
Sven, dein erstes Jahr bei Bayer 04 neigt sich dem Ende entgegen. Wie fällt das Fazit von dir und deinem Trainerteam nach knapp zwölf Monaten in Leverkusen aus?
Hübscher: Wir sind bislang zufrieden, auch wenn wir vielleicht den einen oder anderen Punkt mehr hätten holen können. Die Mannschaft hat eine gute Entwicklung in allen Bereichen genommen, wenngleich natürlich immer Luft nach oben ist.
In diesem Zeitraum hat es für dich und dein Team coronabedingt „nur“ 13 Pflichtspiele gegeben. Was war 2021 anders als in den Jahren zuvor, in denen du als Trainer gearbeitet hast?
Hübscher: Anfangs war bei den Jungs in den Pflichtspielen eine kleine Unsicherheit zu spüren. Da hat es ein paar Spieltage gebraucht, ehe sie nach Wochen und Monaten des Lockdowns wieder frei im Kopf waren. Zudem sind wir nie richtig in einen Rhythmus gekommen. Das hat es teilweise erschwert, die Spannung hochzuhalten. Aber ich denke, wir haben die Situation doch recht gut angenommen und das Beste draus gemacht.

Die U19 ist in der laufenden Saison in der A-Junioren-Bundesliga West noch ungeschlagen und rangiert nach acht Spieltagen mit 18 Punkten auf Platz zwei. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Hübscher: Die Punkteausbeute ist das Ergebnis der guten Entwicklung, die die Mannschaft bis dato genommen hat. Das ist auch das, was Thomas Eichin (Leiter Leistungszentrum, Anm. d. Red.) immer wieder betont. Wir haben im Jugendbereich stets zwei Ziele vor Augen: Einerseits Ergebnisse liefern, andererseits Spieler ausbilden. Das erfolgt natürlich größtenteils Hand in Hand.
Coronabedingt wurde der Modus der Liga angepasst. Demnach wird es keine Rückrunde geben. Inwiefern hat dies einen Einfluss auf dich als Trainer, aber auch auf die Mannschaft?
Hübscher: Du hast einfach keine Zeit für Fehler. Das haben wir gegen Duisburg und Schalke 04 zu spüren bekommen, als wir Punkte liegengelassen haben. Hinzu kommt, dass die Tabelle verzerrt ist: Wenn du ein Spiel verlierst, kann es sein, dass du plötzlich dein Saisonziel nicht mehr erreichen kannst oder vier Plätze abrutschst.
Mit Zidan Sertdemir und Iker Bravo haben in dieser Saison bereits zwei U19-Spieler ihr Profi-Debüt gegeben. Wie bewertest du die Entwicklung der beiden 16-Jährigen?
Hübscher: Sie haben sich diese Einsätze redlich verdient und es auch gut gemacht. Ich freue mich sehr, dass beide ihr Debüt gegeben haben und reinschnuppern durften. Wichtig ist aber, die Situation richtig einzuschätzen, bei den Profis gab es zu diesem Zeitpunkt viele Verletzte. Nun gilt es, wieder in der U19 zu arbeiten und den nächsten Schritt zu machen.

Wie bewertest du insgesamt die Entwicklung der Mannschaft, seitdem du da bist?
Hübscher: Der Pfeil zeigt bei uns insgesamt deutlich nach oben. Die Einzelspieler haben sich allesamt weiterentwickelt. Dadurch entwickelt sich wiederum die Mannschaft als Ganzes. Auch der Konkurrenzkampf verbessert sich. In diesem Sinne war es sogar ein bisschen schade, dass nun die Winterpause ansteht und unser Lauf damit ein Stück weit unterbrochen wurde. Wir waren gerade richtig gut drauf.
Da du es ansprichst: Dein Team hat sich jüngst mit einem 7:0-Heimsieg gegen Wuppertal in die Winterpause verabschiedet. Das nächste Spiel – gegen Ligaprimus Borussia Dortmund – steht erst im Februar nächsten Jahres an. Welche Hausaufgaben hast du deinen Spielern mitgegeben?
Hübscher: Die Jungs haben einen Laufplan sowie individuelle Trainingspläne erhalten. Zwischen Weihnachten und Neujahr haben sie einige Tage frei, um Luft zu holen, anschließend folgen individuelle Trainingseinheiten. Am 7. Januar fangen wir dann als Team wieder an. Für die Jungs ist es sehr wichtig, fit zurückzukommen, weil wir direkt bei einhundert Prozent starten. Wir wollen direkt Vollgas geben und uns so gut wie möglich auf das Spiel gegen Dortmund vorbereiten.
Kurz vor dem Jahreswechsel nehmen sich die Leute gerne Zeit, Neujahrsvorsätze zu definieren. Du auch?
Hübscher: Dazu habe ich mir bislang ehrlicherweise noch keine Gedanken gemacht. Aber in der Vergangenheit hat es auch meistens nicht so gut geklappt mit den Vorsätzen. (lacht)
Abschließend: Wie sehen deine Ziele mit Bayer 04 im neuen Kalenderjahr aus?
Hübscher: Wir haben uns in den ersten acht Spielen eine gute Ausgangssituation geschaffen. Wir wollen die Mannschaft weiterentwickeln und weiterhin eine gute Saison spielen. Wir haben bislang immer von Spiel zu Spiel geguckt. Das hat uns geholfen und das nehmen wir uns auch fürs neue Jahr vor. Wir wollen den Fokus auf das hochhalten, was wir beeinflussen können – und zwar unsere Leistungen im Training und bei Spielen. Der Rest kommt dann von ganz alleine.

Nach acht Jahren wird Ida Daedelow Bayer 04 Leverkusen verlassen. Die 18-Jährige, deren ursprünglicher Vertrag noch bis 2027 lief, wechselt zum Zweitligisten VfL Bochum 1848.
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