Gegner-Check: Kramaric und Co. träumen von der UEFA Champions League

Die TSG Hoffenheim spielt bislang eine bärenstarke Saison und präsentiert sich auch im neuen Jahr in absoluter Topform. Nach einer weiteren Gala gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Mittwoch zogen die Kraichgauer in der Tabelle an Bayer 04 vorbei. Am Samstag, 17. Januar (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky und im Werkself-Radio, Konferenz bei DAZN), will das Team von Trainer Christian Ilzer gegen die Werkself seinen Lauf in der Liga fortsetzen. Der Gegner-Check.
Kramaric

Position

Es war die nächste Demonstration beeindruckender Stärke: Beim 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Mittwochabend überzeugte Hoffenheim wieder einmal auf ganzer Linie und war den Gästen defensiv wie offensiv haushoch überlegen. „Es war auch in der Höhe ein verdienter Sieg für die TSG“, gab Fohlen-Trainer Eugen Polanski unumwunden zu. Schon zur Halbzeit führten die Gastgeber 4:0. Aus einem starken Team ragte Andrej Kramaric mit seinen drei Toren noch einmal heraus. Der Kroate hatte die TSG per Elfmeter in Führung gebracht und dann kurz vor der Pause noch zweimal zugeschlagen. Sein dritter Treffer, ein Heber aus spitzem Winkel, gehört in die Kategorie Traumtor.  Für Kramaric war es nicht nur wegen seines Hattricks ein besonderer Abend. Der 34-Jährige bestritt gegen Gladbach sein 302. Bundesligaspiel und löste damit seinen Landsmann und Freund Zvonimir Soldo als kroatischer Rekordspieler der Bundesliga ab. Kein Wunder, dass Kramaric hinterher von einem „unfassbaren Tag“ schwärmte.

Nicht unfassbar, aber doch imponierend ist das, was die TSG Hoffenheim in der laufenden Saison auf dem Platz zeigt. Von den letzten zehn Bundesliga-Partien gewannen die Kraichgauer sieben, spielten zweimal remis und verloren nur einmal (0:2 bei Borussia Dortmund). Sie holten 23 von 30 möglichen Punkten. Das 5:1 gegen Gladbach war der fünfte Heimsieg in Folge, und immer erzielte die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer dabei mindestens drei Tore. Aber Hoffenheim glänzt nicht nur zu Hause. Auch in der Auswärtstabelle stehen die Blau-Weißen mit 15 Punkten hinter den Bayern (21) und Dortmund (16) auf Rang drei. Mit dem Erfolg gegen Gladbach zog die TSG in der Gesamttabelle an Bayer 04 vorbei. Vor dem Duell mit der Werkself an diesem Samstag liegt Hoffenheim mit 30 Punkten auf Rang fünf, einen Zähler vor den Gästen aus Leverkusen, die Sechster sind.

Mit ihrem bislang höchsten Saisonsieg starteten die Hoffenheimer etwas verspätet ins neue Jahr, nachdem das Spiel bei m SV Werder Bremen wegen der Witterungsverhältnisse abgesagt worden war. „Wir genießen den Erfolg heute, aber morgen sollten wir schon wieder mit enormem Hunger auf Leverkusen aufwachen“, richtete Christian Ilzer den Blick unmittelbar nach dem 5:1 gegen Gladbach gleich auf das nächste Heimspiel. Erfolgshungrig zeigte sich jedenfalls schon einmal Dreierpacker Andrej Kramaric: „Wir verdienen in dieser Saison, etwas Großes zu erreichen. Wir müssen uns jetzt schnell erholen und auf Samstag vorbereiten. Dann werden wir wieder alles geben. Wir haben noch viele Spiele vor uns, aber wenn wir in der nächsten Saison in der Champions League spielen wollen, müssen wir auch Gegner wie Leverkusen besiegen.“

Personal

Anfang Januar diesen Jahres haben die Kraichgauer den US-Amerikaner Cole Campbell von Borussia Dortmund ausgeliehen. Der 19 Jahre junge Flügelspieler verfügt über hohes Tempo und ist stark in Eins-gegen-eins-Duellen. Beim 3:0 im Testspiel gegen Schweinfurt stellte der Neuzugang auch gleich seine Torgefahr unter Beweis und traf zum Endstand für die TSG. Zuletzt fehlte Campbell gegen Mönchengladbach allerdings wegen Sprunggelenksproblemen und wird wohl auch am Samstag noch nicht einsatzbereit sein. Dafür könnte Afrika-Cup-Rückkehrer Bazoumana Touré auf der linken Seite beginnen. Der ebenfalls pfeilschnelle Ivorer kommt mit 35,98 km/h nach Oliver Burke (1. FC Union Berlin, 36,01 km/h) auf den höchsten Topspeed in der Liga, ist stark im Dribbling und mit fünf Assists nach Wouter Burger (6) bester Vorbereiter bei den Hoffenheimern.

