
Herr Feifel, welches Zwischenfazit ziehen Sie nach zwölf Spieltagen?
Feifel: Für mich ist die Entwicklung, die die Mannschaft genommen hat, nicht selbstverständlich. Wir hatten im Sommer einen größeren Umbruch im Team und zehn Neuzugänge zu integrieren. Die Entwicklung des Teamgeistes und einer neuen Hierarchie haben insgesamt sehr gut funktioniert. Wir konnten von zwölf Spielen sechs gewinnen, haben nur vier Niederlagen einstecken müssen. Mit der Bilanz bin ich zufrieden. Das Fazit ist aber auch: Wir wollen die gute Vorrunde bestätigen mit einer gleich guten Rückrunde. Das muss unsere Zielsetzung nach der Weihnachtspause sein.
Der Rückrunden-Auftakt gegen den SC Freiburg ist am vergangenen Wochenende ja bereits geglückt. Ein gutes Omen also für die zweite Halbserie?
Wir können schon selbstbewusst in die Spiele reingehen. Wir brauchen kein Understatement an den Tag zu legen. Doch wir müssen auf dem Boden bleiben. Man muss auch immer im Hinterkopf behalten, wo man herkommt – nicht nur die vergangene Saison, sondern auch die Jahre davor betrachten. Wir wissen daher, dass wir noch keine Überflieger sind – noch lange nicht –, sondern, dass wir weiter richtig hart an uns arbeiten müssen. In der Mannschaft steckt viel Potenzial, was noch nicht ausgereizt ist. Das bedarf weiterhin totaler Fokussierung, harter Arbeit und Disziplin, damit wir auch in der Rückrunde weiter erfolgreich sein können.
Als Saisonziel hatte das Team zu Beginn dieser Spielzeit Tabellenplatz sechs ausgegeben. Die Chancen stehen Stand jetzt gut, diesen zu erreichen...
Das stimmt. Aber das Saisonziel beinhaltet auch andere Bereiche. Aus rein sportlicher Sicht müssen wir noch weiterarbeiten an unserer athletischen Entwicklung. Dort sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Das ist ein langwieriger Prozess. In dieser Saison hat die Mannschaft schon auf einem höheren Level angefangen, das hatten wir uns vergangenes Jahr erarbeitet. Auch im technisch/taktischen Bereich sind wir auf einem guten Weg. Die Statistiken belegen das. Doch es gibt auch hier Punkte, an denen wir weiterarbeiten müssen – wie die Flexibilität in der Grundausrichtung, in der Gegnerorientierung und im Spielaufbau. Wir wollen noch mehr Ballbesitz haben, unsere Angriffe noch ruhiger aufbauen, mehr Torchancen erspielen, gleichzeitig die Stabilität in der Defensive erhöhen. Es gab noch den einen oder anderen Gegner, gegen den wir sehr konteranfällig waren. Ein weiterer Bereich spielt sich mehr auf der psychologischen Ebene ab. Das Selbstvertrauen hat sich in dieser Saison schon gesteigert. Wir haben die Mentalität und den Siegeswillen gezeigt, konnten mit Wider- und Rückständen besser umgehen und wieder zurück ins Spiel finden. Auch das ist eine extrem wichtige Entwicklung. Uns sollte stets bewusst sein, was wir im Stande sind zu leisten. Wir müssen weiter daran arbeiten, das volle Selbstvertrauen zu haben und das den Gegner in jeder Phase des Spiels merken zu lassen.
Die Mannschaft wirkt tatsächlich reifer und gefestigter. Auch am deutlich besseren Torverhältnis (18:17) im Gegensatz zu vergangener Saison ist dies auszumachen. Wie ist das gelungen?
Vor allem dadurch, dass wir mit einer höheren Mentalität verteidigen – nochmal einen Fuß reinhalten, die Bereitschaft haben, in den letzten Zweikampf zu gehen, den Ball auf der Linie zu klären. So lange weiterverteidigen, bis die Situation zu Ende ist. Und das ist sie erst, wenn die Schiedsrichterin abpfeift. Mit dieser Mentalität in der Strafraumverteidigung machen wir es den Gegnern schwerer. Das Torverhältnis sagt aber auch aus, dass vor allem offensiv noch Optimierungsbedarf vorhanden ist. Aus unseren Chancen müssen wir noch mehr Kapital schlagen.







