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30.01.2026Bundesliga

Gegner-Check: Volle Konzentration auf die Bundesliga

Der aktuelle Tabellenachte Eintracht Frankfurt ist im neuen Jahr noch sieglos und hat von den vergangenen zwölf Pflichtspielen nur eines gewonnen. Im DFB-Pokal und in der UEFA Champions League bereits ausgeschieden, fokussiert sich die Eintracht nun ganz auf die Bundesliga. Und die Hessen wollen möglichst schon am Samstag, 31. Januar (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky und im Werkself-Radio, Konferenz bei DAZN), im Heimspiel gegen die Werkself den Turnaround schaffen. Der Gegner-Check.
Eintracht Frankfurt

Position

Dass es das letzte Spiel für die Eintracht in dieser UEFA Champions-League-Saison sein würde, stand schon vor dem Anpfiff fest. Entsprechend gelassen fielen die Reaktionen bei der SGE auf die 0:2-Niederlage gegen Tottenham Hotspur zum Abschluss der Ligaphase aus. Spieler und Verantwortliche versuchten, das Positive mitzunehmen aus der Partie. „Heute haben wir es defensiv ordentlich gemacht und es war ein Schritt in die richtige Richtung, was eine gewisse Kompaktheit und Stabilität angeht“, sagte Sportvorstand Markus Krösche. Auch Interimstrainer Dennis Schmitt sah „kleine Schritte nach vorne“ und hob hervor: „Wir waren das ganze Spiel geschlossen, haben kompakt verteidigt und wenig zugelassen.“

Nach dem Aus in der Königsklasse und dem frühen K.o. im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (2:4 i.E.) können sich die Hessen nun voll auf die Bundesliga konzentrieren. So richtete sich der Blick bereits am Mittwochabend auf das Heimspiel gegen die Werkself an diesem Samstag. Die Eintracht setzt dabei auch auf den Support durch den eigenen Anhang. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans war zuletzt etwas angespannt. Der engagierte Auftritt gegen Tottenham trug aber zu einer spürbaren Entspannung bei. „Wir haben die Fans teilweise zurückgewonnen“, freute sich etwa Weltmeister Mario Götze. „Wichtig bleibt weiter, dass wir zusammenrücken, Zusammenhalt zeigen und leben, nach vorne schauen und den vollen Fokus auf die Bundesliga haben.“ Interimscoach Schmitt betonte nach dem 0:2 gegen Tottenham: „Wir sind sehr, sehr dankbar für die Unterstützung der Fans, sie haben uns gut nach vorne getrieben und geben uns ein gutes Gefühl für die nächste Partie. Wir haben viel Arbeit und werden sehr viel investieren, dass wir das Heimspiel gegen Leverkusen für uns entscheiden.“

Für die Eintracht geht es um viel in diesem Duell mit der Werkself. Denn die jüngste Bilanz der Frankfurter blieb weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Von den vergangenen zwölf Pflichtspielen gewann die SGE nur eines (1:0 gegen den FC Augsburg). Seit Ende November 2025 holten die Hessen ansonsten vier Remis und mussten sieben Niederlagen einstecken. Der Negativtrend und die zunehmende Verunsicherung der Mannschaft nach den vielen Gegentoren führten zur Trennung von Trainer Dino Toppmöller nach dem 3:3 beim SV Werder Bremen Mitte Januar.

Auch unter Interimscoach Schmitt verlor die SGE die folgenden drei Partien. In der Bundesliga unterlag man zuletzt 1:3 gegen die TSG Hoffenheim. Zuvor hatte Frankfurt mit dem 2:3 bei Qarabag Agdam die letzte Chance auf das Erreichen der Play-offs in der Champions League verspielt. Nun folgte das 0:2 gegen Tottenham. Die Trainersuche bei der Eintracht geht derweil weiter. Am Samstag, das betonte Markus Krösche, wird aber in jedem Fall erneut Dennis Schmitt in der Verantwortung stehen.

