
James Ward-Prowse ist zwar gefürchtet als Standard-Spezialist, der mit 17 Freistoßtoren in der Premier-League-Rangliste nur noch von David Beckham übertroffen wird. Aber eine direkt verwandelte Ecke war dem 29 Jahre alten Mittelfeldspieler bis zum vergangenen Wochenende auch noch nicht gelungen. Im Ligaspiel bei den Wolverhampton Wanderers taten sich die Hammers lange Zeit schwer, lagen zur Pause 0:1 in Rückstand. Erst in der 73. Minute gelang Lucas Paqueta per Elfmeter der Ausgleich für die Gäste. Und dann kam der große Eckball-Moment von Ward-Prowse. Perfekt angeschnitten – und vielleicht mit ein bisschen Hilfe des am Wochenende über England tobenden Sturms Kathleen – schlug die Kugel im Winkel ein. Mit dem 2:1 bei den Wanderers gewann West Ham erstmals wieder nach vier sieglosen Spielen in der Premier League.
Es war in diesem Kalenderjahr im 17. Pflichtspiel erst der vierte Sieg für das Team von Trainer David Moyes. Sechs Niederlagen und sieben Remis stehen wettbewerbsübergreifend in 2024 zu Buche. Dennoch läuft es für den Klub aus dem Londoner East End in dieser Spielzeit weitaus besser als noch in der Vorsaison. Nach 32 von 38 Spieltagen hat der Tabellensiebte bereits jetzt acht Punkte mehr auf dem Konto als in der gesamten Saison 2022/23, die man auf dem 14. Platz abgeschlossen hatte.
Die eigentlich enttäuschende Spielzeit konnte aber mit dem Gewinn der UEFA Europa Conference League und dem 2:1-Finalsieg gegen die AC Florenz doch noch gekrönt werden. Darüber qualifizierten sich die Hammers für die Teilnahme an der UEFA Europa League. Dort haben sie sich in der Gruppenphase souverän als Tabellenerster durchgesetzt, holten 15 von 18 möglichen Punkten. Nur Bayer 04 spielte mit sechs Siegen eine noch bessere EL-Gruppenphase. Zweimal gewann West Ham hier unter anderem gegen den SC Freiburg. Die Breisgauer mussten sich dem Premier-League-Klub schließlich auch im Achtelfinale geschlagen geben und verloren nach einem 1:0-Sieg in Freiburg das Rückspiel im London Stadium 0:5. West Ham steht nun bereits zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs.
Auch für die Werkself ist es in dieser Saison bereits das zweite Aufeinandertreffen mit den Londonern. Im Rahmen der Saisoneröffnung Anfang August vergangenen Jahres besiegte Bayer 04 die Hammers 4:0.
Bei dieser Testspiel-Niederlage in Leverkusen war dem ehemaligen Schalker Thilo Kehrer ein Eigentor unterlaufen. Kehrer trägt inzwischen nicht mehr das Trikot mit den zwei gekreuzten Hämmern auf der Brust. Der 27-Jährige wurde im Winter an die AS Monaco ausgeliehen. Auch Pablo Fornals (Betis Sevilla), Said Benrahma (Ausleihe zu Olympique Lyon) und Conor Coventry (Charlton Athletic) haben den Klub verlassen. Einziger Winter-Zugang blieb der von Manchester City ausgeliehene Mittelfeldspieler Kalvin Phillips.
Im Tor der Hammers gibt es seit dieser Saison ein Wechselspiel. In der Premier League kam meist der Franzose Alphonse Areola zum Einsatz, in der Europa League steht fast immer die langjährige Nummer 1 Lukasz Fabianski zwischen den Pfosten. Der Pole ist mit 38 Jahren der älteste Spieler im Team. In der Viererkette setzte Coach David Moyes zuletzt auf die beiden Innenverteidiger Kurt Zouma und Konstantinos Mavropanos, den ehemaligen Stuttgarter. Die Außenpositionen besetzen in der Regel Vladimir Coufal (rechts) und der Italiener Emerson oder der ehemalige englische Nationalspieler Aaron Cresswell. Im defensiven Mittelfeld sind der Mexikaner Edson Alvarez und der Tscheche Tomas Soucek erste Wahl.
Kreativer Kopf der Mannschaft ist der Brasilianer Lucas Paqueta, über den der Freiburger Matthias Ginter aus eigener Erfahrung sagt: „Er hat auf jeden Fall das komplette Paket. Man muss bei ihm mit allem rechnen, wenn er am Ball ist.“ Paqueta, der in dieser Saison in acht Europa-League-Spielen vier Treffer erzielte, kommt meist über die linke Seite, während im offensiven Zentrum Standard-Experte James Ward-Prowse die Fäden zieht. Rechts sorgt der Ghanaer Mohammed Kudus (vier Treffer in sieben EL-Spielen) für viel Tempo und Torgefahr. Torjäger der Hammers ist Jarrod Bowen, der in der Premier League bereits 15-mal getroffen hat und damit auf Platz 6 der Torjägerliste liegt. Bowen erzielte im Conference-League-Finale den entscheidenden Treffer zum 2:1. Beim 2:1-Sieg in Wolverhampton musste Bowen in der 54. Minute allerdings verletzt ausgewechselt werden. „Wir hoffen, dass er bis Donnerstag okay ist, denn in dieser Phase der Saison braucht man alle seine Top-Spieler“, sagt David Moyes. Für die Zusammenstellung des Kaders von West Ham United ist seit dieser Saison im Übrigen Tim Steidten als Technischer Direktor verantwortlich. Der 44-Jährige war noch bis vergangenen Sommer Manager Sport bei Bayer 04.