In der vergangenen Saison war Ihre Mannschaft meist der Underdog, jetzt durchaus mal der Favorit. Wie gefällt Ihnen die neue Rolle?
Das ist schon ein Selbstverständnis, das wir da aufgebaut haben. Es ist natürlich hilfreich, wenn ein Gegner auch ein bisschen Respekt hat und weiß, dass wir eine unangenehme Mannschaft sind und nicht mehr so brav wie im letzten Jahr noch. Dass wir wehtun und eine hohe Aggressivität ausstrahlen können und uns nichts gefallen lassen auf dem Platz.
„Aggressivität“ ist eine Forderung, die man bei Ihnen häufig gehört hat in dieser Saison...
Die ergibt sich schon allein aus dem größeren Kader und dem damit höheren Konkurrenzkampf. Die Kader- und Stammplätze sind nicht mehr so vergeben wie in der vergangenen Saison. Das fördert schon im Training eine hohe Aggressivität und Intensität. Denn nur so wie man trainiert, kann man auch am Wochenende logischerweise spielen. Viele der Neuzugänge haben einen positiven Einfluss auf diese Situation genommen und eine ganz andere Mentalität ins Team reingebracht.
Nochmal zurück zur Hinrunde: Welches Spiel war für Sie das absolute Highlight?
Das intensivste Spiel war das bei Eintracht Frankfurt. Das war ein Power-Spiel, da ging es hin und her. Brutal intensiv mit gutem Pressing beider Mannschaften, starkem Umschaltverhalten, mit Zweikämpfen und Torchancen auf beiden Seiten. Mit Höhen und Tiefen. Das war mit unser bestes Spiel. Über 60-70 Minuten haben wir eine richtig klasse Teamleistung in allen Bereichen abgerufen.
Der Negativmoment dürfte dagegen das Ausscheiden in der 2. Pokal-Runde im Derby gegen den 1. FC Köln gewesen sein?
Das war definitiv ein Rückschlag gegen einen Gegner, der bis in die Fußspitzen motiviert war. Wir waren zwar die bessere, überlegene Mannschaft, aber die Gegnerinnen haben in jeden Zweikampf alles was sie hatten reingeworfen. Wir haben nicht so gut in die Partie gefunden, sind einfach zu spät aufgewacht und so nahm das Spiel seinen Lauf, und wir sind ausgeschieden. Wir wussten, dass es ein ganz heißes und enges Ding werden würde. Köln ist keine klassische Zweitligamannschaft, sondern hat einen Kader mit Erstliga-Qualität. Am Anfang tat die Niederlage ein bisschen mehr weh, weil es auch noch ein Derby war. Doch wir konnten sie verarbeiten, unsere Rückschlüsse ziehen und haben wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden.
Ein weiterer Rückschlag ereignete sich im November zu, als die Mannschaft aufgrund einer Corona-Infizierung einer Spielerin zwei Wochen in Quarantäne musste. Wie ist das Team mit der Situation umgegangen?
Natürlich hat es uns ein wenig zurückgeworfen, wir sind schließlich aus unseren normalen Abläufen und Prozessen befördert worden. Eine ähnliche Situation kannten wir allerdings schon aus dem Lockdown mit der Spielunterbrechung im Frühjahr und hatten unsere Erfahrungswerte. So konnten wir schnell Online-Trainingseinheiten zusammenstellen, um den Fitnesszustand aufrechtzuerhalten. Das Spiel gegen Bayern München hat gezeigt, dass wir die Zwangspause ganz gut verkraftet haben.
Nun ist Winterpause, am 4. Januar beginnt die Mannschaft mit Heimtrainingsplänen, für den 11. Januar ist das erste Mannschaftstraining im neuen Jahr angesetzt. Wie wird die Vorbereitung genau aussehen?
Die Vorbereitung ist relativ kurz. Es sind ja nur vier Wochen bis zum ersten Punktspiel. Wir werden viele Trainingseinheiten abhalten. Zudem ist Mitte Januar das einwöchige Trainingslager auf Gran Canaria vorgesehen. Falls das aus Corona-Gründen kurzfristig doch nicht klappen sollte, haben wir einen Plan B und werden eine intensivere Trainingswoche hier bei uns auf der Anlage absolvieren. Nach Möglichkeit mit Teambuildingmaßnahmen, gemeinsamen Mittagessen, Einzelgesprächen etc.. Freundschaftsspiele sind momentan schwierig umzusetzen, aber wir haben einen großen Kader und können interne Spiele durchführen.

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