
„Der Werkself droht das Aus“ titelt der Kölner Stadt-Anzeiger und schreibt: „Wie ein gelandetes Ufo steht das gewaltige Wanda Metropolitano im Stadtbezirk San Blas im Osten Madrids. Auch von innen sieht das 2017 eröffnete Stadion von Atlético mit seinem Membran-Dach und den vielen Lichteffekten futuristisch aus. Was sich allerdings am Dienstagabend im Spaniens Hauptstadt abspielte, geriet dann doch arg irdisch. Mit einem Minimum an Aufwand gelang Atlético ein 1:0 (0:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself zeigte zwar die beste Königsklassen-Leistung der Saison, hat nach den vorherigen Niederlagen gegen Lokomotive Moskau (1:2) und Juventus Turin (0:3) aber nur noch theoretische Chancen aufs Achtelfinale, das einst ausgegebene Ziel. ,Das ist ärgerlich. Schon ein Punkt wäre ein großer Schritt gewesen', sagte Leverkusens spanischer Geschäftsführer Fernando Carro. ,So lange es aber rechnerisch möglich ist, kann man kämpfen ums Weiterkommen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist natürlich extrem gesunken. Realistischer ist es, um Platz drei zu kämpfen.'“
Die Kölnische Rundschau hat es so gesehen: „Bayer Leverkusen kann trotz einer engagierten Leistung bei Atletico Madrid die Hoffnungen auf das Achtelfinale der Champions League praktisch begraben. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz steht nach dem 0:1 (0:0) beim lange harmlosen spanischen Vizemeister weiter ohne Punkte auf dem letzten Platz der Gruppe D. ...Der Bundesliga-Neunte zeigte sich vor 56.667 Zuschauern im Wanda Metropolitano von Beginn an gewillt, die Forderungen umzusetzen, und spielte gegen Atletico mutig mit. Julian Baumgartlinger (9.) verfehlte das Tor der Gastgeber aus aussichtsreicher Position knapp. Mit gewohnt aggressivem Pressing machten die Leverkusener dem spanischen Vizemeister das Leben schwer, ließen aber in der Offensive meist die nötige Präzision vermissen.“
Die Bild-Zeitung beschwört: „Leverkusen braucht das Gruppen-Wunder“. Im Text heißt es: „Nur ein Wunder kann jetzt noch helfen! Bayer unterliegt bei Atletico Madrid 0:1, verliert auch das dritte Champions-League-Spiel in dieser Saison – erstmals in der Klub-Geschichte. Damit rückt auch die K.o.-Runde in weite Ferne. In der Geschichte der Königsklasse ist nur eine Mannschaft nach drei Auftaktniederlagen noch weitergekommen: Newcastle United (2002/03). 78 Minuten hält Leverkusen beim zweimaligen Finalisten (2014 und 2016) stark mit. Dann kommt Joker Morata und köpft die Spanier zum Sieg. ...Bayer agiert nach dem Katastrophen-Start in Frankfurt (zwei Gegentreffer nach 17 Minuten) viel stabiler, gibt in den ersten 20 Minuten fünf Torschüsse ab. Vor allem die Bender-Zwillinge kurbeln das Spiel als Duo auf der linken Abwehrseite an. Sven gewinnt bis zur Pause alle 14 Zweikämpfe, Bruder Lars überzeugt als Dauerläufer auf der für ihn ungewohnten Linksverteidiger-Position.“
Die Rheinische Post stellte heraus, dass die Werkself absolut auf Augenhöhe mit Atletico agierte: „Leverkusen versteckte sich nicht, streute längere Ballbesitzphasen ein und suchte seine Chance, das Spiel Richtung Atléticos Tor zu verschieben. Doch der Bundesligist musste dabei jede Sekunde aufpassen, der aggressiv pressenden Mannschaft des wie immer an der Seitenlinie unter Starkstrom stehenden Trainers Diego Simeone nicht zu viel Raum zu gewähren. ...Bayers Plan funktionierte in der ersten Halbzeit. Madrid hatte zwar zwei, drei Situationen, in denen es brenzlig hätte werden können, doch entweder war ein Leverkusener rechtzeitig zur Stelle oder der nass geregnete Rasen machte den Gastgebern einen Strich durch die Rechnung. Das erste Mal, dass Lukas Hradecky rettend eingreifen musste, war bei einem eher harmlosen Abschluss von Renan Lodi (32.). Leverkusen bot auch nach dem Wiederanpfiff eine gute Leistung im Kollektiv, blieb aber in der Offensive zu harmlos.“
Das Fazit im Kicker klingt so: „Auch nach dem dritten Vorrundenspiel wartet Bayer 04 Leverkusen auf den ersten Punkt in der Champions League. In einem chancenarmen Spiel bei Atletico Madrid präsentierten sich die Rheinländer zwar über weite Strecken ebenbürtig, entwickelten aber zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive. Auf der Gegenseite entschied der kurz zuvor eingewechselte Morata die Partie zugunsten der Rojiblancos. ...Die Rheinländer kristallisierten sich als spielerisch gefälligere Mannschaft heraus und konnten einige ansehnliche Spielzüge vorweisen. Im vorderen Drittel fehlte es allerdings an Durchschlagskraft, zu häufig brachte sich Leverkusen dort mit Ungenauigkeiten um den Lohn der Überlegenheit im Mittelfeld. Bestes Beispiel: Amiri traf nach feinem Zusammenspiel mit Volland den Ball aus aussichtsreicher Position nicht voll (12.).“


Am 2. Spieltag der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert die Werkself bei Lech Posen in Polen. Anpfiff ist am Donnerstag, 15. Oktober, um 18.45 Uhr. Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie im Poznan Stadium zusammengefasst.
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