
Wie schon bei den Gruppenspielen gegen Mexiko (0:1) und Schweden (2:1) nahm Julian Brandt zunächst auf der Bank Platz. In beiden Partien war der Werkself-Profi kurz vor Schluss eingewechselt worden und hatte dabei nicht nur wegen seiner zwei Aluminiumtreffer für viel Belebung im Spiel der deutschen Mannschaft gesorgt. Diesmal kam Brandt in der 78. Minute aufs Feld, konnte aber auch keine entscheidenden Impulse mehr setzen.
„Natürlich herrscht eine riesige Enttäuschung bei uns. Wir müssen sehen, dass wir die Situation annehmen. Gratulation an Südkorea zum Sieg und an Schweden und Mexiko zum Achtelfinaleinzug. Wir haben es auch nicht verdient, weiterzukommen. Der Mannschaft hat die Leichtigkeit gefehlt, Kombinationsfluss und Sicherheit waren nicht vorhanden“, fasste Bundestrainer Joachim Löw zusammen.
Auch Mats Hummels zog nach dem Schlusspfiff ein schonungsloses Fazit: „Das ist ein ganz, ganz, ganz bitterer Abend für uns und für Fußball-Deutschland. Wir haben den Ball heute nicht ins Tor gebracht, obwohl wir genug Möglichkeiten hatten. Das hat uns heute das Genick gebrochen, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Ich selber hätte in der 86. Minute das 1:0 machen müssen. Ab der 65. Minute sind wir hektisch geworden und haben unsere Struktur verloren. Wir haben einige Punkte, an denen wir ansetzen müssen, wenn wir uns das nächste Mal treffen. Das letzte überzeugende Spiel von uns war im Herbst 2017. Das ist ein bisschen lange her.“
Wie bereits in den ersten beiden Partien tat sich die DFB-Auswahl auch gegen Südkorea von Beginn an extrem schwer. Bei hohen Temperaturen in Kasan war wenig Tempo im Spiel der deutschen Mannschaft. Die besseren Chancen besaßen die Südkoreaner, die zweimal durch Heung-Min Son fast in Führung gegangen wären. Einmal konnte Manuel Neuer nach einer Unsicherheit bei einem Freistoß im letzten Moment den Ball vor dem einschussbereiten Son, der zwischen 2013 und 2015 insgesamt 87 Pflichtspiele für die Werkself bestritt, wegfausten. Ein anderes Mal zog Son aus kurzer Distanz knapp am Kasten von Neuer vorbei (25.). Die beste Möglichkeit für Deutschland besaß Mats Hummels, der mit einem Schuss an Südkoreas Torhüter Jo scheiterte (40.).
Auch in den zweiten 45 Minuten konnte das DFB-Team keine Dominanz aufbauen. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw erarbeitete sich zwar Chancen durch Goretzka, Werner, Gomez und Hummels - aber an diesem Nachmittag wollte rein gar nichts gelingen. Die Südkoreaner hingegen schlugen in der Nachspielzeit eiskalt zweimal zu.
„Jeder sitzt in sich gesunken und tief enttäuscht in der Kabine“, sagte Team-Manager Oliver Bierhoff nach dem Spiel. „Wir hatten gehofft, dass der 2:1-Sieg gegen Schweden eine Wirkung zeigen würde, am Ende hat’s einfach nicht gereicht.“ Wie zuvor Italien und Spanien muss damit zum dritten Mal in Folge ein amtierender Weltmeister schon nach der Gruppenphase die Koffer packen.


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