
Nach der fast dreiwöchigen Länderspielphase hatte sich der zehnmalige polnische Meister in der nationalen Liga am vergangenen Wochenende mit einem 4:1-Auswärtssieg beim Aufsteiger Slask Breslau zurückgemeldet. „Die vier Tore geben uns ein richtig gutes Gefühl, insgesamt sind wir mit dem Spiel sehr zufrieden“, sagte Lech Posens dänischer Trainer Niels Frederiksen nach der Partie. In der Tabelle der PKO BP Ekstraklasa rückte seine Mannschaft damit auf Platz zwei vor. Für den polnischen Traditionsklub stehen nach sieben Siegen, einem Remis und einer Niederlage 22 Punkte zu Buche. Der Abstand auf Tabellenführer Gornik Zabrze beträgt drei Punkte – allerdings hat Posen ein Spiel weniger ausgetragen.
In der UEFA Europa League misslang der Start dagegen: Beim Premier-League-Klub Crystal Palace musste Lech Posen am 1. Spieltag eine 0:4-Niederlage hinnehmen. Bereits zur Halbzeit hatten die Gastgeber mit 3:0 geführt. So klar, wie es das Ergebnis am Ende ausdrückte, war die Angelegenheit aber nicht. „Natürlich ist es eine sehr deutliche Niederlage gewesen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir untergegangen sind“, so Frederiksen. „Wir wurden vom Gegner in einigen Situationen bestraft. Wir haben uns Chancen erarbeitet, aber leider auch dumme Fehler gemacht, die auf diesem Niveau unverzeihlich sind. Solche Fehler müssen wir in Zukunft vermeiden.“
Frederiksen übernahm die sportliche Verantwortung bei Lech Posen im Sommer 2024. Zuvor war der Däne in seiner Heimat mehr als drei Jahre Chefcoach von Bröndby IF gewesen. Der 55-Jährige führte Posen gleich in seinen beiden ersten Jahren zu zwei Meistertiteln. In der UEFA Conference League traf er mit seiner Mannschaft in der Ligaphase unter anderem auf den 1. FSV Mainz 05. Die Partie in Posen im Dezember 2025 endete 1:1. Posen erreichte anschließend das Achtelfinale, scheiterte in diesem aber knapp an Schachtar Donezk (1:3, 2:1).
Weil er beim 0:4 bei Crystal Palace mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde, wird Mittelfeldspieler Radoslaw Murawski seiner Mannschaft am Donnerstag gegen die Werkself fehlen. Zudem fällt Stürmer Allahyar Sayyadmanesh mit einer Leistenverletzung aus. Der iranische Nationalspieler kam im Sommer vom belgischen Erstligisten KVC Westerlo und schlug in Posen sofort ein, traf in 15 Pflichtspielen bereits siebenmal und bereitete zwei Treffer vor. Auch sein Landsmann Ali Gholizadeh wird aufgrund eines Kreuzbandrisses noch eine Weile fehlen. In der Defensive stehen weiterhin Linksverteidiger Joao Moutinho und Innenverteidiger Alex Douglas jeweils wegen Fußverletzungen nicht zur Verfügung. Hingegen sind im defensiven Mittelfeld die genesenen Gustav Berggren, Neuzugang von RB New York, und Antoni Kozubal wieder eine Option. Letzterer zählte in den vergangenen beiden Jahren zu den Leistungsträgern im Team und fehlte fast nie.
Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale ist der Spanier Pablo Rodriguez, der vor einem Jahr von Racing Santander nach Posen wechselte. Für viel Torgefahr sorgen derweil die offensiven Außen Patrik Walemark und Luis Palma – Letzterer steuerte in der vergangenen Saison zehn Tore zum Meistertitel bei. Erfolgreichster Knipser aber ist der Kapitän Mikael Ishak. Der 33 Jahre alte schwedische Mittelstürmer schoss 2025/26 in der Liga 16 Tore und traf zudem in der Conference League in zehn Spielen achtmal. Ishak spielte in der Bundesliga einst für den 1. FC Köln (2012-2013) und den 1. FC Nürnberg (2017-2020).

Ein weiterer guter Bekannter aus dem deutschen Fußball-Oberhaus ist Rechtsverteidiger Robert Gumny. Er trug bis 2025 fünf Jahre lang das Trikot des FC Augsburg und wechselte dann zurück zu seinem Ausbildungsverein Lech Posen. Dort zählt sein Teamkollege Wojciech Monka zu den aktuell spannendsten Abwehrtalenten Polens. Der 19 Jahre alte Innenverteidiger und U21-Nationalspieler hat den höchsten Marktwert im Kader und das Interesse einiger renommierter europäischer Klubs geweckt.
Bei zwei von vier Gegentoren im Spiel bei Crystal Palace leistete Lech Posen durch einfache Abspielfehler tatkräftige Schützenhilfe. Insgesamt präsentierte sich das Team in der Defensive zu fehleranfällig. Bereits in der vergangenen Saison zeigte der polnische Meister Schwächen im Abwehrverhalten, kassierte in der Liga 45 Gegentore – neun Teams mussten weniger Treffer schlucken. Durch den Ausfall von Stürmer Allahyar Sayyadmanesh verliert die Mannschaft nun zudem im Angriff etwas an Durchschlagskraft.
Dennoch ist Lech Posen vorne gut aufgestellt. Trainer Frederiksen legt großen Wert auf attraktiven Offensivfußball. Unter ihm erzielte das Team in den vergangenen beiden Meistersaisons jeweils die meisten Tore (62 bzw. 68). Und auch in der aktuellen Spielzeit läuft es diesbezüglich gut. In den zurückliegenden zehn Pflichtspielen traf Posen 30-mal. Man habe in den Trainingseinheiten während der Länderspielphase den Fokus „stark auf die Offensive gelegt“, so Frederiksen, „aber auch auf Aspekte wie die Verteidigung des eigenen Strafraums – ich denke, wir haben die richtige Balance gefunden“.

Am 2. Spieltag der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert die Werkself bei Lech Posen in Polen. Anpfiff ist am Donnerstag, 15. Oktober, um 18.45 Uhr. Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie im Poznan Stadium zusammengefasst.
Mehr zeigen
Interkultureller Austausch: In den vergangenen Tagen war ein Nachwuchsteam aus Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, zu Besuch in Leverkusen. Auf die Spieler und Trainer des AD DUHA FC wartete ein abwechslungsreiches Programm inklusive Training, Testspiel – und einem ganz besonderen Erlebnis am Samstagnachmittag.
Mehr zeigen
Auch zahlreiche Nachwuchsspieler von Bayer 04 waren in der jüngst beendeten XXL-Länderspielpause für ihre Nationalteams im Einsatz, darunter vier Akteure für den DFB. Die Übersicht.
Mehr zeigen
Die Werkself-Profis Ibrahim Maza und Vanessa Fudalla gehören zum fünfköpfigen Kandidatinnen- bzw. Kandidaten-Kreis bei der Wahl zum NRW-Fußballprofi des Jahres 2026. Fans können noch bis zum 3. November online abstimmen. Die Verleihung der Awards findet am 27. November in Düsseldorf statt.
Mehr zeigen
Die neue eSports-Saison steht vor der Tür! Am Donnerstag, 15. Oktober (ab 18 Uhr), beginnt die VBL Club Championship by WOW. Und wie jedes Jahr gib es einen Überblick: Was hat sich verändert? Was bleibt wie bisher?
Mehr zeigen