
Alejo, du bist im Winter 2025 von Vélez Sarsfield zu Bayer 04 gewechselt. Ein großer Schritt für einen Teenager. Wie hast du deinen Start in Deutschland erlebt?
Sarco: Ich hatte zuvor viel Kontakt zu Argentiniern, die in Europa leben. Sie haben mir schon gesagt, dass es kein einfacher Schritt ist. Vor allem, wenn man noch so jung ist. Aber ich versuche, auch hier viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Das ist das Wichtigste, wenn man so weit weg von der Heimat ist. Meine Familie und meine Freundin kommen mich abwechselnd besuchen, damit ich nicht allein bin. Das hilft mir sehr.
Nun bist du bei den Profis im Trainingslager dabei. Was hast du dir für die neue Saison vorgenommen?
Sarco: Der Beginn der Vorbereitung ist sehr wichtig für mich. Ich möchte mich bestmöglich präsentieren. In den ersten sechs Monaten in Leverkusen ging es für mich darum, anzukommen und mich anzupassen – an den deutschen Fußball, das Leben in Europa, eine neue Sprache und eine andere Kultur. Nun habe ich große Lust, mich fußballerisch weiterzuentwickeln und freue mich sehr auf die zweite Serie.
Was sind deine sportlichen Ziele bis zum Jahresende?
Sarco: Ich möchte mich komplett auf die Vorbereitung fokussieren und alles geben. Ich will der Mannschaft helfen und Einsatzminuten sammeln. Das ist das Ziel für die nächsten sechs Monate und dafür werde ich hart arbeiten.




Die Fans von Bayer 04 wissen noch nicht allzu viel über dich. Als was für einen Stürmer-Typen würdest du dich beschreiben?
Sarco: Ich bin kein statischer Neuner. Es gefällt es mir sehr, zu pressen oder auch Diagonalbälle zu spielen, mich viel zu bewegen und am Spiel teilzunehmen. Julián Álvarez ist für diese Spielweise aktuell das beste Beispiel. Ich schaue viele Spiele von ihm und mir gefällt sein Spielstil sehr. Aber unabhängig von meinem Stil will ich mich als Spieler auf allen Ebenen verbessern und Spiele gewinnen. Zuhören und lernen – das ist die typisch argentinische Mentalität, um zu wachsen. Und das befolge ich momentan.
Wie sieht es sprachlich aus, hast du schon ein wenig Deutsch gelernt, um dich besser verständigen zu können?
Sarco: Ich habe nach meiner Ankunft einen Deutschkurs belegt und kann sogar ein paar Wörter. Aber Deutsch zu lernen ist wirklich sehr schwierig, darum fokussiere ich mich momentan mehr darauf, Englisch zu lernen, da es in der Mannschaft wichtiger ist und mir mehr weiterhilft. Ich habe große Fortschritte gemacht und kann mich mittlerweile ein wenig unterhalten. Das freut mich sehr, denn in Argentinien habe ich überhaupt kein Englisch gesprochen.
Hast du das Gefühl, du hast dich durch den Wechsel zu Bayer 04 weiterentwickelt?
Sarco: Ich fühle mich deutlich erwachsener als noch bei meiner Ankunft im Januar. In diesem Alter nach Europa zu gehen, hilft dir in deiner persönlichen Entwicklung enorm, vor allem in einem Land wie Deutschland. Ich glaube, ich bin sehr klar im Kopf. Außerhalb des Fußballs sind wir Spieler ganz normale Menschen mit Alltagsproblemen, die jeder kennt. Aber ich lerne von Tag zu Tag mehr Dinge und fühle mich gut.
Ein Vorteil ist sicher auch, in Exequiel Palacios einen erfahrenen Landsmann im Team zu haben…
Sarco: Es ist immer wichtig, einen anderen Argentinier in der Mannschaft zu haben. (lacht) Es ist schön, jemanden täglich zu hören, der auch deine Sprache spricht. Pala hat mir sehr geholfen, hier anzukommen und mich anzupassen. Wir wissen alle, was für ein großer Spieler er ist, er hat die WM, die Copa Libertadores und die Copa América gewonnen. Aber er ist auch eine tolle Persönlichkeit, die mir hier auf und neben dem Platz sehr hilft – wie auch die übrigen spanischsprachigen Spieler.

Die Saisonvorbereitung hat dieses Jahr in Brasilien begonnen. Kommt es dir entgegen, auf dem heimischen Kontinent in die Spielzeit zu starten?
Sarco: Es ist sehr schön, die Vorbereitung hier zu beginnen. So nah an Argentinien zu sein, fühlt sich fast an, wie nach Hause zu kommen. Als Kind war ich zwar mit meinen Eltern im Urlaub hier, aber als Fußballer noch nie. Brasilien ist ein Land, in dem der Fußball überall gelebt wird. Ich bin glücklich, mit Bayer 04 hier zu sein.
Macht sich die Rivalität im Fußball zwischen Brasilien und Argentinien dennoch bemerkbar?
Sarco: Wenn wir mit der Jugend-Nationalmannschaft gegeneinander gespielt haben, ging es immer hoch her und es gab auch immer Reibereien. Aber es ist immer schön, sich mit Brasilien zu messen. Es ist unser großer Rivale und wir freuen uns über die Rivalität. Aber persönlich gibt es nie Probleme, das spielt hier keine Rolle. (lacht)

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