
Mit 13 Jahren entschied sich Borggräfe nach Juniorinnen-Stationen beim SC Holzhausen und dem SC March für einen Wechsel zum SC Freiburg, wo sie die U14-, U15- und U20-Mannschaften durchlief. Unterbrochen waren ihre zwölf Jahre im Breisgau nur von einer einjährigen Leihe in die Schweiz. 2020/21 gewann sie mit dem Zweitligisten FC Aarau die Meisterschaft und stieg in Liga eins auf. Zurück in Freiburg eroberte sie prompt einen Stammplatz. Auf ihre Premiere im DFB-Pokal im September 2021 folgten 65 weitere Pflichtspiele.

Auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) tauchte Borggräfe früh auf dem Radar auf. In der U16, U17, U19 und U23 kam sie auf insgesamt zwölf Nachwuchs-Länderspiele und wurde 2017 mit der U17 in Tschechien Europameisterin. Im Dezember 2024 nominierte Bundestrainer Christian Wück sie erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft, im vergangenen Sommer stand sie sogar auf Abruf für den EM-Kader bereit. Nach der Saison wechselte Borggräfe schließlich in die FA Women’s Super League nach Liverpool. Dort kam Borggräfe bis zu ihrem Wechsel nach Leverkusen auf vier Pflichtspiel-Einsätze.
Im vergangenen September leitete der englische Verband FA wegen einer Äußerung in Richtung einer Mitspielerin eine Untersuchung gegen Borggräfe ein. Anschließend wurde die gebürtige Emmendingerin für sechs Spiele gesperrt. Inzwischen wurde der Vorfall mit allen Beteiligten aufgearbeitet. Zudem entschied der DFB, dass die Torhüterin weiterhin Teil der Nationalmannschaft bleiben wird.
„Ich habe das sportrechtliche Verfahren akzeptiert und mich intensiv mit dem Vorfall auseinandergesetzt. Die begleitenden Gespräche und die Aufarbeitung haben mir geholfen, mein Verhalten und insbesondere die Wirkung von Sprache besser zu verstehen“, sagt Borggräfe: „Mir ist bewusst, dass Worte verletzen können und Verantwortung mit sich bringen. Es war zu keinem Zeitpunkt meine Intention, andere Menschen zu verletzen oder auszugrenzen. Werte wie Respekt, Offenheit und Vielfalt sind mir wichtig

Darüber hinaus ergänzt sie: „Diskriminierung widerspricht meinen persönlichen Werten und meinem Verständnis von Zusammenhalt im Sport und in unserer Gesellschaft. Es tut mir leid. Ich werde aus dieser Situation lernen und Verantwortung übernehmen.“
„Wir haben den Vorfall gemeinsam mit Rafaela ausführlich aufgearbeitet und sie hat uns ihre Sichtweise glaubwürdig geschildert“, sagt Thomas Eichin, Direktor Lizenz, der auch für die Bayer 04-Frauen verantwortlich ist: „Damit ist das Thema für uns geklärt. Wir freuen uns sehr über ihre Verpflichtung.“

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