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20.10.2026Europa League

Gegner-Check: Schnelle Vorstöße aus dem Abwehrbollwerk

OFI Kreta ist mit einem Sieg und einer Niederlage in die Ligaphase der UEFA Europa League gestartet. Zu Hause ist der griechische Pokalsieger in dieser Saison noch ungeschlagen. In der Heimstätte des Klubs, dem Pankritio, wartet an diesem Donnerstag, 22. Oktober (Anstoß: 18.45 Uhr deutscher Zeit/live bei Sky, WOW, RTL+ und im Werkself-Radio), also eine anspruchsvolle Aufgabe auf die Werkself. Der Gegner-Check.
OFI Kreta

Position

In der nationalen Stoiximan Super League musste OFI Kreta am vergangenen Sonntag die dritte Saisonniederlage hinnehmen. Der griechische Pokalsieger verlor auswärts bei Aufsteiger Kalamata FC mit 3:4 und rangiert damit in der Tabelle nach sieben Spieltagen auf Platz sieben. Zwar konnte OFI in der Schlussphase einen 1:3-Rückstand egalisieren, kassierte aber in der vierten Minute der Nachspielzeit doch noch den entscheidenden Gegentreffer. Seit vier Pflichtspielen ist das Team von Trainer Christos Kontis nun sieglos. Zuvor hatte der Omilos Filathlon Irakleiou (Verein der Sportfreunde von Iraklio) am zweiten Spieltag der UEFA Europa League 1:2 bei Stade Rennes verloren. In der griechischen Liga unterlag das Team bei AEK Athen 0:3 und kam zu Hause gegen den Tabellenelften Asteras Tripolis nicht über ein 2:2 hinaus.

Der jüngste Sieg gelang den Schwarz-Weißen vor mehr als vier Wochen – gegen ein deutsches Team: Am 1. Spieltag der Ligaphase in der Europa League gewann OFI 2:0 gegen die TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer sahen sich einem Abwehrbollwerk der Griechen gegenüber. OFI ließ defensiv kaum etwas zu und setzte auf Konter, von denen einer nach einer halben Stunde zum 1:0 durch Aitor führte. Hoffenheim kam im zweiten Durchgang zwar zu einigen guten Chancen, doch statt des Ausgleichs gelang OFI kurz vor dem Abpfiff nach einer Ecke durch Joker Georgios Kanellopoulos der entscheidende Treffer. Auch im zweiten Spiel der Ligaphase sah es lange Zeit gut aus für das Team aus Heraklion. Stürmer Taxiarchis Fountas hatte die Gäste in Rennes bereits nach zehn Minuten in Führung gebracht. Stade gelang erst in der 76. Minute der Ausgleich und in der letzten Minute der regulären Spielzeit noch der Siegtreffer.

OFI, in Griechenland Tabellensechster der Vorsaison, hatte sich mit dem Finalsieg im nationalen Pokalwettbewerb (3:2 n.V. gegen PAOK) erstmals seit der Saison 2000/01 wieder für die UEFA Europa League (damals noch UEFA-Cup) qualifiziert. In den Play-offs setzte sich der Klub aus der Hauptstadt Kretas gegen ZSKA Sofia durch (3:0, 2:0).

Aitor gegen Vladimir Coufal
Kein Durchkommen für die TSG: Kretas Torschütze Aitor im körperlichen Duell mit Hoffenheims Vladimir Coufal.

Personal

Christos Kontis ist seit Oktober 2025 Trainer bei OFI Kreta. Er führte die Schwarz-Weißen in eine der erfolgreichsten Phasen der Klubgeschichte, gewann neben dem nationalen Pokalwettbewerb auch im August dieses Jahres den Supercup mit seiner Mannschaft (5:4 i.E. gegen AEK Athen). Kontis lässt bevorzugt im 3-4-2-1-System spielen. Zu den Leistungsträgern im Team zählt unter anderem Kapitän Athanasios Androutsos. Der 29-Jährige zieht im zentralen Mittelfeld die Fäden. Er gehört auch in der griechischen Nationalmannschaft zu den Stammkräften, stand zuletzt zweimal in der UEFA Nations League gegen Deutschland auf dem Platz. 2024 trug er für ein halbes Jahr das Trikot des VfL Osnabrück in der 2. Bundesliga.

Neben Androutsos ist meist Andreas Bouchalakis auf der Sechs gesetzt. Auch der 33-Jährige hat Erfahrungen im deutschen Fußball gesammelt, spielte zwischen 2023 und 2025 zwei Jahre lang für Hertha BSC. Zuvor hatte der ehemalige griechische Nationalspieler sechsmal mit Olympiakos Piräus die nationale Meisterschaft gewonnen. In der Offensive sind der Argentinier Thiago Nuss und der Bosnier Kenan Kodro die gefährlichsten Spieler. Beide trafen in der Super League bislang jeweils dreimal. Kodro stürmte 2017/18 ein halbes Jahr für den 1. FSV Mainz 05. Auch Taxiarchis Fountas ist ein quirliger Angreifer. Der 31-Jährige war mit sieben Treffern in der vergangenen Saison erfolgreichster Torschütze seiner Mannschaft, fehlte allerdings am Wochenende beim Meisterschaftsspiel in Kalamata wegen Rückenbeschwerden. Vor der Partie gegen die Werkself steht zudem ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Stammtorhüter Nikos Christogeorgos, der in der Halbzeit in Kalamata angeschlagen ausgewechselt werden musste.

„Sie haben eine Leidenschaft für das gemeinsame Verteidigen.Hoffenheim-Trainer Christian Ilzer nach der 0:2-Niederlage der TSG über den Spielstil von OFI Kreta

Probleme

Nach einem starken Saisonstart und neun Punkten aus vier Spielen hat OFI in der Liga zuletzt an Konstanz eingebüßt. Aufgrund der Teilnahme an drei Wettbewerben muss Kontis rotieren. Und der „zweite Anzug“ saß bisher nicht immer perfekt. Beim 3:4 in Kalamata wechselte der Chefcoach seine Startelf auf fünf Positionen. Vor allem in der ersten Halbzeit fehlten Ordnung und Intensität im Spiel. Die eigentlich so sattelfeste Defensive ließ in den vergangenen Wochen dann doch wieder elf Gegentore in vier Spielen zu.

Prunkstück

Dennoch fällt auf, dass die Mannschaft als Kollektiv besser verteidigt als in der vergangenen Saison, in der OFI mit 45 Gegentoren die zweitschwächste Defensive in der griechischen Super League stellte. An diesem Problem hat Christos Kontis in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison mit seinem Team offensichtlich gearbeitet. In den ersten neun Pflichtspielen kassierte OFI nur zwei Gegentreffer. Auch Hoffenheim konnte diese Abwehrfestung in Heraklion nicht stürmen. „Sie haben eine Leidenschaft für das gemeinsame Verteidigen“, konstatierte TSG-Coach Christian Ilzer, dessen Mannschaft auf Kreta trotz der 0:2-Niederlage überlegen war. Aber die Griechen schalteten aus ihrer kompakten Verteidigungslinie heraus immer wieder schnell um, konterten zielstrebig und nutzten ihre Chancen konsequent. Vor eigenem Publikum im Pankritio sind die Schwarz-Weißen in dieser Saison noch ungeschlagen (fünf Siege, ein Remis).

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