DFB-Pokal: U19-Juniorinnen unterliegen Stuttgart im Halbfinale knapp

Auf denkbar knappe Art und Weise haben die U19-Juniorinnen von Bayer 04 den Einzug ins DFB-Pokalfinale verpasst. Vor 400 Zuschauern im Rheinstadion Monheim reichten den Gästen vom VfB Stuttgart ein früher und ein später Treffer zum 2:0-Sieg. Den Leverkusenerinnen dagegen war kurz vor dem Pausenpfiff ein reguläres Tor aberkannt worden.
DFB-Pokal: U19-Juniorinnen unterliegen Stuttgart im Halbfinale knapp

Die Werkself von Trainer Lars Heinrichs hatte auf ihrem Weg ins Halbfinale unter anderem den Karlsruher SC und den 1. FFC Turbine Potsdam bezwungen, der VfB Stuttgart behauptete sich etwa gegen Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim.

VfB führt früh – regulärer Ausgleich zählt nicht

In diesem Halbfinale, das über zweimal 40 Minuten ausgetragen wurde, verzeichnete der VfB die erste Offensivaktion – und ging mit dieser direkt in Führung: Amelie Hinkel verwertete eine Ecke per Direktabnahme (8.). Fünf Minuten später kam auch Leverkusen nach einem Eckball erstmals gefährlich vor das Tor – die Gastgeberinnen waren nun in der Partie angekommen.

In der Folge beruhigte sich das Spielgeschehen zunächst, bis fünf Minuten vor der Pause Stuttgarts Marie Lesch erst die Latte traf und dann Bayer 04-Keeperin Maya Wieneke zweimal glänzend parierte. So blieb es zum Halbzeitpfiff bei dem knappen Rückstand aus Sicht von Schwarz-Rot – auch, weil der Werkself ein regulärer Treffer aberkannt wurde: Nina Spriesterbach hatte in der 38. Minute getroffen, stand zuvor vermeintlich im Abseits. Allerdings war das Zuspiel klar von einer Stuttgarter Spielerin gekommen.

DFB-Pokal: U19-Juniorinnen unterliegen Stuttgart im Halbfinale knapp
Foto: Thomas Melder

Weiteres Tor aberkannt – VfB spät zum Endstand

Mit zwei Wechseln starteten die Leverkusenerinnen offensiv in den zweiten Durchgang. 47 Minuten waren absolviert, als die eingewechselte Milena Mariucci ins Tornetz traf. Sie hatte jedoch zuvor im Abseits gestanden – und der Pass kam dieses Mal von einer Teamkollegin. Die nächste Gelegenheit durch Spriesterbach vereitelte Stuttgarts Keeperin (49.). Die Werkself baute zunächst Druck auf, ehe das Geschehen wieder etwas abflachte. Der VfB erspielte sich in Person von Mailin Helber mal wieder eine Chance (65.). Bayer 04 – ab der 80. in Unterzahl – lief in der Schlussphase noch einmal an, verpasste allerdings den Ausgleich. Mit dem Schlusspfiff erhöhte Lana Cirjak per direkt verwandeltem Freistoß auf den 2:0-Endstand (80.+8). So bejubelten im Rheinstadion Monheim die Gäste aus Stuttgart den Einzug ins DFB-Pokalfinale.

Trainer Lars Heinrichs hatte im Nachgang gemischte Gefühle: „Es tut gerade unfassbar weh, vor allem mit Blick auf den großen Kampf der Mannschaft. Dazu kommen unglückliche Situationen und mindestens eine faktische Fehlentscheidung vor unserem vermeintlichen Treffer kurz vor der Pause. Dieser Ausgleich hätte dem Spiel eine ganz andere Richtung geben können.“ Die weitere Zusammenfassung des 29-Jährigen: „Der frühe Rückstand war zu dem Zeitpunkt nicht unverdient. Danach haben wir uns gesteigert, aber Stuttgart stand defensiv gut. In die zweite Halbzeit sind wir dann mit deutlich mehr Galligkeit, Intensität und Entschlossenheit gegangen. Wir hatten nichts mehr zu verlieren und wollten mutig sein. Das ist uns gelungen, das Team hat bis zum Schluss alles reingehauen. Leider hat aber der Lucky Punch gefehlt.“

DFB-Pokal: U19-Juniorinnen unterliegen Stuttgart im Halbfinale knapp

Somit fiel das Fazit der Pokalserie positiv aus: „Es war heute sehr unglücklich. Wir dürfen enttäuscht sein. Aber wir können zugleich auch sehr stolz sein, zu den vier besten Teams in Deutschland zu gehören. Jetzt schnaufen wir kurz durch und wollen dann in der Liga das Maximum erreichen.“

Ausblick: Liga-Endspurt startet bei der SGS

In der WDFV U19-Juniorinnen-Liga geht es für die drittplatzierten Leverkusenerinnen zum Abschluss am kommenden Samstag, 18. April (Anstoß: 13 Uhr), beim souveränen Tabellenführer SGS Essen weiter. Anschließend folgt die Hauptrunde, in der die Teams auf den Rängen 1-5 sowie 6-10 erneut gegeneinander antreten. Die zuvor erspielten Punkte werden in diese vier Partien umfassende Hauptrunde mitgenommen. Den Schlusspunkt bildet der Finaltag am 20. Juni in der Sportschule Duisburg-Wedau, bei dem unter anderem der Erste und der Zweite um den Gesamtsieg spielen.

Die Statistik:

Bayer 04: Wieneke – Cambaz, Muslu, Heubeck, Martens, Sosnik, Hahn (41. Amraoui), Vukmir, Spriesterbach (65. Paitzies), Faßbender (41. Mariucci), Gieseler

Stuttgart: Beer – Neumann, Wetzel, Hecke, Baumert, Carollo, Renz (69. Miola), Schmidt, Hinkel, Wachter (41. Cirjak), Lesch (60. Helber)

Tore: 0:1 Hinkel (8.), 0:2 Cirjak (80.+9)

Gelbe Karten: Spriesterbach, Heubeck

Gelb-Rote Karte: Cambaz

Schiedsrichterin: Anna-Lena Weiss (Holzwickede)

Zuschauer: 400 im Rheinstadion Monheim

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