Verzichten müssen die Kraichgauer gegen die Werkself auch weiterhin auf Innenverteidiger Koki Machida (Kreuzbandriss) und den ehemaligen Leverkusener Adam Hlozek (Wadenverletzung). In die Startelf zurückkehren könnte hingegen Innenverteidiger Albian Hajdari nach abgesessener Gelb-Sperre. Auch Mittelfeldspieler Grischa Prömel, der gegen Gladbach eingewechselt wurde, ist am Samstag ein Kandidat für die Anfangsformation.

Probleme

Zu Beginn der Hinrunde war die TSG in einigen Partien konteranfällig und zeigte Probleme bei der Standard-Verteidigung. So bei den ersten beiden Heimniederlagen gegen Eintracht Frankfurt (1:3) und den FC Bayern München (1:4). Die Eintracht nutzte gegen aufgerückte Hoffenheimer zwei schnelle Gegenangriffe zu zwei Toren. Gegen die Bayern ließ das Ilzer-Team in einer starken ersten Hälfte zu viele Chancen liegen, während der Rekordmeister nach einer Eckballvariante in Führung gegangen war und anschließend noch zwei Elfmeter verwandelte. „Vor allem bei Standards gegen uns müssen wir besser werden“, forderte Ilzer nach dem Bayern-Spiel. Beim 0:1 gegen den 1. FC Köln, der dritten und bis dato letzten Heimniederlage, resultierte das Gegentor aus einem eigenen Ballverlust im Mittelfeld und dem folgenden schnellen Kölner Gegenangriff.

Prunkstück

Die TSG geht mit hoher Intensität in jedes Spiel. Viele Tiefenläufe, viele Sprints, hohes Pressing: Hoffenheim gibt immer Vollgas. Und spielt bei aller Power sehr ausbalanciert. Was nicht zuletzt an der guten Transferpolitik des Klubs im vergangenen Sommer liegt. Christian Ilzer ist es gelungen, die zahlreichen Neuzugänge nicht nur zu integrieren, sondern gleich zu Eckpfeilern des TSG-Spiels zu machen. So sorgen in der Abwehr Albian Hajdari (FC Lugano), Bernardo (VfL Bochum 1848) und Vladimir Coufal (West Ham United) für viel Stabilität. Stellte die TSG in der vergangenen Saison mit 68 Gegentoren nach 34 Spieltagen noch die zweitschwächste Defensive der Liga, so musste Torhüter und Kapitän Oliver Baumann in dieser Spielzeit in 16 Spielen erst 21-mal den Ball aus dem Netz holen – das ist der viertbeste Wert im Tableau.

Auch im Mittelfeld haben sich zwei Neue unentbehrlich gemacht: Sechser Leon Avdullahu (FC Basel) ist mit seiner Passsicherheit, seiner Lauf- und Zweikampfstärke ein Schlüsselspieler. Kein Wunder, dass der 21 Jahre alte Kosovare bislang in allen 18 Pflichtspielen in der Startelf stand. Kaum ein Angriff, der nicht über Hoffenheims Nummer 7 läuft. Ähnliches gilt für Wouter Burger, der im Sommer von Stoke City in den Kraichgau kam. Der Niederländer ist freilich torgefährlicher als Avdullahu und erzielte bereits drei Treffer.

Fürs Toreschießen sind in vorderster Front auch Tim Lemperle (1. FC Köln) und Fisnik Asllani zuständig. Letzterer ist mit sechs Toren und vier Assists Topscorer der TSG. Asllani kam im Sommer nach seiner Leihe zur SV 07 Elversberg zurück nach Hoffenheim – und feierte gemeinsam mit Lemperle einen Einstand nach Maß am 1. Spieltag: Die beiden Stürmer schossen die TSG mit ihren Treffern zum 2:1-Sieg bei der Werkself. Und dann ist da ja auch noch Klub-Legende Andrej Kramaric, der wie Lemperle und Asllani ebenfalls auf sechs Tore (drei Assists) kommt. Insgesamt stellt Hoffenheim mit 34 Toren – gemeinsam mit der Werkself – nun die drittbeste Offensive der Liga hinter den Bayern (66) und Frankfurt (35).

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