
Im Vergleich zur Bundesliga-Partie beim FC Bayern München (0:4) vor vier Tagen stellte Cheftrainer Gerardo Seoane von einer 3-4-3-Formation um auf ein 4-2-3-1. Dabei rotierte der Schweizer und nahm drei personelle Änderungen vor: Statt Odilon Kossounou in der Defensive stand Adam Hlozek in der Offensive von Beginn an auf dem Feld, für Mitchel Bakker rückte Piero Hincapie als Linksverteidiger in die Startelf und Charles Aránguiz ersetze Kerem Demirbay im Mittelfeld.
In den Anfangsminuten war es vor allem die Werkself, die durch einen hohen Ballbesitz-Anteil sowie ein gutes Passspiel auffiel. Die Präzision sollte vermeintlich früh belohnt werden, denn in der 15. Minute jubelte die Seoane-Elf ein erstes Mal: Nach starkem Ballgewinn von Robert Andrich in der eigenen Hälfte legte Moussa Diaby abermals einen guten Lauf hin, sah im Anschluss den mitlaufenden Andrich, der mit einer Flanke Callum Hudson-Odoi am linken Pfosten bediente. Der Engländer verwandelte per Volley zum vermeintlichen 1:0. Schiedsrichter Anthony Taylor gab den Treffer zunächst, nach Eingreifen des VAR ging der Referee jedoch zum Bildschirm und nahm daraufhin das Tor aufgrund eines vorangegangenen Foulspiels von Andrich bei der Balleroberung zurück. So blieb es zunächst beim 0:0.
Auch in den folgenden Minuten suchten die Leverkusener vor allem über die rechte Seite durch Diaby und Jeremie Frimpong weiter den Weg nach vorne und erarbeiteten sich immer wieder Möglichkeiten. Auf der Gegenseite kam der FC Porto zu keinen nennenswerten Aktionen, auch weil Jonathan Tah und Co. bis dato souverän in der Defensive agierten. Bis fünf Minuten vor dem Pausenpfiff.

Denn so bedacht die Begegnung auch anfing, so kurioser ereignete sich die Schlussphase der ersten Hälfte: Erst kamen die Hausherren nach einer Umschaltsituation und Vorarbeit von Evanilson und Pepe zur eigenen ersten großen Chance, die letzten Endes Stürmer Mehdi Taremi auch nutzte und zum 1:0 einnetzte - wieder einmal jedoch vermeintlich (42.). Erneut überprüfte Schiedsrichter Taylor die Situation, nahm daraufhin auch diesen Treffer zurück und entschied im Gegenzug auf Elfmeter für Schwarz-Rot.
Der Grund: Einen Augenblick zuvor bekam Portos David Carmo nach einer Hereingabe von Hincapie auf Patrik Schick den Ball an die Hand und leitete damit nicht regelkonform den eigenen Angriff ein. Schick ging zum Punkt, aber FCP-Schlussmann Diogo Costa konnte den Rechtsschuss des Tschechen parieren (45.). So ging es ohne Tore in die Kabine.
Die 42.399 Zuschauer im Estádio do Dragão sahen in der zweiten Hälfte zunächst eine eher zähe Partie. Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber zwar besser den Weg zum Tor, wie zum Beispiel durch Stephen Eustáquio in der 59. Minute, agierten jedoch im Abschluss vorerst noch zu ungenau - bis zur 69. Minute: Porto erarbeitete sich mit einwandfreiem Passspiel den Weg aus der eigenen Hälfte bis vor das Tor von Lukas Hradecky. Am Ende bediente Taremi mit einer gezielten Flanke auf den langen Pfosten den zuvor eingewechselten Zaidu Sanusi, der per Kopf zum 1:0-Führungstreffer für Porto einnickte. Auch in den Folgeminuten war es meist das Team von Cheftrainer Sérgio Conceição, das den Fuß am Ball hatte. Die Seoane-Elf konnte im Gegenzug in der zweiten Halbzeit keine Offensivaktionen mehr kreieren.

Drei Minuten vor Schluss brachte der ebenfalls eingewechselte Galeno schließlich die Entscheidung: Erneut war es Taremi, der im Strafraum Vorarbeit leistete und per Steckpass den Brasilianer bediente. Hradecky konnte zwar noch parieren, doch die Kugel prallte an ihm nach oben ab, landete im Tor und besiegelte damit den 2:0-Endstand. Damit holte der FC Porto seine ersten Punkte in der Gruppe B.
Zwei Heimspiele vor der Brust: Am kommenden Samstag, 8. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr), geht es mit dem 9. Bundesliga-Spieltag weiter. Dann ist der Aufsteiger FC Schalke 04 in der BayArena zu Gast. Weitere vier Tage später findet das erste Rückspiel in der Gruppenphase der UEFA Champions League statt. Dann gastiert der FC Porto in Leverkusen. Anstoß ist am Mittwoch, 12. Oktober, um 21 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Tapsoba, Hincapie – Andrich (72. Demirbay), Aránguiz (79. Amiri) – Diaby, Hlozek (72. Adli), Hudson-Odoi (86. Fosu-Mensah)– Schick
FC Porto: Costa – João Mario (63. Galeno), Pepe, Carmo, Wendell (63. Zaidu Sanusi)– Uribe (83. Grujic), Eustaquio – Bruno Costa (45. Otávio), Pepe – Taremi, Evanilson (71. Toni Martinez)
Tore: 1:0 Zaidu Sanusi (69.), 2:0 Galeno (87.)
Gelbe Karten: Joao Mario, Uribe, Carmo – Frimpong, Andrich
Gelb-Rote Karte: Frimpong
Schiedsrichter: Anthony Taylor (England)
Zuschauer: 42.399 im Estádio do Dragão

Nach der Nominierung für das „Bundesliga Goal of the Year“ 2025 steht der wunderschöne Treffer von Martin Terrier zum 1:0 gegen den 1. FC Köln nun auch zur Auswahl für das „Tor des Monats“ Dezember 2025 der ARD-Sportschau. Bayer 04-Fans können noch bis 10. Januar, 19 Uhr, für den französischen Angreifer abstimmen.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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Ein torreiches 2025 liegt hinter der Werkself: Los ging's direkt mit einem Blitzstart – Nathan Tella trifft in Dortmund schon nach wenigen Sekunden zum ersten Mal im neuen Fußball-Jahr. Weitere Highlights liefern dann Florian Wirtz, Aleix Garcia, immer wieder Patrik Schick und natürlich Alejandro Grimaldo mit seinen europaweit gefürchteten Freistößen. Die Highlights zum Ende des Jahres: Wichtige Pokal-Treffer von Ibrahim Maza, vielumjubelte Siegtore in Lissabon und Manchester, der Scorpion Kick von Martin Terrier im Derby und als ganz besonderer Abschluss in 2025: Montrell Culbreath aus der U19 mit seinem Treffer zum 3:1-Sieg in Leipzig bei seinem Debüt. Viel Spaß beim Schauen!
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Die fünf beeindruckendsten Tore der Lizenzmannschaft im Jahr 2025. Mit dabei: Alejandro Grimaldo, Patrik Schick und natürlich Martin „Skorpion“ Terrier...
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