
Der slowenische Meister NK Celje hat einen durchwachsenen Start in der laufenden Saison hingelegt. Am vergangenen Wochenende verloren die Gelb-Blauen in der nationalen Prva Liga Telemach 1:2 bei Bravo Ljubljana – es war die zweite Niederlage in Folge und die dritte innerhalb der vergangenen zwei Wochen. Und das, obwohl die „Grofje“ („die Grafen“) – der Spitzname des Klubs geht auf die Grafen von Cilli zurück, eine der bedeutendsten Adelsdynastien des spätmittelalterlichen slowenischen Raumes – in der Hauptstadt bis zur 85. Minute mit 1:0 geführt hatten. In der Liga, an der zehn Klubs teilnehmen, rutschte der Titelverteidiger am 9. Spieltag auf Platz sieben ab. Der portugiesische Trainer Vitor Campelos wurde daraufhin entlassen, für ihn wechselte Zoran Zeljkovic vom Ligakonkurrenten FC Koper in die 40.000-Einwohner-Stadt. Der Slowene, der bereits zwischen 2017 und 2018 als Co-Trainer in Celje tätig war, soll den Klub nun wieder in höhere Tabellenregionen führen – und nach kürzester Eingewöhnungszeit in Leverkusen für etwas Zählbares sorgen.
Stichwort Tabelle: Im slowenischen Oberhaus hat der Meister bisher zwar eine Partie weniger ausgetragen als Spitzenreiter NK Maribor, die Rivalen sind aber bereits auf acht Punkte enteilt. Für Celje stehen aktuell drei Siege, drei Niederlagen (darunter ein 1:4 bei Aufsteiger NK Brinje Grosuplje) und zwei Remis zu Buche. Das Team aus dem Nordosten Sloweniens hat darüber hinaus bereits sechs Partien in der Champions-League-Qualifikation absolviert. Celje stieg in der 2. Runde ein und setzte sich dort gegen den albanischen Vertreter Egnatia Rrogozhine durch (3:3, 4:1 i.E.). In der 3. Runde schaltete man den FC Ararat-Armenia Erewan aus (1:2, 2:0), bevor sich Celje in den Play-offs dem slowakischen Klub Slovan Bratislava geschlagen geben musste. Nach einem 1:1 in Bratislava verloren die Slowenen das Rückspiel vor eigenem Publikum nach 120-minütigem Kampf in der Verlängerung mit 1:2 und verpassten damit nur haarscharf die Teilnahme an der UEFA Champions League.
International hatte NK Celje in den vergangenen Jahren ohnehin aufhorchen lassen. Der dreimalige Meister ist neben NK Maribor einer von zwei Vereinen, die seit der Unabhängigkeit Sloweniens 1991 ununterbrochen in der obersten Liga des Landes spielen. Aber erst seit den 2020er-Jahren startet der Klub richtig durch. Neben drei Meisterschaften und einem Titel im nationalen Pokal machten die Gelb-Blauen auch in der UEFA Conference League auf sich aufmerksam. In der Saison 2024/25 führte Trainer Albert Riera die Slowenen bis ins Viertelfinale, in dem das Team erst von der AC Florenz gestoppt werden konnte (1:2; 2:2). Riera wechselte im Januar 2026 bekanntlich zu Eintracht Frankfurt, blieb dort in dreieinhalb Monaten allerdings erfolglos. Vitor Campelos, Rieras Nachfolger bei Celje, war seit Mitte März dieses Jahres im Amt, hatte die Mannschaft als Tabellenführer übernommen und mit seinem neuen Klub zwei Monate später die Meisterschaft gefeiert. In der Conference League war die Campelos-Auswahl im Achtelfinale an AEK Athen gescheitert. Nun nehmen die Slowenen zum vierten Mal an einem europäischen Wettbewerb teil – das jedoch mit Zeljkovic anstelle von Campelos.
Einer der erfahrensten Neuzugänge ist Rückkehrer Benjamin Verbic. Der Stürmer ist in Celje geboren, trug mehrere Jahre lang das Trikot der Grofje, bevor er unter anderem für europäische Topklubs wie den FC Kopenhagen, Dynamo Kiew und Panathinaikos auf Torejagd ging. Zuletzt stand Verbic beim griechischen Erstligisten Levadiakos unter Vertrag. Der 32 Jahre alte slowenische Nationalspieler hat in seinen insgesamt 462 Pflichtspielen 111 Tore erzielt und 59 Treffer vorbereitet. Auch Mittelstürmer Blaz Kramer stammt gebürtig aus Celje und kehrte Anfang dieses Monats nach neun Jahren im Ausland in seine Heimat zurück. Der 1,91 Meter große Kramer kickte einst zwei Jahre für die 2. Mannschaft des VfL Wolfsburg in der Regionalliga Nord. Seine erfolgreichste Zeit hatte der 30-Jährige zwischen 2019 und 2022 in der Schweiz. Für den FC Zürich erzielte Kramer in 89 Spielen 21 Tore.