Personal

In der Winter-Transferperiode hat die Eintracht gleich fünf Neuzugänge verpflichtet, drei davon für den Angriff. Dort nämlich fehlen der SGE seit vielen Wochen Top-Torjäger Jonathan Burkardt (Muskelverletzung) und Michy Batshuayi (Mittelfußbruch). So sah Frankfurt dringenden Handlungsbedarf in der Offensive. Arnaud Kalimuendo kam auf Leihbasis von Nottingham Forest, Younes Ebnoutalib wurde von der SV Elversberg verpflichtet, Ayoube Amaimouni-Echghouyab holten die Adlerträger von der TSG Hoffenheim II. Alle drei trafen bereits für ihr neues Team, der Franzose Kalimuendo sogar schon zweimal. Zudem sind Verteidiger Keita Kosugi (Djurgardens IF) und Mittelfeldspieler Love Arrhov (IF Brommapojkarna) neu am Riederwald.

Dennoch plagen die Eintracht weiterhin Verletzungssorgen. Neuzugang Younes Ebnoutalib wird gegen die Werkself wegen einer Knieverletzung nicht spielen können. Auch Can Uzun, der sich gegen Hoffenheim eine muskuläre Verletzung im Oberschenkel zugezogen hat, fehlt den Adlerträgern bis auf Weiteres. Ein Ausfall, der schmerzt, denn der offensive Mittelfeldspieler ist mit sechs Toren und fünf Assists bester Scorer im Team. Zudem wird Abwehrspieler Elias Baum (Innenbandverletzung) passen müssen.

Wir haben viel Arbeit und werden sehr viel investieren, dass wir das Heimspiel gegen Leverkusen für uns entscheiden.SGE-Interimstrainer Dennis Schmitt nach dem 0:2 in der Champions League gegen Tottenham Hotspur

Probleme

Ein kurzer Blick aufs Torverhältnis der Eintracht sagt bereits viel über deren Stärken und Schwächen aus. Während Frankfurt mit 39 erzielten Treffern die drittbeste Offensive in der Liga stellt, ist die Defensive das große Sorgenkind bei den Hessen. 42 Gegentore nach 19 Spielen: Nur Tabellenschlusslicht Heidenheim hat ebenso viele Treffer schlucken müssen. Schon jetzt hat die Eintracht damit fast so viele Tore kassiert wie in der kompletten vergangenen Saison (46). Auffällig, dass es in einigen Spielen der Frankfurter immer wieder Phasen gab, in denen sie sich innerhalb weniger Minuten mehrere Tore fingen. So etwa beim 1:5 gegen den FC Liverpool (drei Gegentore in neun Minuten), beim 0:3 gegen Atalanta Bergamo (drei Gegentore in sechs Minuten) oder beim 0:6 bei RB Leipzig (vier Gegentore in 18 Minuten). „Wir haben zu oft zu einfache Fehler gemacht“, weiß Offensivkraft Ansgar Knauff. Auch im neuen Jahr hat die Eintracht ihre Defensivprobleme noch nicht in den Griff bekommen. In den ersten fünf Spielen in 2026 musste Torhüter Kaua Santos jeweils dreimal den Ball aus dem eigenen Netz holen. In der zweiten Halbzeit steigt offenbar die Fehleranfälligkeit: Keine Mannschaft kassierte mehr Treffer in Hälfte zwei als die Eintracht (26). Und auch bei den Gegentoren in der Schlussviertelstunde (13) reicht kein Team an die SGE heran.

Prunkstück

Offensiv zählt die Eintracht zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Das war schon in der vergangenen Saison so, und das ist auch diesmal wieder so. Frankfurt (39) erzielte nach den Bayern (72) und der TSG Hoffenheim (40) bislang die drittmeisten Tore. Tore, die sich auf 17 verschiedene Schützen verteilen – das ist Bestwert in der Liga. Neben Stürmern wie dem derzeit noch nicht einsatzbereiten Jonathan Burkhardt (8 Tore, 1 Assist) sind eben auch Offensivkräfte wie Ritsu Doan (4/5), Can Uzun (6/5), Ansgar Knauff (3/1) und Farès Chaïbi (1/7) sowie Schienenspieler Nathaniel Brown (1/4) sehr torgefährlich. Kein Wunder, dass die SGE auch in puncto Schussgenauigkeit, Chancenverwertung und Standardtore (10) Topwerte aufweist. Kostproben ihrer Offensivpower zeigten die Frankfurter in der Liga beim spektakulären 6:4 gegen Borussia Mönchengladbach, bei den 4:3-Siegen gegen den 1. FC Union Berlin und den 1. FC Köln oder beim 5:1 gegen Galatasaray Istanbul in der Champions League.

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