
„Wir wollten es heute besser machen als in der vergangenen Woche und wussten nach der ersten Hälfte, dass wir geduldig bleiben müssen“, sagte Kapitänin Elisa Senß nach dem Schlusspfiff. „Der verwandelte Elfmeter war wie ein Befreiungsschlag, wir sind danach besser ins Spiel gekommen. Letztendlich waren die drei Punkte für uns verdient.“
Robert de Pauw veränderte sein Team im Vergleich zur Niederlage gegen den SV Werder Bremen auf drei Positionen. Für Caroline Siems übernahm Selina Ostermeier die Position auf der rechten Abwehrseite, im Mittelfeld rückte Dina Blagojevic für Juliane Wirtz in die Startformation und als Spitze kam Amira Arfaoui anstelle von Chiara Bücher zum Einsatz. Verzichten musste der Chefcoach gegen den Tabellenzehnten auf Verena Wieder, Milena Nikolic und Lisanne Gräwe (alle drei noch im individuellen Training) sowie auf die verletzten Caroline Siems (Sehnenentzündung) und Kristin Kögel (Muskelfaserriss).
Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und in Syrien pfiff Schiedsrichterin Miriam Schwermer die Partie im Ulrich-Haberland-Stadion an. Die Gastgeberinnen versuchten in der Anfangsphase über ihr breit angelegtes Spiel und mit langen Bällen auf die Außenpositionen Druck aufzubauen. Gegen kompakt verteidigende Duisburgerinnen, die am vergangenen Wochenende mit 0:7 bei der TSG Hoffenheim unter die Räder gekommen waren, konnte sich das de Pauw-Team aber zunächst keine Tormöglichkeiten herausarbeiten. Das Spiel war von vielen Ungenauigkeiten geprägt. Ein erster gefährlicher Angriff gelang den Leverkusenerinnen nach einem Zusammenspiel von Amira Arfaoui und Jill Bayings auf der linken Außenbahn, die Flanke der Niederländerin an den langen Pfosten fand aber letztlich keine Abnehmerin (22.).

Es blieb eine zähe Angelegenheit, das Geschehen fand weitestgehend zwischen den Strafräumen statt. In die gefährlichen Räume kamen beide Teams nicht. Die Duisburgerinnen beschränkten sich vor allem aufs Verteidigen, bei den Werkself-Frauen kamen viele Pässe nicht an. Es fehlte auf beiden Seiten an Ideen, Kreativität und Präzision im Spielaufbau. So sahen die Zuschauer in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance.
Die erste gute Szene des zweiten Durchgangs gehörte den Gästen: nach einer scharfen Hereingabe von Sarah Freutel griff aber Bayer 04-Torhüterin Friederike Repohl beherzt zu (47.). Wenige Minuten später kam Jill Bayings nach einem Zweikampf mit Vanessa Fürst im Strafraum zu Fall, die Unparteiische zeigte sofort auf den Punkt. Amira Arfaoui verwandelte den Strafstoß sicher zur 1:0-Führung für die Werkself (53.). Und nur sieben Minuten später bot sich Bayer 04 die große Chance zu erhöhen, denn nach einem Foul an Elisa Senß gab’s den nächsten Elfmeter für die Gastgeberinnen. Diesmal trat Jill Bayings an – und scheiterte an MSV-Keeperin Ena Mahmutovic (61.).
Die Gastgeberinnen hatten nun deutlich mehr Zug zum Tor, waren griffiger in den Zweikämpfen und suchten auch immer wieder den direkten Weg. So fiel der zweite Treffer nach einem schnellen Zuspiel in die Spitze auf Amira Arfaoui, die 23-Jährige ließ noch gekonnt Mahmutovic aussteigen und schob zum 2:0 ein (69.). Die Bayer 04-Frauen dominierten jetzt klar, Jill Bayings zwang die MSV-Torhüterin mit einem Schuss aus 14 Metern zu einer Glanzparade (73.). Von Duisburg kam nach vorne kaum noch etwas. Hätten die Leverkusenerinnen ihre Angriffe etwas sauberer zu Ende gespielt, wäre in der Schlussphase ein noch höherer Sieg drin gewesen. So blieb es beim 2:0-Sieg, mit dem sich die Mannschaft von Robert de Pauw wieder auf den 6. Tabellenplatz vorschob.
Doppeltorschützin Amira Arfaoui freute sich nach der Partie: „Wir waren heute etwas verkrampft und haben mit dem Sieg wieder Selbstvertrauen getankt. Jetzt werden wir weiter hart arbeiten und uns auf das wichtige Spiel nach der Länderspielpause vorbereiten.“
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In drei Wochen geht es in der Liga für die Werkself-Frauen nämlich mit dem Nachbarschaftsduell weiter: Am Sonntag, 5. März, treten Elisa Senß und Co. zum Derby bei den Frauen des 1. FC Köln an. Die Partie wird um 13 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Repohl – Ostermeier, Friedrich, Turányi, Marti (81. Matysik) – Senß, Blagojevic (81. Wirtz) – Fuso (64. Emmerling), van Deursen (87. Zdebel), Bayings (81. Bücher) – Arfaoui
MSV Duisburg: Mahmutovic – Henriksen, Denesik (73. Cin), Fürst, Flach (78. Parcell) – Hess, Ilic (78. Günster), Vobian – Freutel, Hoppius (69. Heeb), Halverkamps (46. Zielinski)
Tore: 1:0 Arfaoui (53./FE), Arfaoui (69.)
Gelbe Karten: Blagojevic, Marti – Flach
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Ballenstedt)
Zuschauer: 322 im Ulrich-Haberland-Stadion

Nächster Titel für die U15 – und was für einer: Nach dem Gewinn des Essener Otto-Rehhagel-Cups am vorherigen Wochenende holten die Leverkusener Junioren auch beim hochkarätig besetzten KDB Cup die Trophäe. Eine starke Leistung inklusive eines spannenden Final-Erfolgs im Elfmeterschießen gegen den Nachwuchs des Champions-League-Siegers Paris Saint-Germain ließ Schwarz-Rot beim in Kooperation mit dem belgischen Weltstar Kevin De Bruyne ausgerichteten Turniers erneut jubeln. Außerdem überzeugten die U16, die U14 und die U13 mit Siegen in ihren jeweiligen Liga-Partien. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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