Zu den Stützen im Team zählt Mario Kvesic. Der 34 Jahre alte Bosnier hat zwischen 2015 und 2020 in Deutschland gespielt, war für den FC Erzgebirge Aue (90 Spiele, 12 Tore, 9 Assists) in der 2. Bundesliga und 3. Liga sowie für den 1. FC Magdeburg in der 3. Liga (21, 1, 5) am Ball. Der offensive Mittelfeldakteur hat in der laufenden Spielzeit in der Champions-League-Qualifikation schon viermal eingenetzt und war in der zurückliegenden Meistersaison nicht nur kreativer Kopf der Mannschaft, sondern mit 15 Scorerpunkten auch einer der torgefährlichsten Spieler. Kvesic musste allerdings am vergangenen Wochenende verletzungsbedingt ausgewechselt werden – ob er gegen die Werkself auflaufen kann, ist unklar. Beim Spiel in Ljubljana kam Svit Seslar für ihn aufs Feld. Auch der 24-Jährige ist normalerweise im offensiven Mittelfeld gesetzt, zählt wie Kvesic zu den Top-Torschützen und -Vorbereitern im Team. Für Belebung im Angriff sorgt zudem der australische Neuzugang Yaya Dukuly.
Weitere Schlüsselspieler bei NK Celje sind die litauischen Nationalspieler Artemijus Tutyskinas als Innenverteidiger, Pijus Sirvys als rechter Verteidiger und Armandas Kucys als Mittelstürmer. Kapitän der Mannschaft ist Mark Zabukovnik. Der Sechser war in der vergangenen Saison viele Monate wegen einer Knieverletzung ausgefallen, zählt in dieser Spielzeit aber wieder zu den unverzichtbaren Stammkräften. In diese Kategorie fällt auch Mittelfeldspieler Andrej Kotnik. Der 31-Jährige fehlt in Leverkusen allerdings wegen einer Rotsperre aus der vergangenen Partie gegen Bratislava in der Champions-League-Qualifikation.
NK Celje fehlen bislang noch Balance und Konstanz. Die Mannschaft kann ihr Potenzial selten über 90 Minuten abrufen. Mal beginnt sie stark, lässt aber zu viele Chancen liegen und verliert am Ende noch wie am vergangenen Wochenende. Mal kommt sie nach einer schwachen ersten Halbzeit erst im zweiten Durchgang besser in Fahrt – wie beim 2:2 im ersten Ligaspiel gegen Mura. Spielkontrolle und Konzentration über 90 Minuten gelangen bisher selten. Elf Gegentore in acht Ligaspielen und zehn Gegentore in den sechs Partien der UCL-Qualifikation sprechen nicht unbedingt für eine stabile Defensive.
Im Mittelfeld verfügt Celje in Kvesic und Seslar über zwei technisch starke Offensivspieler, während Kapitän Zabukovnik ihnen als Sechser den Rücken freihält. Vorne bringt Rückkehrer Verbic Tempo, Eins-gegen-eins-Qualität und Erfahrung aus Champions League und Europa League mit. Unter Coach Campelos hatten die Grofje in der Liga auf dominanten Ballbesitzfußball gesetzt. Bei internationalen Auftritten wie zuletzt gegen den Champions-League-Teilnehmer Slovan Bratislava überzeugte Celje aber auch mit taktischer Disziplin, mannschaftlicher Geschlossenheit und hoher Einsatzbereitschaft im Defensivverhalten. Wie das Team unter Zeljkovic auftreten wird, bleibt abzuwarten.

Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele der Werkself in der Saison 2026/27.
Mehr zeigen
Die Verbundenheit mit Bayer 04 wächst. Immer mehr Fans werden im Rahmen der Mitglieder-Netzwerke Teil der Werkself-Community – ob in Deutschland oder darüber hinaus: Mit Österreich kommt nun ein neuer Standort hinzu, der weiter zur Vernetzung der Bayer 04-Fans im Ausland beitragen soll.
Mehr zeigen
Die Bauarbeiten laufen: Am Kurtekottenweg in Leverkusen, wo ab dem kommenden Sommer 36 junge Spitzensportlerinnen und Spitzensportler eine neue Heimat finden, sorgt das Team von Temmink Bau um Thomas Wellers schon jetzt für reichlich Bewegung. Bagger, Radlader und Walzen haben in den vergangenen Tagen 2.500 Kubikmeter Boden abgetragen, um den Keller auszuschachten.
Mehr zeigen
Schwarz-Rot bei Schwarz-Rot-Gold: Kapitän Ben Hawighorst und Torhüter Simeon Rapsch aus der U19 von Bayer 04 sind ins Aufgebot der deutschen U19-Nationalmannschaft berufen worden. Cheftrainer Hanno Balitsch nimmt außerdem Leihgabe Jeremiah Mensah (Roda JC Kerkrade) mit zum Fünf-Nationen-Turnier in Spanien.
Mehr zeigen