Vor allem offensiv ist West Ham United sehr stark besetzt. „Sie haben vorne eine brutale Qualität“, musste Christian Streich nach dem 0:5 seines SC Freiburg in London anerkennen. Mohammed Kudus, der in diesem Spiel zwei Treffer erzielte, Lucas Paqueta, Jarrod Bowen, James Ward-Prowse und der Jamaikaner Michail Antonio, der bereits seit 2015 für die Hammers spielt, sind für jede Defensive eine Herausforderung.
Es ist erstaunlich: In der Premier League hat West Ham in bislang 32 Spielen bereits 56 Gegentore schlucken müssen. Nur die drei Kellerkinder Luton Town, FC Burnley und Schlusslicht Sheffield United sowie der FC Brentford als Tabellen-16. haben noch mehr Treffer kassiert. So setzte es für West Ham unter anderem gegen Aston Villa (1:4), den FC Fulham (0:5) oder Mitte Februar zu Hause gegen den FC Arsenal (0:6) deftige Niederlagen.
In der Europa League hingegen zeigen die Hammers ein ganz anderes Gesicht. Hier mussten sie in acht Spielen erst fünf Treffer hinnehmen (im Schnitt 0,63 pro Partie) – so wenige wie kein anderes Team, das es von der Gruppenphase bis ins Viertelfinale schaffte. In den jüngsten fünf Spielen der Europa League traf nur der SC Freiburg beim 1:0 im Achtelfinal-Hinspiel gegen das Moyes-Team, das zudem die wenigsten Großchancen aller EL-Teilnehmer zuließ.
Welches Gesicht West Ham United am Donnerstag in der BayArena zeigen wird? Schwer zu sagen. „Wir wollen den Schwung vom Sieg bei den Wanderers mit in den Donnerstag nehmen“, sagt Verteidiger Aaron Cresswell mit Blick auf die Partie gegen die Werkself. „Wir wissen, dass es dort sehr schwer werden wird, aber wir sind bereit dafür. Wir haben ein paar wirklich wichtige Wochen vor uns, und wir müssen positiv bleiben. Wir sind immer noch auf der Jagd nach Erfolg in der Premier League und in Europa, und wir werden in jedem Spiel unser Bestes geben.“ Davon darf auch Bayer 04 auch am Donnerstag ganz sicher ausgehen.

Ein Tor, zwei Trikots, drei Spieler: In dieser Challenge messen sich die Bayer 04-Profis Christian Kofane, Arthur und Farid Alfa-Ruprecht in ihrer Zielgenauigkeit. Wem gelingt es, aus drei unterschiedlichen Distanzen die meisten Trikot-Treffer zu erzielen? Geschossen wird jeweils zweimal aus 11, 16 und 25 Metern auf das neue Heimtrikot und das neue Auswärtstrikot der Werkself. Jeder Trikot-Treffer gibt einen Punkt. Die Latte ist dabei absolut tabu. Wer den Ball an den Querbalken hämmert, erhält einen Minuspunkt. Arthur, Kofi oder Farid – wer gewinnt die Shootout-Challenge?
Mehr zeigen
Bayer 04 ist zurück auf dem Rasen! Nach den ersten Trainingseinheiten bestreitet die Werkself am Samstag, 18. Juli, auch ihr erstes Testspiel der laufenden Vorbereitung. Ab 15.30 Uhr geht es in Monheim am Rhein gegen den Oberligisten Sportfreunde Baumberg. Fans, die bei der Partie nicht vor Ort sein können, können das Debüt von Cheftrainer Carles Martínez kostenlos im Livestream auf bayer04.de und in der Bayer 04-App sowie auf Werkself.tv (hier exklusiv für Mitglieder) verfolgen. Einfach einloggen und live dabei sein! Auch alle weiteren Testspiele der Werkself in der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 werden kostenlos im Livestream hinter Login übertragen.
Mehr zeigen
Der Deutsche Fußball-Bund hat Bayer 04 auch für die Saison 2026/27 offiziell als weibliches Talentförderzentrum anerkannt. Bereits zum 1. Januar 2026 war der Werksklub als solches zertifiziert worden, nun wurde dieser Status erneuert.
Mehr zeigen
Bayer 04 Leverkusen bestreitet in der Saisonvorbereitung 2026/27 ein weiteres Testspiel im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion. Am Mittwoch, 29. Juli (Anstoß: 15 Uhr/Stadionöffnung: 13.30 Uhr), empfängt die Werkself den belgischen Fußball-Erstligisten KRC Genk. Tickets für Heimfans sind ab sofort erhältlich.
Mehr zeigen
Im Rahmen der Saisonvorbereitung 2026/27 bestreitet die Werkself ihr drittes Testspiel am Mittwoch, 29. Juli (Anstoß: 15 Uhr), im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion gegen den belgischen Erstligisten KRC Genk. Werkself-TV zeigt die Partie live und in voller Länge im Stream ab 14.50 Uhr...