreudigen Auftritt will die Werkself im Rückspiel auf der Ostalb möglichst wiederholen. Dort trifft das Team von Trainer Kasper Hjulmand auf einen FCH, für den bei zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz der Klassenerhalt in immer weitere Ferne rückt. Die Kurzpässe zur Partie am „TOGETHER!“-Aktionsspieltag der DFL gegen Rassismus und Diskriminierung.
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